Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, 1. der Sohn meines Mannes (3,5 J.), der seit 2 Jahren regelmäßig am Wochenende bei uns ist, hat Probleme mit dem Trocken-/ Sauberwerden. Bei seiner Mutter klappt es wohl seit ein paar Wochen einigermaßen, aber sonst überall wehrt er sich heftig, bei uns geht er höchstens unter Druck und Tränen und macht lieber in die Hose, woanders überhaupt nicht. (Ansonsten fühlt er sich pudelwohl bei uns, freut sich auch immer, wenn er kommt.) Finden Sie es in Ordnung, wenn wir ihm weiter eine Windel gewähren, auch wenn seine Mama eigentlich dagegen ist? 2. Er hat auch ein extrem ausgeprägtes Schamgefühl, nicht mal seine Mama darf dabei bleiben, wenn er auf der Toilette ist, er ruft sie erst, wenn er fertig ist. Bei unserer Kleinen schaut er allerdings begeistert zu, wenn sie geht. Auch ausziehen zum Duschen ist manchmal schon ein Problem. Woran kann sowas liegen? Vielen Dank im Voraus AnnaS.
Hallo, es kann durchaus sein, daß sich der Sohn Ihres Mannes bei Ihnen zu Hause doch noch mehr wie ein Gast fühlt. Und manche Kinder gehen wenigstens am Anfang des Sauber- und Trockenwerdens ungern auf fremde Toiletten. Man sollte sie nicht dazu zwingen. Eine Windel nur für einen solchen Aufenthalt ist vertretbar. Über kurz oder lang verschwindet das Verhalten ganz von allein. Was die extreme Scham angeht, gibt es mehrere Interpretationen. Da ich aber den Jungen und seine Mutter nicht kenne, kann ich allenfalls spekulieren. Ich erlebe solche Verhaltensweisen in meiner Praxis manchmal auch, und ein sehr häufiger Grund hierfür ist, daß man der Mutter geraten hat, die Vorhaut bei ihrem Sohn regelmäßig zurückzuziehen, um eine Vorhautlösung zu erreichen. Das ist ganz falsch, und KiA/KiÄ sollten unbedingt davon abraten. Die Vorhautlösung ist ein reines Reifungsproblem, und nur der Arzt darf bei der Untersuchung des Genitale antesten, ob eine Vorhautverengung(Phimose) vorliegt oder eine Vorhautverklebung. Phimosen sollten ab dem 4. Lebensjahr korrigiert werden. Ob das die Ursache ist, weiß ich allerdings nicht. Sprechen Sie einmal mit seinem Vater darüber. Viele Grüße
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