Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, gleich im Anschluss an meine erste Frage, hier noch eine zur Induktion, die mich brennend interessiert: Mein Sohn (20 Monate) ist eigentlich ein eher "sanftes" Kind, geht also mit anderen eher behutsam und vorsichtig um (selten einmal schlagen, kratzen o.ä. wie man es sonst bei Kindern in diesem Alter beobachten kann). (Weiss natürlich nicht, ob das eher gut zu werten ist, oder ob Kinder in diesem Alter das andere einfach tun "müssen" - Er hatte jedoch noch nie Schwierigkeiten auf andere zuzugehen, ist sehr kontaktfreudig und hat viel Kontakt zu anderen Kindern) Bei den wenigen Malen, bei denen er zu uns etwas "grob" war sind wir dann wie von Ihnen beschrieben vorgegangen. Seine Reaktion zu Anfang - erstauntes Gucken, dann "Mitweinen" mittlerweile kommt er gleich auf den Schoss und versucht zu "trösten" (steichelt). Dieses Verhalten funktioniert jedoch nur bei uns. Bei den wenigen Situationen, in denen es ein anderes Kind traf reagierte er nicht wie oben,
Stichwort: Gewissen Hallo, Sie haben vollkommen Recht. Es gibt Kinder mit einem eher sanften Gemüt und sagen wir Hitzköpfe. Zu der ersten "Sorte" scheint Ihr Sohn zu zählen, was man sicher positiv zu werten hat. Solche Kinder zeigen relativ wenig aggressive Elemente in ihrer Selbstverteidigung. Man sollte es nicht versuchen, diese Kinder auf Aggressivität zu trimmen, wie es manche Eltern meinen. Diese Kinder finden bei gesundem Selbstbewußtsein andere Wege, mit ihren Altersgenossen klar zu kommen. Die Geschichte mit der Induktion klappt tatsächlich erst einmal nur mit den eigenen Eltern, und zwar wegen der bestehenden Bindungen. Gerade dafür ist die Bindung an Mutter und Vater so wichtig. Empathie ist in diesem ALter eben nur möglich im unmittelbaren Erleben mit einer Bezugsperson. Das sollte man vielleicht noch einmal deutlich zum Ausdruck bringen. Die Übertragung dieses Verhaltens auf andere Kinder und eines Tages auf alle Menschen setzt zwei entscheidend wichtige Entwicklungsschritte voraus: erstens die Erkenntnis einer allen Menschen persönliche eigenen Wirklichkeitssicht (Theorie of Mind) und zweitens die Ausbildung eines Gewissens. Beide Schritte kommen in der Regel erst nach dem 4. Geburtstag zustande. Das ist für meine Begriffe das spannenste Thema im menschlichen Leben überhaupt, die Ausbildung des Gewissens und schließlich der Vernunft. Das Gewissen ist meiner Auffassung nach das "Ziel" aller Gefühlsentwicklung im Menschen mit der Fähigkeit zum Mitleid und zur Verzeihung, aber auch mit der Empfindung von Schuld und einer zukünftigen Unterlassung und Wiedergutmachung. Bei der Vernunft kommt noch das verstandesmäßige Element und das präventive oder vermeidende Verhalten dazu. Gewissen und Vernunft entspringen der gesunden psychosozialen Entwicklung des Menschen und nehmen im weiteren Lebensverlauf die kulturell bedingten Werte in sich auf. In meinem Buch "Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen" zeige ich die emotionalen Schritte und psychosozialen Wege dahin detailliert auf. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
sondern wendet sich ab. Nicht alle Kinder weinen dann aber auch gleich - vielleicht liegt es daran??? Wann kann er das "Trösten" auch bei anderen umsetzen, bzw. wie bringt man das bei? Wie gehen wir am Besten weiter vor? Und ist es okay, dass Kinder in diesem Alter einfach "sanfter" sind - auch Spielzeug "wegnehmen" kenne ich bei ihm kaum - meistens gibt er anderen etwas ab... Vielen herzlichen Dank nochmal und viele Grüße!
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