Sehr geehrte Frau Henkes! Meine Tochter ist neun Jahre alt und war bis zum Schuleintritt ein sehr offenes und kontaktfreudiges Kind. Sie ist aktiv auf andere Kinder zugegangen und konnte gut damit umgehen, wenn jemand nicht spielen wollte. Seit der Einschulung hat sich ihr Verhalten jedoch deutlich verändert. Sie wirkt im sozialen Kontakt (mit Dritten im Schulumfeld) unsicher und zurückhaltend. In ihrer Klasse hat sie eine feste Freundin, an der sie sehr hängt, sagt aber gleichzeitig, dass alle Mädchen ihre Freundinnen seien, obwohl kaum Kontakt zu den anderen besteht. In Situationen außerhalb der Schule, wenn Klassenkameraden in der Nähe sind, z. B. auf dem Spielplatz, reagiert sie teilweise wie erstarrt, selbst wenn andere Kinder sie freundlich ansprechen. Wenn sie sich jedoch mit ihrer Freundin bei uns zu Hause verabredet, spielt sie ganz normal, ist lebendig und wirkt so wie früher. Auch in der Schule selbst wirkt sie auf mich sehr angepasst, ruhig und fast „automatisiert“, während sie zu Hause lebendig und unverändert wirkt. Dieses Verhalten habe ich auch der Lehrerin geschildert; sie sagte daraufhin, dass meine Tochter im Klassenverband wunderbar zurechtkommt. Ich frage mich, woran diese Veränderung liegen könnte und ob es sich um eine normale Entwicklungsphase handelt oder ob ich genauer hinschauen sollte. Natürlich weiß ich auch, dass der Schuleintritt eine neue Lebensphase ist, nichtsdestotrotz finde ich diesen Entwicklungsschritt sehr auffällig. Vielen herzlichen Dank schon mal im Voraus für Ihre Antwort und Mühe! Viele Grüße  NPINPI