Guten Tag Frau Henkes. Ich weiß, dass es die Papaphase gibt und wir hatten auch immer mal wieder solche Phäschen oder Momente. Aber jetzt mit 2 1/2 Jahren hat es mich kalt erwischt. Wir sind vor 9 Monaten Eltern eines zweiten Kindes geworden und umgezogen mit Kitawechsel. Das hat meine Tochter ziemlich erschüttert und sie war ängstlich und hatte eine sehr starke Mamaphase. Papa durfte nicht mehr ins Bett bringen, trösten sowieso noch nie und manchmal nicht mal den Schnuller bringen. Trotzdem hatten sie auch schöne Momente. Nun ist es auf einmal so, dass sie im Auto nur seine Hand möchte wenn sie weint, obwohl er fährt und ich neben ihr sitze. Er hat monatelang das Baby ins Bett gebracht und ich habe unserer „älteren“ Tochter vorgelesen und sie ist in meinem Arm eingeschlafen, manchmal wollte sie sogar mein Nachthemd noch zum einschlafen im Arm halten. Ich schlafe mit beiden Mädchen in einem Bett, weil mein Mann so schnarcht und die Mädchen nicht alleine schlafen . Aber auf einmal muss Papa die "Große" ins Bett bringen, es heißt „Mama weg“, beim Wickeln hat sie mich sogar weggeschubst und geschrien „Du nicht! Geh weg!“. An Tagen, an denen mein Mann zuhause ist, also am Wochenende, ist es noch intensiver. Es gilt also nicht „willst du gelten, mach dich selten“. Ich muss sagen, dass ich die Nähe zu ihr vermisse, schon seitdem das Baby da ist, aber nun fühlt es sich wirklich wie Liebeskummer an. Vielleicht spielt auch hinein, dass mein Mann aus einem anderen Land und Kulturkreis kommt ich latent immer mal wieder die Sorge habe, meine Tochter irgendwann daran zu „verlieren“. Wir fahren als Familie bald in den Urlaub und eigentlich hatte ich mich darauf sehr gefreut, der erste Urlaub seit drei Jahren mit den kleinen Kindern, aber nun graut mir regelrecht vor der intensiven Zeit, falls sie mich da noch mehr ablehnen sollte und vielleicht auch ganz mit Papa im Bett schlafen will und nicht mehr mit mir. Gestern durfte ich ihr vorlesen, sie wollte dann erst mit mir zusammen liegen und kuscheln und ganz plötzlich hat sie mich weggeschickt und Papa gefordert mit starkem weinen, von jetzt auf eben.  Sie hat dann sogar lieber im Bett allein gewartet, bis Papa die Einschlafbegleitung macht, als dass ich bei ihr bleibe und als ich zwischendrin nach ihr geguckt habe weil er noch nicht da war, hat sie mir nur freundlich gewunken und "gute Nacht" gesagt. Heute Morgen ist sie aufgewacht und hat als erstes geweint: Papa Bett. Zwischendrin hat sie  sich mir kurz zugewandt, aber alles in allem ist es extrem pro Papa plötzlich. Sie scheint sogar manchmal Weinen zu simulieren, schickt mich dann weg und ruft: Papa trösten.    Ich weiß, es klingt egoistisch, aber es fühlt sich wirklich momentan einfach nur hart und sehr verletzend an.