Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Bindung

Frage: Bindung

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Lieber Herr Dr. Posth Ich lese gerade ihr neues Buch. Herzliche Gratulation zu diesem gelungenen Werk. Es ist sehr interessant. Nun habe ich eine Frage an Sie. Wie ist es eigentlich wenn ich selber zu meiner Mutter einen Bindungstyp C/D habe und zu meinem Vater gar keine Bindung inf. früher Trennung. Dadurch bin ich ja sozusagen belastet durch meine Kindheit. Ich lebe jedoch jetzt sehr gut und habe alles verkraftet. Seelische Narben verschwinden jedoch nie. Unser Kind wird bald 1-jährig und ich betreue es voll (tue es von ganzem Herzen). Ab 17.00 Uhr auch noch durch meinen Mann und am WE auch. Mein Mann hat zu seinen Eltern einen Bindungstyp B = Basis. Frage: Man sagt ja oft so wie die Eltern erzogen wurden, wird das Kind auch erzogen. Ich möchte aber unbedingt eine unsichere Bindung vermeiden. Kann ich das mit meiner Vorgeschichte? Werde ich dadurch vielleicht sogar eine "Übermutter"? Vielen Dank für Ihre Antwort. LG


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, dadurch, dass Sie sehr offen und ehrlich mit Ihrer eigenen Biographie umgehen, haben Sie gute Voraussetzungen, gestörte Bindungsmuster bei Ihren eigenen Kinder zu vermeiden. Die sehr viel bessere Beziehung Ihres Mannes zu seine Eltern ist außerdem hilfreich, weil dadurch die eheliche Beziehung entspannter verläuft. Aber prinzipiell haben Sie Recht. Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken darüber, wie es ihnen in Ihrer Kindheit und Jugend ergangen ist oder verdrängen einfach alles. Gerade die sind aber besonders gefährdet, die eigene Vergangenheit ständig in ihre Gegenwart hinein zu tragen. Auf diese Weise scheitern sie an Ihren aktuellen Beziehungen und wiederholen die alten Beziehungsmuster bei ihren Kindern. Der beste Schutz vor der Wiederholung falscher Erziehungsmuster ist die Sich-bewusstmachung, was mit einem selbst passiert ist, wodurch es gekommen ist und vor allem wozu es geführt hat. Dieser eigene Lääuterungsprozess ist ziemlich anstrengend und jedem, der ihn vollzieht, gebührt hohe Achtung, denn er tut nicht nur etwas für sich, sondern auch für seine Kinder und nebenbei für seine Partnerschaft. Ixh wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg! Viele Grüße


Dr. med. Rüdiger Posth

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PS: das Buch gibt Ihnen ja noch einmal Gelegenheit, Ursachen und Entwicklungen in Ihrer eigenen Kindheit aufzuspüren. Halten Sie also bis zum Schluss durch und vielen Dank für Ihr Lob!


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