karo09
Lieber Dr Posth, mein Mann ist nun seit 2,5 Wo zu Hause. Der Kleine 9 Monate ist total im Glück. Ich bin wenn er den Papa sieht ziemlich abgeschrieben. Wenn ich das Zimmer betrete begrüßt er mich nur selten (manchmal lenkt ihn mein Mann aber auch extra ab, damit er nicht zu mir kommt). Mein Mann ist sehr viel alleine Unterwegs. Wenn er geht krabbelt der Kleine ihm nach und weint. Er ist motorisch sehr weit. Krabbelt sei 6 Wo und läuft überall entlang. Auch wenn man etw versteckt sucht er danach. Versuche ihn nicht alleine weinen zu lassen er ist aber sehr sensibel und weint viel. Kommt Nachts alle 2 Stunden (max). Schläft mit mir, Vater im anderen Zimmer. Essen ist meins, Wickeln tut Vater öfter. Kann das schon eine Frühe LL sein oder ist die Bindung zu mir schlecht? Versuche Allles für ihn zu tun. Aber manchmal weint er trotzdem verzweifelt auch mit Ablenkung und auf dem Arm. Habe selbst schlechte Bindung gehabt und wünsche ihm sehr bessere Voraussetzungen! Vielen Dank LG
Stichwort: Bindungssicherheit Hallo, wenn die Mutter die Hauptbezugsperson ist, dann ist der Vater zunächst einmal Ersatzbezugsperson und wird zum Leidwesen vieler Männer dann auch so behandelt. Aber gegen Ende des 1.Lebensjahres wendet sich das Blatt automatisch sofern der Vater sich ausreichend einbringt. Und dann kann er auf einmal ein echter Favorit seines Kindes werden. Die Mutter sollte das eigentlich begrüßen können, was aber voraussetzt, dass sie die Zusammenhänge versteht. Denn sie darf sich dann nicht abgelehnt fühlen. Im Vater erlebt das Kleinkind ja dann das Vorbild zur Selbstständigkeit und dazu gehört auch selbstständig festzulegen, wer gerade von den Bezugspersonen besonders gefragt ist und wer nicht. Es gibt auch ältere Säulinge und Kleinkinder, die aufgrund von spontaner Sympathie plötzlich Hinwendung zu einer weitgehend fremden Person zeigen. Das irrtiert dann Mutter und Vater gemeinsam. Aber auch das ist kein Zeichen einer unsicheren Bindung. Viele Grüße
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