Miri23
Hallo Herr Dr. Posth! Unsere Tochter ( 12 Monate ) hat jetzt zum ersten mal bei den Großeltern übernachtet. Sie hat zwar abends ein bißchen geweint, ist dann aber eingeschlafen. Seit dem möchte sie nicht mehr in ihr Bettchen. Weder Tagsüber noch Nachts. Sie klammert sich panisch an uns und weint ganz fürchterlich, wenn wir versuchen sie in ihr Bett zu legen. Vorher war das nie ein Problem. Jetzt lassen wir sie in unserem Bett einschlafen und legen sie dann in ihr Bett. Das kann aber auch mal ein/zwei Stunden dauern bis das möglich ist. Sie muss tief und fest schlafen, damit wir sie in ihr Bett legen können. Habe sie auch schon in ihr Bett gelegt und mich daneben. Hab sie gestreichelt und gesungen. Sie bleibt aber gar nicht liegen sondern versucht panisch aus dem Bett zukommen. Hat das was mit der Übernachtung zutun oder ist das eine Art des Fremdelns. Wie lange dauert so eine Phase und was können wir machen? Viele Grüße Miriam
Liebe Miriam, es ist durchaus anzunehmen, dass das jetzt gesteigerte Angstverhalten Ihrer Tochter beim Einschlafen ursächlich mit der Übernachtung bei der Großmutter zu tun hat. Die Fremdelphase des Säuglings ist jetzt vorüber und eigentlich beginnt das Entwicklungsstadium der Loslösung. Auf solche Irritationen in der Bindung, wie sie offenbar bei der Übernachtung bei der Großmutter zustande gekommen ist, reagiert ein Kind mit Regression und flüchtet sich immer in einen emotional früheren Zustand zurück. Das Schlafen im Elternbett ganz nah an der Bezugsperson ist eine solche Flucht zurück. Aber Regressionen dienen der Selbstheilung. Sie können davon ausgehen, dass dieses Nähebedrüfnis und die verstärkte Anhänglichkeit bald wieder vroüber sind, wenn Sie sie Ihrer Tochter jetzt erst einmal gewähren. Viele Grüße
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