Mitglied inaktiv
Hallo Hr. Dr. Posth Ich habe große Probleme mit meiner fast 4 Jahre alten Tochter. Seit mehr als 2 Monaten schreit sie jedesmal wie am Spieß wenn ich den Raum verlasse. Ich kann nicht mal in die Küche gehen ohne das sie weint und nach mir ruft. sie hat eine spastische Diplegie und kann noch nicht frei laufen. Ich sage ihr dann jedesmal das sie mir ja nachkrabbeln kann und gehe extra langsam aber sie schreit lieber und ich muß dann zurück zu ihr. Seit Sep.06 geht sie in den Kiga (Einzelintegration) da kann ich ohne Probleme weggehen. Auch wenn sie mit ihrem Papa spiel kann ich den Raum verlassen. Sind wir allein will sie immer in meiner Nähe sein. Ich vermute das sie jetzt den letzten Schritt der Loslösung geht ( bzw.ich hoffe es). Soll ich auf ihr weinen reagieren oder soll ich sie auch mal weinen lassen? Sie ist ein ehemaliges Frühchen(29 ssw und hatte es nicht einfach..bin daher etwas unsicher wie ich mich verhalten soll.
Hallo, auch ich würde das Verhalten Ihrer Tochter als beginnende Loslösung bezeichnen, denn sie verhält sich in diesem Moment wie ein Einjähriges. Solche emotionalen oder psychischen Entwicklungsverzögerungen habe ich schon häufig bei motorisch behinderten Kindern gesehen. Meines Wissens gibt es aber überhaupt keine Untersuchungen dazu. Ich denke, als Eltern sollte man sich jetzt genauso verhalten, wie man es bei einem gesunden Kind tät, nämlich der Anhänglichkeit Rechnung tragen und das Kind damit emotional noch einmal ganz stark absichern, damit die Loslösung angstfrei stattfinden kann. Los-oder Ablösungphänomene hat es bei Ihrer Tochter mit knapp 4 jahren zwar schon gegeben, aber diese basierten auf den Grundlagen der Erstazbezugsperson. Wenn es immer eine sanfte Ablösung gegeben hat, dürfte der Psyche Ihrer Tochter auch kein Schaden entstanden sein. Viele Grüße
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