Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, unser Sohn wird im April 3 Jahre. Vor kurzem haben wir mit dem Kiga begonnen, sind aber vorerst gescheitert. Ich habe den Fehler begangen, keine Eingliederung mit ihm zu machen. Ich ließ mich von seiner ersten Begeisterung (und von der Erzieherin) blenden und ging gleich. Bald wurde er angespannt und nach drei Wochen war völlig aus. Er weinte beim Abholen und beim Hinbringen und war anhänglicher denn je. Das machte ich zweimal mit. Dann habe ich ihn erstmal 3 Wochen daheim gelassen. Ruben war immer schon ein ruhiges und eher skeptisches Kind. Nicht schüchtern oder fremdelnd, skeptisch eben und er pickt sich die Menschen heraus, denen er vertraut. Mit diesen umgeben ist die Welt für ihn in Ordnung. Die Eingliederung hole ich nun nach (heute erster Tag). Die Erzieherin ist natürlich nicht sehr begeistert von meiner Anwesenheit. Wie lange soll ich nun bei ihm bleiben? Und wann ihn das erste Mal alleine lassen und wie lange? Vielen Dank für Ihre Hilfe! Raphaela
Liebe Raphaela, es war völlig richtig, wie Sie gehandelt haben, als Sie ihren Sohn noch einml aus dem Ki-ga herausgenommen haben. Damit haben Sie ihm auch sich selbst für später viel erspart. Auch wenn das nie messbar sein wird. Das Paradoxe ist, dass man die gesunde psyychische Entwicklung nie messen wird, weil sie eben nur normal ist. Hingegen werden pathologische Entwicklung rauf und runter gemessen. Auch wenn die Erziehrinnen nicht begeister sind, an der sanften Ablösung führt kein Weg dran vorbei. Sanfte Ablösung heißt aber, dass das Kind bestimmt, wann die Mutter gehen kann. Denn erst muss das Kind zu einer der Erzieherinnen eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut haben, dann kann es die Mutter bedenkenlos ziehen lassen. So ein Prozess kann auch einmal mehrere Wochen dauern. Wenn die Erzieherinnen aber bereitwillig mitmachen, geht es auch sehr viel schneller. Viele Grüße
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