Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/Trotz_49524.htm

Frage: http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/Trotz_49524.htm

Cahuita

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Lieber Herr Posth Vielen Dank! 1Loslösung geht gut voran und agressiv ist sein Trotzverhalten eigentlich nicht. Ich kenne Kinder welche gar nicht trotzen, spricht das also für super Loslösung? Was gehört in den "normalen Bereich"? so 1 Trotzanfall im Durchschnitt pro Tag? 2. Beim Besuch ists so, dass er zuerst sehr schüchtern ist und wenn er dann "auftaut" und der Besuch was Lustiges mit ihm spielt, kommt er auf so Gedanken wie Sachen rumschmeissen. Wie wirken wir dem entgegen? Belohungssystem? 3.Der Kleine ist jetzt 5 Monate und ist fast immer stark in Bewegung, auch wenn ich ihn trage. Er ist sehr interessiert und schläft insgesamt nur ca. 13 -13.5 Stunden. Ist das ein Zeichen für später ein sehr aktives Kleinkind? 4. Wegen dem stillen - dürfte ich Ihnen einen link angeben von Biggi Welter warum Stillkinder kein Wasser brauchen? Wenn ich nur alle 3 h stillen würde, hätte ich oft ein schreiendes Baby im Arm, da er ja keinen Schnuller will.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, alles nicht ganz leicht zu beantworten, aber sehr wichtig. Also der Rückschluss auf eine Super-Loslösung bei Kindern, die gar nicht trotzen, stimmt sicher nicht. Trotzen ist ein dynamisches Merkmal der Selbstfindung, und das Selbst eines Menschen kann nur in der Auseinandersetzung mit seinen Mitmenschen, insbesondere seinen Bindungs- und Bezugspersonen erfolgen. Also ein bissche trotzen ist absolut notwendig. Wenn nu ein Kind gar nicht trotzt, dann stimmt auch etwas nicht oder es ist so temperamentsarm, dass es sich kaum aufregen lässt. Wie oft ein Kind am Tag trotzt, hängt nun viel damit zusammen, wieviel Widerstand die Eltern diesem Kind entgegensetzen. Kinder werden schnell übermütig. Sie haben noch kein Maß von dem, was erwünschtes Verhalten ist und was als übertrieben und unangemssen gilt. wieder ist es eine Frage des Temperaments, wie schnell sie über die Stränge schlagen. Als Erwachsener kann man das freundlich und sanft begrenzen. Und auch die nächste Frage hat mit dem Temperament zu tun. Ausgesprochen lebhafte Säuglinge werden auch eher lebhafte Kinder, insbesondere wenn man ihnen auch den Spielraum lässt. Den link von Biggi Welter können Sie mir gerne geben. Es ist mir aber bewusst, dass ein gestillten Kind nicht unbedingt Wasser braucht. Das haben Sie vielleicht falsch verstanden. Aber das Gewöhnen an Wasser oder Tee ist hilfreich zur Regulation des Saugbedürfnisses ganz allgemein. Und es könnte gut sein, dass Sie das später brauchen. Wenn ein Säugling ständig an die Brust möchte obwohl er satt ist (das Gewicht ist immer der objektive Beweis), dann braucht er nicht immer Nahrung. Er benötigt Befriedigung für sein Saugbedürfnis, und wenn eine Mutter das aushält, körperlich wie psychisch, dann ist das in Ordnung. Mich erreichen aber viele Mails, da sind die Frauen erschöpft und verzweifelt und ihre Brustwarzen haben stark gelitten. Dafür muss es Möglichkeiten geben. Viele Grüße


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