Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, unser Sohn ist jetzt 3,5 Jahre alt und seit ungefähr einem Jahr ohne Windel, weil er in den Kindergarten kam. Teilweise ist er tagelang verlässlich trocken, an anderen Tagen muss er sich bis zu fünf Mal umziehen. Im Nachhinein denke ich, man hätte ihn einfach noch zu Hause und mit Windel laufen lassen müssen, bis er von selber die Windel ablehnt. Da das Einnässen derzeit aber wieder ganz extrem ist, fragen wir uns, ob es Sinn macht, unseren Sohn doch wieder mit Windel laufen zu lassen - andererseits ist das für ihn nicht auch frustrierend? Mit dem KiGa ließe sich sicherlich eine Lösugn mit Trainers-Höschen finden... Sohni geht regelmäßig und häufig zur Toilette, ggf. schicken wir ihn auch. Oft zeigt sich dann massiver Widerstand, weil wir ihn aus dem Spiel herausholen; andererseits wenn er sich umziehen muss, brüllt er auch immer wie verrückt und würde lieber nass weiterspielen. Stuhlgang geht verlässlich ins WC Was würden Sie uns raten? Gruß Fee
Hallo, mit Sicherheit war es der falsche Schritt, auf den Druck des Ki-gas zu reagieren und Ihrem Sohn noch vor der nötigen inneren Reife die Windel wegzulassen. Nun sind natürlich die Stellschrauben im Gehirn nicht mehr aufeinander abgestimmt und mal bringt Ihr Sohn die nötige Selbstkontrolle und mal lehnt er sie ab. Das hat dann etwas mit fehlender sozialer Reife zu tun. In solchen Fällen hat sich der Schritt einer "induzierten Regression" bewährt, d.h. tatsächlich dem Kinder wieder Windelhöschen anzuziehen, weil das Gewickeltwerden inzwischen abgelehnt wird. Windelhöschen also nicht nur im Ki-ga sondern auch zu Hause. Ihr Sohn wird dann von sich aus kommen, um umgezogen zu werden, aber er hat wenigtens keine nasse Wäsche und auch die mit dem Einnässen verbundene Schande wird ihm erpart. Dann kann er in aller Ruhe sich innerlich reorganisieren und die nötigen Reife entwickeln. Er wird dann von sich aus sagen, wann er auch das Windelhöschen nicht mehr braucht. Viele Grüße
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