Stern1995
Sehr geehrte Frau Henkes, mein Sohn ist 2 Jahre und 7 Monate alt. Er ist fein und grobmotorisch sehr gut entwickelt und kräftig. Er hat einen sehr starken Bewegungs/Entdeckungsdrang. Die Sprache entwickelt sich zur Zeit, täglich kommen neue Wörter hinzu, aber nur vereinzelt Zwei Wort Sätze. Er kann Zahlen bis 20 und schon seit einigen Monaten das komplette ABC, außerdem kann er Formen/Farben bennenen. Bei allen möglichen Tagesaktivitäten und Übergängen kommt Widerstand. Der Widerstand äußert sich im auf den Boden setzen und sich "schwer" machen, um nicht mitmachen zu müssen. Ich gebe ihm Handlungsoptionen, die er noch nicht richtig zu verstehen scheint. Er möchte absolut alles selbstständig machen, hat einen großen und starken Willen. Alles muss entdeckt und erforscht werden. Die Kita Eingewöhnung verlief bis jetzt erfolglos, er möchte nicht im Gruppenraum bleiben und wenn die Tür aufgeht "flüchtet" er. Seine Autonomie Phase scheint aktuell in der Hochphase und ich frage mich, wie und wann es etwas einfacher wird und was ich tun kann, um das zu unterstützen. Inbesondere das nicht Mitlaufen/Mitmachen ist realtiv anstrengend. Er scheint insbesondere draußen ständig neue Reize zu suchen, aber scheint dann auch überreizt. Haben Sie Erfahrungen mit derartig lebendigen Kindern? Und was hat geholfen? Ich freue mich über Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen Laura
Guten Tag, Ihr Sohn ist tatsächlich gerade mitten in der Trotzphase. Er erprobt seinen Willen und will ihn durchsetzen, was für die Autonomieentwicklung von Bedeutung ist. Daneben ist es in dieser Phase jedoch auch wichtig, dass Ihr Sohn lernt, dass er seinen Willen nicht immer durchsetzen kann und Grenzen akzeptieren muss. Ihr Sohn ist frustriert, wenn er seinen Willen nicht bekommt und hat noch keine Frustrationstoleranz entwickeln können. Er benötigt dazu Ihre Unterstützung. Vermitteln Sie ihm, dass Sie Verständnis dafür haben, dass er alles selber machen möchte. Trösten Sie ihn, weil er frustriert ist, wenn das nicht geht. Zeigen Sie ihm aber auch, dass Sie ihm gewachsen sind und sich von seiner Weigerung mitzugehen nicht beeinflussen lassen. Handlungsoptionen kann Ihr Sohn in diesem Alter noch nicht verstehen. Er braucht Ihre klare und deutliche Vorgabe, die Sie umsetzen. Möglicherweise müssen Sie ihn in solchen Situationen noch eine Weile tragen. Mit Ihrer Unterstützung wird Ihr Sohn lernen, sich an Ihren Vorgaben und Regeln zu orientieren. Dann kann er den Widerstand aufgeben. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
Christine12345
Hallo :) Ich habe ein sehr ähnliches Problem mit meinem Sohn, 2 Jahre und 2 Monate. Er ist auch sehr intensiv in jede Richtung: starker Bewegungsdrang, will ständig Neues ausprobieren, trotzig, Probleme mit Übergängen, sehr intelligent... Und die Eingewöhnung in der Krabbelstube läuft schlecht (3. Monat Eingewöhnung). Darf ich fragen wie ihr da weitermacht? Braucht dein Sohn auch sehr viel Nähe? Liebe Grüße :)
Stern1995
Hey, falls du Lust hast können wir uns gerne mal austauschen :-) Wir machen tatsächlich garnicht mehr weiter für den Moment. Wir haben die Eingewöhnung abgebrochen und wollen in einem halben Jahr nochmal starten. Bei uns war aber auch das Problem dass die Kita meinen Sohn zunehmend als "zu intensiv und zeitaufwendig" abgestempelt hat und sich leider kaum Mühe gegeben hat wirklich auf seine Bedürfnisse einzugehen. Alles in Allem hat es für uns wenig Sinn gemacht für den Moment weiter zu machen :) Wir haben es ungefähr 2 Monate lang versucht. Meinem Sohn fällt es glaub ich manchmal schwer Nähe zuzulassen. Also nicht direkt Nähe würde ich sagen, ich glaube es liegt mehr an der Gruppengröße (laut, weil 20 Kinder) und eben ungewohnt. Welche Gruppengröße hat eure Krabbelstube? Liebe Grüße :)
Christine12345
Ma ja voll gerne :D Das ist ja interessant. Wir stehen aktuell vor dem selben Problem: die Pädagogin sagt er stört die Gruppe, er braucht zu lange um sich einzugewöhnen (offenbar geht das bei anderen in wenigen Tagen) und wir sollen erst nächstes Jahr einen neuen Versuch wagen. Und das obwohl mein Sohn nicht ungerne hingeht und Fortschritte macht. Mein Sohn ist auch sehr schnell überreizt. Ich muss mich wirklich sehr auf ihn einstellen zeitweise. Jede Kleinigkeit könnte zur Eskalation führen.. am ehesten funktioniert es momentan mit Ablenkung. Ich versuche ihn abzufangen bevor er überreizt ist. Nähe, tragen, oder ihm was Neues zeigen hilft da am ehesten. Oft ist er auch schnell überreizt wenn sein Vater und ich uns ihm gemeinsam widmen.. eine Bezugsperson alleine in heiklen Zeiten tut ihm meist besser kommt mir vor... Und das extreme Austesten ist auch ganz schlimm gerade. Er ist soooo neugierig, will alles wissen und verstehen, alles selber machen. Man versucht ihn eh einzubeziehen so gut es geht aber das funktioniert nicht immer.. War dein Kleiner auch ein eher schwieriges Baby? Meiner war auch immer ein schlechter Schläfer als Baby, viel Bauchweh, hat sich motorisch schnell entwickelt, früh gefremdelt und zeigt extreme Freude aber auch extreme Wut. Ich habe schon ein paar Mal die alten Posts von Dr. Posth gelesen. Mir war lange nicht bewusst, dass der längst schon verstorben ist. Ich glaube der wüsste wirklich wie man hinsichtlich Krabbelstube und Verhalten richtig mit den Kleinen umgeht. Voll schade... Liebe Grüße :D
Christine12345
Aja und bei uns sind es 10 Kinder in der Gruppe. 20 sind heftig.... kein Wunder dass das nicht klappt. Ich finde 10 schon viel zu viel. Gerade in der Anfangszeit...
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