Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Kindergarten mit 3 oder 4 Jahren

Frage: Kindergarten mit 3 oder 4 Jahren

caro220

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Guten Tag, Unser Sohn ist gerade 3 Jahre alt geworden. Er wird zu Hause betreut. Er ist normal entwickelt, aber er spricht noch wenig, versteht aber alles. Laut den Ärzten ist er ziemlich perfektionistisch, deshalb würde er nur die Wörter sagen, welche er auch richtig aussprechen kann. Sie glauben der Besuch eines Kindergartens könnte das Sprechen beschleunigen. Vom Verhalten her ist er schüchtern und ziemlich ängstlich. Auf dem Spizlplatz zieht er sich zurück wenn viele Kinder dort sind und beobachtet aus der Ferne. Wir besuchen zwei Mal wöchentlich eine Turngruppe. Bis vor kurzem ging er mit mir in die Turngruppe und jetzt ab 3 Jahren soll er alleine gehen. Das erste Mal ohne mich hat super geklappt. Er wurde dann ein paar Mal leicht geschubst und das nächste Mal wollte er nicht mehr hingehen. Er hat so schrecklich geweint, dass er fast keine Luft mehr bekam. Wir haben noch an zwei weiteren Tagen versucht, doch vergebens. Laut des Leiters der Turngruppe hätte es keinen Wert ihn zu drängen, da er panische Angst hätte. Ab August könnte er in den Kindergarten gehen, jedoch habe ich Bedenken. Ich habe Angst, dass er sich in einer grossen Gruppe nicht wohlfühlt, sich verschliesst und gar nicht mehr spricht. Alternative wäre ihn erst mit 4 Jahren in den Kindergarten zu geben und nächstes Jahr kleine Spielgruppen zu besuchen, um sich an Kinder zu gewöhnen. Was fänden sie besser?


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Ängstlichere Kinder brauchen sowohl genügend Zeit und Schutzräume für ihre Entwicklung, als auch die Möglichkeit, sich an andere Kinder zu gewöhnen. Aus dieser Konstellation ergäbe sich als beste Möglichkeit, jetzt eine kindgerechte Eingewöhnung stattfinden zu lassen. Gibt es einen besonderen Grund für diese strikte Haltung des KiGa die das ausschliesst? Ihn nach den bisherigen Erfahrungen dort "abzugeben" halte ich für keine gute Lösung. Andererseits merken die Kinder schon, dass sie dann anders sind, geschont werden usw., wodurch sie sich ausgeschlossen fühlen können. Ich würde das Gespräch mit dem KiGa suchen, auf die Problematik hinweisen und vielleicht auch fragen, wie diese sich eine Lösung vorstellen. Wenn es da keine Chance gibt (wäre eigentlich ungewöhnlich) und Sie die Möglichkeit zeitlich haben, würde ich sonst verschiedene Kontaktmöglichkeiten im nächsten Jahr suchen. Auf keine Fall "Augen zu und durch". Dr.Ludger Nohr


caro220

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Ich habe vergessen zu erwähnen, dass es bei uns im Kindergarten keine Eingewöhnung gibt. Die Kinder müssen ab dem ersten Tag sofort alleine hingehen, sowohl mit drei als auch mit vier Jahren. Ich würde mich auch über Erfahrungen anderer Eltern freuen.


caro220

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Vielen Dank für ihre schnelle und ausführliche Antwort. Wir wohnen im Ausland und hier ist man leider der Ansicht, dass Kinder ab 3 Jahren alt genug sind, sofort alleine ohne Eingewöhnung in den Kindergarten zu gehen. Darüber lässt sich leider auch hier nicht mit den Erziehern diskutieren, da sie es als normal empfinden, dass das Kind die ersten Tage und Wochen weint. Ich bin jedoch anderer Meinung. Ich denke, dass wir nächstes Jahr nutzen, damit mein Sohn viel Kontakt mit anderen Kindern knüpft und mit 4 Jahren dann bereit ist alleine in den Kindergarten zu gehen.


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