Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, unsere 5jährige Tochter war bis vor ca. einem halben Jahr ein eher schüchternes, zurückhaltendes u. anhängliches Kind. Mittlerweile hat sich das vor allem Frauen gegenüber sehr geändert. Selbst wenn sie eine Person erst kurze Zeit kennt, beginnt sie schon mit ihr zu kuscheln u. sie vollkommen zu vereinnahmen, nennt sie "Mama". Auch mit ihren Erzieherinnen schmust sie sehr gerne. Vor 2 Wochen hat sie zum 1. Mal bei ihrer Freundin übernachtet, ohne Probleme. Vorher hat sie noch nie ohne einen von uns woanders geschlafen, weil wir warten wollten bis sie den Wunsch selbst äußert. Wir haben in der Vergangenheit versucht alles für eine sichere Bindung zu tun (nie schreien lassen, sanfte Eingewöhnung in den Kiga, viel Nähe gegeben, Loslösung über den Vater etc.). Nun frage ich mich, ob ihr nun sehr viel offenerer Umgang mit "Fremden" einem gewachsenen Selbstbewusstsein zuzuordnen ist o. viell. mit der Geburt der Schwester vor 5 Mon. zu tun haben könnte? Gruß, Ulrike
Liebe Ulrike, wenn sie den Eindruck haben, dass dieser Entwicklungsprung bei ihrer älteren Tochter zeitlich mit der Geburt der Schwester zusammenpasst, dann wird es auch etwas damit zu tun haben. Sicher gebundene Kinder empfinden das neugeborene Kind wenigstens in diesem Alter nicht mehr so sehr als Konkurrenten. Im Gegenteil, sie fühlen sich herausgefordert, ihrerseits einen Entwicklngssprung zu tun. Allerdings schreiben Sie nichts über die bisherige Loslösung der älteren Tochter, so dass alle Interpretation ein bisschen spekulativ bleibt. Wenn es jetzt aber gut läuft, haben Sie ja auch keinen Grund, etwas zu unternehmen. Viele Grüße
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