Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, meine Tochter (6,5 Monate) ist in der grobmotorischen Entwicklung zurück. Sie versteht noch nicht, dass sie die Arme zum Abstützen oder Bewegen ihres Körpers verwenden kann. Sie greift sehr gut und spielt auch auf dem Bauch, dabei stützt sie sich auf die Unterarme wenn sie an Spielzeug oder ihren Händen kaut. Sie drückt sich kaum mit den Händen ab. Am liebsten liegt sie auf dem Rücken, manchmal dreht sie sich auf die Seite. Sie hat sich ein paar unnatürliche Bewegungen angewöhnt, z.B. kann sie ihren Kopf in Rückenlage sehr lang heben. Seit ein paar Tagen erzielen wir Fortschritte mit dem Abstützen auf den Händen: Sie macht es kurz um aus der Bauch- in die Rückenlage zu kommen. Kann ich auf der Basis weiter mit ihr üben oder sollte ich sie besser gleich einem Krankengymnasten vorstellen? (bei der U5 viel auf, dass sie sich nicht gut genug mit den Armen abstützt, ich habe erst später begriffen, dass das Problem "intellektueller" Natur ist). Danke, Linda
Liebe Linda, das Problem ist, da muss ich Sie enttäuschen, keineswegs intellektueller Natur. Denn kein Säugling handelt aus irgendeiner Vorstellung oder Handlungsplanung heraus, sondern rein motivational auf der Basis ihm vorgebener Reflexe und Koordinationsmuster. Die aber laufen nach einem genetisch vorgebenen Programm ab. Die Motive, etwas zu tun, ergeben sich aus der natürlichen Neugier und aus einer Bedürfnislage. Das Abstützen mit gestreckten Armen z.B. ergibt sich aus dem sogenannten Schaltenbrandt-Reflex und dient der Vorbereitung auf das Krabbeln, bei dem das Gesicht geschützt werden muss. Ab etwa 6 Monate beginnt diese Reaktion. Bei der Vorsorge-Untersuchung U6 wird diese Funktion geprüft. Und das Anheben des Kopfes aus der Rückenlage dient dem Beginn des Drehens und der Aufrichtung des Körpers. Also alles völlig normale und gesunde Entwicklungsschritte. Viele Grüße
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