Frage im Expertenforum Babypflege an Katrin Simon:

Beikostverweigerung und nächtliches Aufwachen Baby 9 Monate

Katrin Simon

 Katrin Simon
Kinderkrankenschwester, Pflege- und Heilpädagogin

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Frage: Beikostverweigerung und nächtliches Aufwachen Baby 9 Monate

KikiPiki

Liebe Katrin, unsere Tochter wird Ende des Monats 9 Monate alt. Momentan haben wir gleich mehrere „Baustellen“, die aber möglicherweise auch zusammenhängen und bzgl. derer ich gern um Rat fragen würde. Als meine Tochter knapp fünf Monate alt war, haben wir ganz langsam mit dem Mittagsbrei angefangen und ihn über mehrere Wochen eingeführt. Bis dahin wurde sie voll gestillt. Seit knapp sechs Wochen isst sie auch den Abendbrei und ebenfalls seit einigen Wochen bekommt sie als Zwischenmahlzeiten vormittags und nachmittags, wenn erforderlich, Obst-Getreide-Brei bzw. einen kleinen Snack, zum Beispiel Maisstangen. Sie hat beim Brei bisher nur sehr selten eine ganze Portion, etwa 200 Gramm, geschafft, sondern in der Regel um die 150 Gramm gegessen, mal mehr mal weniger. Insgesamt war sie noch nie eine gute Esserin. Auch beim Stillen habe ich ihr grundsätzlich eher etwas angeboten, als dass sie sich bemerkbar gemacht hätte. Sie ist mit knapp 7,5 Kilogramm auf etwa 72 Zentimeter auch ziemlich leicht. Seit einiger Zeit verweigert sie den Brei nahezu komplett. Sie isst ein paar Löffel und kneift dann den Mund zu. Ich gebe ihr dann Stückchen, z.B. gedünstete Süsskartoffel, Zucchini, Avocado etc.., von denen sie aber auch nur wenig isst. Heute hat sie gegen 08.30 Uhr eine Stillmahlzeit bekommen, gegen 11.00 Uhr drei große Maisstangen gegessen und um 12.30 Uhr beim Mittagessen nahezu nichts zu sich genommen. Sie muss aber eigentlich Hunger gehabt haben. Obwohl ich gern tagsüber nicht mehr stillen würde, lege ich sie dann - mit einigem Abstand zum angebotenen Essen - doch an, weil ich davon ausgehe, dass sie hungrig sein muss. Sie trinkt dann auch ganz fleißig. Hinzu kommt, dass sie Wasser nach wie vor verweigert, sodass ich denke, dass sie ja auch Flüssigkeit zu sich nehmen muss. Nachts haben wir dann das Problem, dass sie alle drei Stunden aufwacht und sich nur mit Stillen wieder beruhigen lässt. Sie hat offensichtlich Hunger, weil sie ja tagsüber viel zu wenig isst. Vorher hat sie immer 6-8 Stunden und manchmal auch mehr am Stück geschlafen und ist eigentlich nie mehr als einmal zwischen Mitternacht und 08.00 Uhr morgens zum Stillen aufgewacht. Momentan aber mag sie weder essen noch schlafen, auch der Mittagsschlaf ist ein großes Problem, sodass ich langsam am Ende meiner Kräfte und irgendwie auch etwas frustriert bin. Ich bin den ganzen Tag allein mit ihr und habe keine Hilfe durch Familie oder ähnliches, da wir derzeit im Ausland sind. Der Papa arbeitet lang und kümmert sich auch in der Nacht mit, aber ansonsten muss ich mit allem allein zurecht kommen. Haben Sie eine Idee, wie ich meine Tochter zum Essen bekommen kann, sodass die Nächte wieder ruhiger werden? Soll ich tagsüber noch mehr Stillen, auch wenn ich das eigentlich reduzieren wollte? Ich möchte auch nicht, dass sich meine Tochter daran gewöhnt, dass es immer noch das Stillen als „back-up“ gibt und dann nie mehr von der Beikost isst. Oder ist diese Sorge unbegründet? Vielen Dank für Ihre Mühen und herzliche Grüße.


Katrin Simon

Katrin Simon

Liebe KikiPiki Ihre kleine Tochter scheint eine Feinschmeckerin zu sein und wählt mit großem Genuss Ihre Milch :). Ich kann Ihre latente Unruhe verstehen, dass Sie Ihrer leichten Tochter unbedingt eine Mahlzeit anbieten möchten; auch in der Gewissheit, dass sie eigentlich nicht satt sein kann. Ihre verfassten Gedanken zu dem Thema Essen und Schlafen und Ihre dazu aufgeführten Überlegungen, zeigen bereits Ideen auf, die Sie gerne verfolgen sollten. Ich denke, dass es gute wäre, das Milchbackup ;) im Nachgang wegzulassen und auch die Zwischenmahlzeiten ( die Maisstangen). Schauen Sie einmal, ob und wie sich dann das Essverhalten zu den Hauptmahlzeiten zeigt. Wenn Ihre Tochter zu den Zwischenmahlzeiten Hungeranzeichen macht, bieten Sie ihr etwas Wasser an oder dünnen Fencheltee und schauen, ob sie dieses als Alternative zu einem Snack akzeptiert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Ihre Tochter zu den Hauptmahlzeiten dann deutlich mehr essen wird. Probieren Sie es aus :). Und- wie schaut es mit dem Zahnen aus? Wenn sich Ihre Tochter derzeit in dieser Phase befindet, dann ist das Stillen ein Schmerzstiller und kann auch das Verweigern des Breis begründen und das Bevorzugen der Brust. Bieten Sie den Brei einfach mal zimmerwarm an oder tauschen süße Breie gegen herzhafte Angebote bzw. geben in einen herzhaften Brei etwas Obstmus. Manchmal sind diese kleinen Feinheiten der Grund, der animiert zu essen. Desweiteren können Sie den Brei auch mit etwas Wasser verdünnen, so dass der Durstlöscher quasi untergemogelt wird und demnach das Bedürfnis den Durst zu löschen entfällt. Ich hoffe, Sie können ein paar Ideen anwenden. Ansonsten melden Sie sich gerne wieder! Liebe Grüße von Katrin


KikiPiki

Liebe Katrin, vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort und die Anregungen und Ideen. Die werde ich sehr gern ausprobieren. Herzliche Grüße


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