Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

"Hysterische" Reaktion, wenn es nicht nach seinem "Willen" geht?

Frage: "Hysterische" Reaktion, wenn es nicht nach seinem "Willen" geht?

EmilsMami

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Hallo Hr. Dr. Posth, ich wende mich wegen meinem 13 Monate altem Sohn an Sie. Wir haben zur Zeit das Problem, dass er extrem reagiert, sobald etwas von ihm nicht erwünschtes eintritt (Beispiel: das Fenster steht offen und wir schließen es, obwohl er grad noch rausschauen will, oder er will an der Mülleimer und wir schließen den Deckel oder er das Bücherregal ausräumen will und ich ihn dann wegnehme). Manche Sachen müssen halt erledigt werden. Er fängt dann ganz panisch an zu schreien und zu weinen, lässt sich auf den Boden fallen und ist ganz außer sich. Wir reden dann beruhigend auf ihn ein und lenken ihn z.B. mit einem Spielzeug ab. Wie reagieren wir bei solchen Situationen richtig?Ist sein Verhalten "normal"?Warum reagiert er so? Ansonsten wird er noch gestillt, schläft im Familienbett, wurde nie schreien gelassen, fremdelt stark und ist von Geburt an eher ängstlich und sehr aufmerksamkeits- und liebebedürftig :). Vielen Dank schonmal und liebe Grüße.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, Ihr Sohn ist jetzt gut 1 Jahr alt und entdeckt und versteht seinen Willen. Der Wille strebt nach einem Erreichen des Gewollten. Dadurch fühlt sich ein Kind (eigentlich jeder Mensch) gut und speichert positive Gefühle ab. Wird es aber an dem Umsetzen seines Willens gehindert, gibt es Protest, und es entstehen negative Gefühle in seinem Inneren. Die möchte eine Kind vermeiden. Also wehrt es sich, wenn nötig mit Händen und Füßen. Und je mehr negative Gefühle ein Kind schon in sich sammeln musste, desto weniger verträgt es davon und wehrt sich immer heftiger. Wie stark dieser Protest bei einem Kleinkind ausfällt, das hat auch etwas mit Veranlagungen zu tun. Es gibt unverträglich veranlagte Kinder, die sich kaum etwas gefallen lassen. Denen hilft tatsächlich nur Ablenkung und Ausrichtung des Aufmerksamkeitsfokus auf etwas anderes, Attraktives. Die sanftmütigen Geister sind dagegen in diesem Punkt recht umgänglich. Um Konflikte zu vermeiden, räumt man für eine längere Zeit seine Wohnung um, und hilft sich damit letztlich auch selbst. Falsch ist es jetzt schon starre "Grenzen zu setzen" und ein Regelkonzept versteht das Kleinkind anfangs noch nicht. Jede elterliche Reaktion muss aus dem Augenblick geboren werden. Da aber die Konfliktbereiche bekannt sind, kann man sich schon vorher eine Strategie ausdenken, was im Falle von x oder y am besten zu tun ist. Viele Grüße


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