Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Doch unsicher-ambivalent gebunden?

Frage: Doch unsicher-ambivalent gebunden?

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Hr. Dr. Posth! Unsere Tochter (15 Mo) wurde 11 Mo von mir, 3 Mo von meinem Mann betreut (völlig problemlos).Nun arbeiten wir beide wieder, ich 70, mein Mann 50% und wechseln uns ab bei der Betreuung (nie fremdbetreut). Wir sind beide immer absolut zuverlässig, geben ihr viel Liebe+Geborgenheit, sie schläft im Familienbett (in der Mitte). Sie hat kaum gefremdelt, zeigte bis kurz vor ihrem 1. Geburtstag ein sicheres Bindungsverhalten. Mit etwa 12 Mo fing sie mir gegenüber an sehr anhänglich zu werden. Sie will nachts immer auf meinem Arm schlafen, ist sehr verschmust, schreit wenn ich das Zimmer verlasse. Wenn ich von der Arbeit komme begrüßt sie mich immer sehr freudig, will sofort auf den Arm. Ich habe bereits in der Schwangerschaft K. Großmann gelesen und vor einigen Monaten ihr Buch und habe immer geglaubt zu wissen, wie ich mich verhalten muss, dass unsere Tochter sicher gebunden ist. Sie schreiben stark anhängliche Kinder seien sich ihrer Bindung nicht sicher.Mache mir Sorgen


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Hallo, was Sie von Ihrer Tochter an Verhaltensweisen beschreiben, entspricht zunächst einmal völlig den altersgemäßen Entwicklungsschritten. Die verstärkte Anhänglichkeit am Anfang der Loslösungsphase ist kein Zeichen von unsicheren Bindungsverhältnisssen, sondern allein ein Zeichen von wachsendem kindlichen Bewusstsein, was Trennungsvorgänge angeht. Ich bringe hierzu immer gerne das Bild vom Umsteigen eines Menschen zwischen zwei Ruderbooten mitten auf dem Wasser. Die Boote schwanken manchmal dermaßen, dass es schon eine Kunst ist, trockenen Fußes die Boote zu wechseln. so ergeht es auch dem Kind, dass sich dann in Momenten großer Unsicherheit an die Mutter klammert. Aber nun kommt eine große Schwierigkeit auf Ihre Tochter zu, über die weder Frau Grossmann, noch ich oder irgendein anderer heutzutage genau weiß, wie sich das alles auf die Kleinkinder auswirkt: die frühe Fremdbetreuung. Sie müssen ja jetzt eine Fremdbetreuung haben, den Ihr Mann ist ja auch nicht ständig zu Hause. Tagesmutter? Kinderkrippe? Oder kann die Großmutter einspringen? Auf jeden Fall wird es nun schwierig für ihre Tochter, und es hängst entscheidend davon ab, dass die "fremd"betreuende Person den Status einer Ersatzbezugsperson erwerben kann. Sie können mir ja gerne noch einmal schreiben. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Nie schreien gelassen.LL lief gut.Vater soll oft einschlafbegleiten. 2 Wo. Eingewöhnung hinter uns. Betreuungl (4:11), sanfte Eingew.+individuelle Behandlung jedes Ki..Tag 1-3 je 2 Std. da. T. die ersten 10 Minuten schüchtern. Wollte bei mir bleiben.Dann offener,spielte mit Spielsa.. Schaute aber öfters nach mir.Nach einiger Zeit ließ sie sich von ...

Lieber Dr. Posth, unser Sohn ist 3 Jahre. Wurde nie fremdbetreut, nie schreien gelassen, engagierter Vater, Familienbett. Lange Neonatalzeit (29. SSW geboren). Keine Hirnschäden, wir waren täglich die gesamte Besuchszeit bei ihm und ich bekam 2 Moante ein Mutter-Kind-Zi mit ihm. Er hat keine Behinderungen. Er ist in Gesellschaft total unsiche ...

Sohn (21,5 Mon) hat Kennz. einer vermeid.unsicheren Bindung. Vor 4 Wo haben wir mit der Eingew./Krabbelstube begonnen. Ich habe mich im Vorfeld leider nicht mit dem Thema Eingewöhnung auseinandergesetzt und musste jetzt feststellen, dass das ein fataler Fehler war. Ich war 3 Tg da, am 4.Tg.0,5 Std weg - als ich zurückkam zeigte er mir begeisternd e ...

S.g.Dr.Posth! Habe Frage zum Verhalten unserer Tochter, 15 Monate alt. Ich habe sie nach den Empfehlungen dieses Forums erzogen, bin mir aber trotz allem nicht sicher, ob eine Sichere Bindung zustande kam. Vieles spricht dafür, aber manche verhaltensweisen geben mir Rätsel auf. So zB ist sie noch immer sehr anhänglich, will nicht recht zu Papa. Wen ...

Sohn (13M) als Baby Neugeborenes wenig geweint, wollte nur wenig Körpernähe, spät Blickkontakt. Sucht bis heute nicht viel körperliche Nähe außer nachts. Noch gestillt und Familienbett, nie schreien gelassen. Ab 5. Monat teilweise stark gefremdelt, mittlerweile anfangs skeptischer Blick, dann kontaktfreudig. In neuen Situationen erstmal in meiner ...

Guten Morgen ! Unser Sohn ist knapp 13 Monate alt. Es geht nicht mal um das Verlassen des Zimmers, meist reicht es schon, wenn ich mich nur 5m wegbewege um was zu trinken oder so u er weint schon.  Er möchte auch ganz viel getragen werdenund zwischendurch Brust nuckeln. Wenn das nicht geht, weint er bitterlichst, selbst wenn ich dabei ber ...

Sehr geehrte Frau Henkes, ich mache mir Sorgen um die Bindung zwischen meiner 10 Monate alten Tochter und mir.  Schon im Krankenhaus hat meine Tochter mit mir keinen Blickkontakt aufgenommen, dafür aber mit dem Papa, der sie anfangs allein mit dem Fläschen fütterte, da ich Stillprobleme hatte. Noch lange Zeit danach hat sie nur den Papa ange ...

Guten Tag, momentan befindet sich meine Tochter (21. Monate)  in der Eingewöhnung (Berliner Modell). Die ersten beiden Tage hat sie sich quasi direkt auf die Erzieherinnen eingelassen und eine Stunde gespielt+ sich nicht für mich interessiert (auch nicht wirklich geschaut); am Ende konnte ich sie zumindest ohne Protest nehmen und gehen. Am d ...

Sehr geehrte Frau Henkes, im Entwicklungsgespräch im Kindergarten hat die Erzieherin unserer Tochter (5 Jahre) erzählt, dass sie im Kindergarten sehr stark auf Erwachsene fixiert sei und nicht so leicht mit anderen Kindern ins Spiel finde. Zudem sei sie sehr darauf bedacht, den Erwachsenen "zu gefallen" und benötige viel Lob. Das sei überraschend ...

Guten Tag Frau Henkes, danke nochmals für die Möglichkeit hier Fragen zu stellen, mir hilft es jedes Mal sehr. Es geht wieder um meine Tochter, die mittlerweile fast 4 Jahre alt ist. Sie hat sich in den letzten 4-5 Monaten wieder sehr verändert, generell hat sie immer zwischendurch bessere und "schlechtere" Phasen, was mich immer sehr veruns ...