Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

bezüglich http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=40702

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Hallo Herr Dr, Ich kann mich einfach nur wieder bedanken und ihnen sagen das es wirklich tolle Arbeit ist, die sie hier machen! Es geht um mein Posting von letzter Woche. Dazu habe ich noch ein paar Fragen. Kennen sie gute Literatur bezüglich Patchwork? Das man diese für die Kinder anstrengende Dynamik einfach so gut wie möglich steuern und beeiflussen kann? Was meinen sie denn, bin ICH jetzt die primäre Bezugsperson für meine Stieftochter? Da sie einmal sagten, die primäre Bezugsperson ändere sich nie, und bevor sie nun ein Jahr fast bei mir ist war sie ja auch ein Jahr bei der Oma. (Die leider aufgrund psychischer Probleme keinen Kontakt mehr möchte extrem traurig), und an ihrem Vater hängt sie ja sonst auch sehr. Was kann ich denn tun um ihr die Sicherheit und die Bindung zu geben die sie sucht? Ausser sie halt auch so zu behandeln, was ich eh tu, wie meine Tochter? Hab sie aus der SPielgruppe genommen z.B. da ich sie zuhause haben wollte und sie dort nicht sanft abgelöst wurde, nicht gerne hinging. War das richtig? Ich möchte wirklich das allerbeste für sie, sie hat so viel durchgemacht. Vielen Dank für Ihre hilfe, das bedeutet so viel, wirklich!! Jera


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Jera, leider kenn ich keine gute Literatur zu diesem Thema, die ich Ihnen empfehlen könnte. Und die vielen Betroffenenbücher haben zu wenig allgemeingültige Aussage. Es steht auch sehr infrage, ob überhaupt sich schon jemamd mit Bindungstheorie und patch-work-familie auseinandersgesetzt hat. Vielleicht kann jemand von den vielen Leserinnen und Leser da noch Tipps geben. In Ihrem Fall denke ich, baut ihre Adoptivtocher langsam eine Art primäre Bindung zu Ihnen auf. Das geht natürlich mit 1 Jahr, wenn eigentlich die Loslösung anfängt, nicht mehr so einfach. Und es ist, wie sie sehen, mit einigen Geburtswehen verbunden. Aber das lässt sich nun nicht mehr ändern. Gerade Ambivalenzen und vorübergehende regressive Rückzieher werden den Prozess begleiten. Wenn Sie das aber verstehen und richtig darauf reagieren, helfen Sie dem Mädchen sehr, diesen für sie lebenswichtigen Schritt erfolgreich zu bewältigen. Am besten, Sie bleiben dabei so natürlich wie es geht, denn Verstellung merken die Kinder sofort. Der Schritt, sie erst einmal wieder aus der Spielgruppe herauszunehmen, war sicher richtig, und wirkt sich förderlich auf die Bindungsgestaltung aus. Der Ki-ga läuft Ihnen ja nicht weg. Viele Grüße und noch einmal danke für Ihr Lob. Sie können sich gerne wieder melden.


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