Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Nachtrag-Entwicklung zum Einzelgänger v. 19.02. (1. Teil)

Frage: Nachtrag-Entwicklung zum Einzelgänger v. 19.02. (1. Teil)

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http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.php3?step=0&range=20&action=showMessage&message_id=29259&forum=155 Er ist Einzelkind, sensibles Baby, im 2. Lebensjahr hatten wir div. persönliche Probleme in der Familie. Kam alles auf einmal! Aufregung, Streß u. Streit hat er mitbekommen.Losläsung war nicht optimal.(u.a.Erzieherwechsel) Er ist nicht aggressiv, aber opossitioneller Charakter. Er kooperiert selten. Ohne ständiges Ermahnen, schimpfen u.(leider!) anschreien passiert nichts . Bekommt so viel negative Aufmerksamkeit. Was wäre die Alternative? Seine Art macht es uns nicht leicht. Er bekommt aber auch viel positive Aufmerksamkeit von uns. Unser Leben dreht sich fast nur um ihn. Er fordert auch ständig unsere Aufmerksamkeit (unterbricht Gespräche, wiederholt sich oft und eindringlich, will ständig mit uns spielen, will das wir ihn aus-bzw. anziehen, auf Toilette begleiten, Licht anmachen usw. Kann das aber alles allein. Jammert und weint viel, manchmal Baby-Verhalten.


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, jetzt mit den ergänzenden Angaben zur bisherigen Entwicklung Ihres Sohnes kann ich ihn schon besser einschätzen. Dach scheint es so zu sein, daß er eine erschwerte Loslösung (s.a. gezielter Suchlauf)durchlebt. Dabei wählt er im Wesentlichen den regressiven Weg, kommt aber in bestimmten Situationen mit aggressiven durchbrüchen heraus. Da sie es zu Hause - sicher unbewußt - so eingerichtet haben, daß er nur bei sehr energischer Ansprache reagiert, oder wie es dann meist der Fall ist, bei "Anschreien", braucht er auch in der Gemeinschaftseinrichtung, d.h. im Ki-ga immer eine "Extraeinladung". Da er bisher wenig Selbstvertrauen hat aufbauen können und ein sogenanntes unausgewogenes Selbst besitzt, fällt ihm die Einordnung in die Gruppe sehr schwer. Also hält er sich am Rande und wird zu Einzelgänger. So jedenfalls klingt die Interpretation der Verhaltensweisen Ihres Sohnes aus dem Blickwinkel der erweiterteten Bindungstheorie. Die Frage muß folglich nun lauten, wie kann er in seinem jetztigen Entwicklungsstadium noch ausreichend Selbstbewußtsein erlangen, damit er die bisherigen Defizite ausgleichen kann. Im gezielten Suchlauf unter "Selbsbewußtsein" gibt es dazu zahlreiche Hinweise. Am wichtigsten scheint mir zu sein, daß sich der Vater jetzt intensiv und liebevoll seiner annimmt, damit er die Loslösung voran treiben kann. Gleichzeit müssen alle schlecht ausfallenden Urteile über ihn (ngative Attibute) zu Hause wegfallen. Die regressiven Tendenzen mit Anklammern, Baby spielen und "Rumjammern" sollten mit viel Verständnis aber auch konsequenter Zurückweisung beantwortet werden, und zwar immer dann, wenn er den Bogen überspannt. Sie dürfen ihn dann auf seine Älter- und Größerwerden verpflichten, wenn sie ihm auf der anderen Seite alle Zuwendung und Förderung bieten, die er dazu von Ihnen braucht. Wenn Sie gar nicht mehr allein klar kommen, müssen Sie sich auch an eine Beratungsstelle für Erziehungsfragen wenden. Viele Grüße


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