Sylvia Ubbens

KiGa Eingewöhnung

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,

meine Tochter ist letzte Woche 2 Jahre alt geworden und jetzt die dritte Woche im KiGa zur Eingewöhnung. Vorab muss ich sagen, dass meine Tochter ein sehr sensibles Kind ist, was erstmal immer nur beobachtet und sehr anhänglich ist. Leider hatte sie nie wirklich Kontakt mit anderen Kindern weil einfach keine in unserem Umfeld sind bzw. sind die schon um einiges älter. Aber Interesse zeigt sie schon an anderen Kindern, wenn wir z.b. auf dem Spielplatz sind oder draußen welchen begegnen.

Wir wollten sie vorher bei einer Tagesmutter eingewöhnen, da war sie ca 5 Wochen, dann kam Corona und nach der 3 monatigen Pause war eine Rückkehr unmöglich. Haben das dann abgebrochen weil sie nur geweint hat und es für alle Beteiligten kein Zustand war. Das war 3 Wochen bevor der KiGa losging.

Nun war ich die 1. Woche immer mit dabei und da war sie sehr auf Abstand zur Erzieherin (zu den Kindern sowieso) und kletterte an mir fest sozusagen. Die 2. Woche hat die Erzieherin sich mit ihr von mir entfernt indem sie rausging und ich blieb drinnen. Das hat dann super funktioniert und sie hat auch nicht geweint. Ich war sehr überrascht. Ich war so zuversichtlich dass das echt doch plötzlich so gut klappt. Die 3. Woche jetzt ist wieder schlimm, sie weint sobald wir da rein gehen, die Erzieherin nimmt sie dann auf den Arm und sie beruhigt sich dann wohl. Heute ist ihre Erzieherin nicht da, d.h. eine andere kümmert sich hauptsächlich um sie. Sie weinte schon als wir noch zuhause waren. Ich hatte ihr mehrmals schon gesagt dass sich dann die andere Erzieherin sich um sie kümmern wird und hab das positiv auf sie übertragen wollen. Sie weinte und weinte und meinte dann "(Name der Erzieherin) weg!"sie weinte und weinte und ich musste sie dann so der anderen Erzieherin übergeben und gehen-schrecklich!!!
Sie schläft mittags auch da, allerdings nur ne Stunde, wenn überhaupt. Montag war sie fit nach dem Schlaf, wurde dann aber zuhause sehr knotterig. Dienstag und Mittwoch wurde sie von anderen Kindern geweckt und als ich kam um sie abzuholen, weinte sie schon einige Zeit. Dazu kommt, dass sie momentan in der totalen Trotzphase ist und unsere Nachmittage sind momentan der Horror!!! Ich darf sie schon seit einiger Zeit nicht mehr wickeln, Zähneputzen ist ne Katastrophe! Hab schon einiges versucht, sie erstmal gelassen und später nochmal versucht, ihr gesagt, wenn wir wickeln/Zähneputzen, darf sie das und das, ihr Spielzeug, Buch, Handy gegeben. Versucht mit ihr zu reden, zu singen, Quatsch gemacht. Sie steht immer wieder auf und provoziert mich richtig, hab ich den Eindruck. So ist soe aber nur zu mir und nur wenn wir alleine sind. Wenn andere dabei sind (im Raum) ist sie meist lammfromm. Bei meinem Mann ist sie auch das liebste Kind und wenn sie mal bockt, sagt er ihr dass das jetzt gemacht werden muss und dann ist Ruhe. Dieses Verhalten mir gegenüber war schon lange Zeit vor dem KiGa so, dass sie teilweise nicht auf mich hört geschweige denn die Dinge mitmacht die nunmal gerade anstehen. Alles erklären hilft dann nicht. Wenn ich sie dann einfach nehme sozusagen, weil wir z.b. wohin müssen oder sie ne Kackiwindel hat, weint sie wieder. Mein Mann sagt immer, dass sie es lernen muss aber es zerreißt mir das Herz wenn mein Kind so weint jedesmal oder ich Sachen gegen ihren Willen machen muss. Lethtens hab ich ihr die Windel ne Std lang abgelassen, weil sie so ein Theater machte und ich irgendwann nimmer konnte. Ich bin zurzeit fix und fertig abends weil ich nur noch Konfrontation mit ihr habe. Andererseits ist sie dann total anhänglich wenn andere Menschen dazu kommen. Selbst bei der Oma und den Onkeln hat es ewig gedauert bis sie mal locker wurde und bei manchen ist sie immer noch wie ausgewechselt und total verschüchtert. Redet dann auch kaum und hängt mir am Rockzipfel.

Ich brauche dringend Ratschläge, was ich da machen kann, ich möchte nicht so ein Zicken-Verhältnis zu meinem Kind haben. Manchmal werde ich dann halt auch laut weil sie einfach nur rumbockt. Meine Nerven liegen blank. Ich hab leider keine Mutter mehr die mich da unterstützen könnte.
Und vor allem möchte ich dass sie sich im KiGa wohlfühlt, denn ab nächster Woche muss ich wieder arbeiten und es ist wirklich ein schlimmes Gefühl, wenn sie weint und ich muss sie da lassen.

Gibt es hier auch Mütter, die das gleiche durchgemacht haben? Wie hat euer Kind das geschafft?

von lily80 am 20.08.2020, 11:01 Uhr

 

Antwort auf:

KiGa Eingewöhnung

Liebe lily80,

natürlich möchten wir Mamas, dass unsere Kinder nicht weinen müssen. Dennoch ist es gerade in den ersten Wochen in der Fremdbetreuung so, dass die Kinder oft kurz weinen und sich dann beruhigen und zufrieden spielen. Vertrauen Sie darauf, dass dies auch bei Ihrer Tochter so ist und falls es anders ist, sich die Erzieher bei Ihnen melden. Wichtig ist, dass Ihre Tochter Ihr Unbehagen nicht spürt, da Sie das Gefühl sonst womöglich auf Ihre Tochter übertragen. Veränderungen, wie z.B. dass eine bestimmte Erzieherin nicht da sein wird, muss ein Kleinkind nicht im Vorfeld erfahren. Ihre Tochter kann noch gar nicht einschätzen, dass es ihr auch ohne DIE Erzieherin im Kindergarten gut gehen wird und ist unnötig beunruhigt.

Meine Vorrednerin hat Recht, wenn sie schreibt, dass Ihre Tochter sich vornehmlich bei Ihnen ausprobiert, da sie das Vertrauen hat, dass Sie sie lieben und ihr Verhalten aushalten. Dennoch dürfen Sie mit konsequentem Verhalten zeigen, dass es Ihnen in gewissen Situationen Ernst ist. Lassen Sie nicht Ihre Tochter entscheiden, wann was gemacht wird. Ihrer Tochter wird es nicht schaden, wenn sie mal Tränen vergießen muss, weil sie ihren Willen nicht bekommt.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 20.08.2020

Antwort auf:

KiGa Eingewöhnung

Hallo,

zum Bocken bei Dir: Das ist total normal und zeigt, dass sie eine gute Beziehung zu Dir hat. Hört sich paradox an, ist aber ein Zeichen dafür, dass sie sich so geliebt von Dir fühlt, dass sie Dir Deine Launen zumutet, weil sie nicht fürchten muss, dass das Deine Liebe schmälert.
Mein Mittel frei nach Elvis: A little less conversation, a little more action. Ich sage meinem Sohn einmal etwas, danach handele ich entsprechend, beim nächsten Mal gibt es eine neue Chance. Am Anfang war das Geheule groß, aber ich tue ihm ja nichts an. Mittlerweile klappt das mit der einen Ansage ganz gut, Ausnahmen bestätigen die Regel
Zum Kindergarten: Kinder haben ganz feine Antennen für die Gefühle ihrer Bezugspersonen (und auch anderer Menschen). Kann es sein, dass sie Deinen Zwiespalt spiegelt? Da kannst Du nichts für, aber vielleicht ist das (mit) ein Grund für ihre Unausgeglichenheit im Kiga? Sag Dir einfach immer wieder, dass im Kiga alles gut gehen wird, und wenn Du davon überzeugt bist, wird sie das merken und ihr Verhalten wird sich vielleicht ändern.
Und bereite sie nicht schon zu Hause auf so etwas wie den Erzieherwechsel vor. Dafür ist sie noch zu klein, das kann sie noch gar nicht verstehen, regt die aber nur auf.

Viele Grüße

von Mamamaike am 20.08.2020

Antwort auf:

KiGa Eingewöhnung

Hallo Mamamaike,

vielen Dank für deine Antwort. Fühle mich jetzt schon ein wenig besser.

Das sagen mir viele, das sie vielleicht meine Unsicherheit spürt, obwohl ich immer der Meinung bin, dass ich ihr die nicht zeige. Aber Kinder merken das wahrscheinlich einfach.

von lily80 am 20.08.2020

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