Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kann das Verhalten unseres Sohnes mit der Taktilen Abwehr zu tun haben?

Frage: Kann das Verhalten unseres Sohnes mit der Taktilen Abwehr zu tun haben?

Nelsonspit

Beitrag melden

Hallo Herr Dr. Posth, wir haben jetzt den KiGa-Versuch abgebrochen und auf August 2012 verschoben http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=45943, wie Sie uns geraten haben. Wir dürfen (hat uns KiGa-Leitung angeboten) aber mehrmals der Woche auf das Aussengelände gehen und dort mitspielen (ich bleibe dabei). Ich hoffe, dass wir damit bis August 2012 weiter kommen. Ich habe jetzt durch Zufall den Begriff Taktile Abwehr endeckt. http://www.epilepsie-selbsthilfe.de/bayern/schweinfurt/date/SensorischeIntegr_.html Unser Sohn hat Auffälligkeiten beim Essen, er hat lange keine Lebensmittel oder andere klebrige Oberflächen angefasst, hatte große Angst beim Schaukeln / Wippen/Rutschen. Könnte es mit der Taktilen Abwehr zusammenhängen? Was macht man in diesem Fall? Wann erscheint Ihr 3. Buch??? Hatte den Hinweis schon in anderen Antworten gesehen! Ich freue mich schon, da ich die beiden anderen auch habe. Vielen Dank, Anna


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Stichwort: Wahrnehmungsstörungen Liebe Anna, taktile Abwehr gehört in den Bereich der wie auch immer zu verstehenenden Wahrnehmungsstörungen eines Kindes. Der Begriff Wahrnehmungsstörung beschreibt eine Auffälligkeit bei manchen Kindern, die mit dem Körpergefühl und der Beziehung des Körpers zu der Umwelt zusamenhängt. Es wird davon ausgegangen, dass die innere Welt des Körpers, also das Sich-selbst-erleben und die Beziehung des eigenen Körpers zur Umgebung nicht passgenau aufeinander abgestimmt sind. Die Kinder bewegen sich ungeschickt, schätzen den Raum nicht richtig ein, der sie umgibt, fallen häufiger als gewöhnlich, klettern ungern und haben sofort Angst, wenn sie den Erdboden verlassen. Sie stoßen sich an allen Ecken, greifen ungeschickt, mögen keine Drehbewegungen, vermeiden es, unangenehme Berührungen auszführen, also fassen viele Dinge nicht gerne an, lassen sich auch nicht gerne berühren u.v.m. Eine Grenze zum Normalverhalten gibt es nicht, denn alles das, was als potenzielle Störung angesehen wird, gibt es auch im Rahmen des Normalverhaltens, nur eben nicht so stark. Störungen der Sinnen a,lso des Hörens (auditive Wahrnehmungsstörung) und des Sehens (visuelle Wahrnehmungsstörung) müssen ausgeschlossen oder zumindest abgegrenzt werden. Rein sensorische Wahrnehmungsstörung, also Körperfühlstörung ist ebenfalls ein Sonderkapitel. Riechen und Schmecken kann man nicht testen, da beides völlig subjektiv ist. Überhaupt ist die Subjektivität der Wahrnehmung die Begrenzung für ihre Testung. Es gibt Neurologen, die zweifeln alle diese Messungen an. Schließlich gilt es immer zu beurteilen, ob das Kind in seiner Entwicklung und in seiner Lebensbewältigung durch diese Wahrnehmungsstörung tatsächlich beeinträchtigt ist oder nicht. Bei der auditiven Wahrnehmungsstörung geht es noch am besten, weil diese Kinder Sprachentwicklungsprobleme haben. die visuelle Wahrnehmungsstörung lässt sich ganz gut testen z.B. durch den Frostig Wahrnehnmungstest. Die Therapie hierzu fällt in den Bereich der Ergotherapie oder der Logopädie. Bei visuellen Problemen helfen gezielte Übungen. Spätestens für die Schule ist so etwas natürlich wichtig. Die Lösung mit dem Ki-ga ist so zu befürworten. Dass der Kontakt nicht ganz abreißt, ist gut. Mein 3. Buch ist in Arbeit, aber ich bin ziemlich viel beschäftigt, und da ich alles selber mache, eben auch die Praxis, wird es noch bis zum nächsten Jahr dauern. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Frau Henkes, Unsere Tochter 4 Jahre hat schon länger das Verhalten, dass sie mir als Mama gegenüber aggressiv ist, sobald sie von Oma und Opa (Schwiegereltern) wieder runter kommt. Wir wohnen im selben Haus. Sie kommt runter, bei Papa ist sie zum Beispiel das bravste Kind, aber sobald sie mich sieht, oder ich dann mit ihr alleine bin, ...

Liebe Frau Henkes! Habe zwei Fragen zum Verhalten von einem knapp 6 jährigen Kind und bitte um Inputs! Meine Tochter beobachtet andere Menschen oft, und zwar steht sie dann mit offenem Mund da, und kippt total ins Gegenüber, weg von sich selbst. Je lauter und auffälliger sich jemand verhält, desto mehr schaut sie hin und vergisst dabei dann völlig ...

Guten Morgen Frau Dr. Henkes,  ich bin Mama eines 2 Jahre und 2 Monate alten Jungen und mache mir momentan einige Sorgen um seine Entwicklung. Er hatte beidseitige Paukenergüsse, die vermutlich über längere Zeit bestanden. Diese scheinen mittlerweile abgeheilt zu sein – laut Pädaudiologin und HNO hört er aktuell wieder gut, auf einem Ohr war ...

Hallo, mein Kind ist 5,5 Jahre alt und seit genau 2 Wochen geht sie plötzlich super ungerne zur Kita. Sie schreit dort so, dass ich sie schon 2 mal abholen musste. Grund dafür ist nur, dass sie nachhause will sagt sie. Desweiteren sagt sie seit dem ständig dass ihr etwas weh tut. Der Kopf, der Bauch, der Fuß, die Nase, der Zahn etc. Das geht durch ...

Hallo, vielen Dank, dass wir uns an Sie wenden können! Aktuell weiß ich wirklich nicht mehr weiter. Unser Sohn ist 4, geht seit einem Jahr in den Kindergarten und ist dort sehr glücklich! Er ist weit für sein Alter was Sprache etc angeht und ist bei vielen schon sehr selbstständig. Er ist ein sehr willensstarkes, phantasievolles Kind und wir ...

Guten Abend, wir machen uns aktuell Sorgen um unsere Tochter (2 1/2 Jahre alt). Zum einen fremdelt sie ganz plötzlich...da hatten wir eigentlich noch nie so doll Probleme mit. Aber letzte Woche wollte sie z.B. nichtmal bei meiner Mutter ins Haus rein...sie wollte nur auf meinen Arm und hat weder auf Oma noch auf Opa reagiert. Obwohl sie da h ...

Guten Tag! Under Sohn (5,5 Jahre alt) war immer in sehr gesprächiges,  aufgedrehtes und fröhliches Kind.  Seit ungefähr 1 Monat ist aber auffällig, dass er zwar zu Hauee noch immer so ist wie oben beschrieben,  aber auswärts ganz ruhig und zurückgezogen wurde. ZB bei den Großeltern, die er 1-2 mal pro Woche Seit Geburt sieht, also sehr gut v ...

Liebe Frau Henkes Wir hatten gestern ein Gespräch in der Kita und ich habe am Abend zufällig einen Beitrag über PDA-Kinder gesehen. Ich erkenne einige Muster bei meiner Tochter und mache mir nun grosse Sorgen. Wir haben immer Mühe mit Anziehen (sie rennt weg oder fängt an etwas anderes zu tun), Zähneputzen und Frühstücken. Man muss sie immer ...

Sehr geehrte Frau Henkes, erst einmal danke für Ihre Arbeit in diesem Forum. Ich sorge mich um meine beiden Töchter (fünfeinhalb Jahre alt und 13 Monate alt). Meine große Tochter hatte schon immer einen starken Willen und ihren eigenen Kopf. 4 Jahre lang war sie Einzelkind, seit ihre Schwester auf der Welt ist, ist es nochmal anstrengend ...

Guten Tag Frau Henkes,  unser Sohn, knapp 5,5 Jahre alt, zeigt derzeit folgendes Verhalten: Er hat sich vor Kurzem sehr für Vulkane interessiert und alles mögliche an Wissen darüber gesammelt. Dieses verursacht ihm nun leider die Angst vor einem Ausbruch bei uns zu Hause oder auch in der Kita. Er traut sich nicht mehr alleine in einen anderen Raum ...