 |
Der richtige Babysitter
"Freizeit" ist für viele Eltern längst zum Fremdwort geworden - womit die Zeit gemeint ist, die sie ohne Kinder allein für sich haben. Zwar bringt Omas oder Opas Hilfe hier und da eine kinderfreie Stunde - doch müssen die meisten Eltern diese Zeit nutzen, um zumindest einen Teil all der liegengebliebene Dinge zu erledigen. Wer einen Babysitter zur Verfügung hat, ist da besser dran - und kann sich von Zeit zu Zeit mal wieder einen Abend für sich selbst und den Partner "frei nehmen". |
Besonders Frauen, die vor der Schwangerschaft berufstätig waren oder vielen Hobbys nachgegangen sind, wird die Umstellung auf das reine Dasein als Mutter sicher nicht ganz leicht fallen. Überwiegt anfangs noch die Freude über das Baby, merken viele schon bald, dass der Nachwuchs mehr Zeit beansprucht, als ihnen manchmal lieb ist. Während die einen ihr Kind dennoch nicht in fremde Hände geben würden, liebäugeln andere schon früh mit diesem Gedanken. Sicher ist es eine Frage der persönlichen Einstellung - und nicht zuletzt wohl auch eine Frage finanzieller Natur, ob man ja oder nein zum Babysitting sagt. Für alle diejenigen, die sich dafür entscheiden, gibt es aber ein paar Punkte zu bedenken:
Ab welchem Alter macht Babysitting Sinn?
Darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Während die einen sagen, dass man schon einen Säugling stundenweise in fremde, gute Hände geben kann - wobei der Stillrhythmus bestimme, wann und wie lange - sagen die anderen, dass man für Babys im ersten Lebensjahr nur in Ausnahmefällen einen Babysitter engagieren sollte ( ausgenommen Personen, die das Kind schon gut kennt - also Oma, Opa, eine sehr gute Freundin, Tante Frieda etc. ). Wie auch immer - wird die Entscheidung letztlich bei den Eltern selbst liegen, die sorgfältig beobachten sollten, wann ihr Kind "reif" für einen Babysitter ist.
In jedem Fall sollte Ihr Baby die betreuende Person schon einige Tage lang kennen und einen Kontakt zu ihr aufgebaut haben. Das gelingt in dem einen Fall auf Anhieb - im anderen gar nicht. Überlassen Sie dabei ihrem Kind die Entscheidung - wenn es sich mit der anderen Person nicht anfreunden möchte, dann sollten Sie das akzeptieren und Anzeichen, die darauf hindeuten, nicht übersehen. Sind sich Baby und Babysitter aber nähergekommen, machen Sie vor dem ersten Abend besser dennoch einen "Schnupper-" oder "Einführungstest". Tun sie dabei so, als ob Sie nicht da seien, während Ihr Babysitter das Kind über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden hinweg ohne Ihre Hilfe pflegt und beschäftigt. Beobachten Sie dabei, ob Ihr Kind über diese ganze Zeit hinweg mit Vertrauen auf die fremde Person, bzw. deren Ansprache reagiert.
Früh Kontakte knüpfen
Erzählen Sie schon früh anderen Eltern von Ihrem Anliegen - auch Eltern auf dem Spielplatz oder in der Krabbelgruppe. Möglicherweise vermitteln sie Ihnen ihren eigenen, bewährten Babysitter oder fragen diesen, ob er eine geeignete Person kennt. Oft haben Babysitter Freundinnen, die sich durch solch eine Nebentätigkeit ebenfalls ein paar Mark verdienen wollen. Auch Ihre Bekannten sollten Sie informieren - so erhöht sich die Chance, einen Babysitter aus dem weitläufigen Bekanntenkreis zu bekommen auf den man sich vielleicht besonders verlassen kann. Apropos Verlässlichkeit - in jedem Fall sollte man sich die Person seiner Wahl vorher mit Ruhe ansehen. Abgesehen davon, dass das Kind den Babysitter - wie schon erwähnt - vorher kennen lernen sollte, können Ihnen zwei, drei Treffen vorab wichtige, zwischenmensch- liche Informationen geben - am besten treffen Sie sich bei Ihnen zu Hause bei einer Tasse Kaffee.
Worauf Sie dabei achten sollten:
Ihr Babysitter muss bestimmte charakterliche Voraussetzungen mitbringen. Dabei sind vor allem Ruhe, Geduld, Freude und Sicherheit im Umgang mit Kindern, sowie die Fähigkeit, Ihr Kind, wenn es sein muss, trösten zu können, unerlässlich. Darüber hinaus müssen Sie sicher sein, dass er auch mit problematischen Situationen umzugehen weiß und damit ohne fremde Hilfe fertig wird - nicht leicht aus der Fassung gerät oder in Stresssituationen gar Aggressionen entwickelt.
Ganz wichtig ist, dass der Babysitter auch zu Ihnen eine Art freundschaftliche Beziehung aufbauen kann und nicht nur eine Respektsperson in Ihnen sieht. Er muss schon vor dem ersten Abend so viel Vertrauen zu Ihnen aufgebaut haben, dass er Ihnen ohne Scheu oder Angst sagen würde, wenn dem Kind in Ihrer Abwesenheit einmal etwas zugestoßen ist, wenn es besonders anhaltend geschrien oder sich gar verletzt hat. Aus den oben genannten Gründen eignen sich Kinder unter 14 Jahren nur selten als Babysitter.
Wenn Sie dann abends weggehen ...
... sollten Sie sicher sein, dass der Babysitter sich in Ihrer Wohnung auskennt, bzw. weiß wo er welche Dinge findet. Wichtig ist, dass Sie ihm eine Telefonliste in die Hand drücken, auf der die Nummern der Polizei, die Feuerwehr, die eines Arztes sowie diejenige, unter der Sie notfalls zu erreichen sind, verzeichnet sind. Auch die Nummer Ihrer Freundin, die um die Ecke wohnt oder die von Oma und Opa können nicht schaden und geben letztlich auch dem Babysitter ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Schreiben Sie ggf. außerdem auf einen Zettel, wann Ihr Baby gewickelt werden soll, wann es sein Fläschchen bekommt, usw. Vor allen Dingen sollten Sie selbst für den Babysitter zu jeder Zeit erreichbar sein. Rufen Sie ihn nach Möglichkeit zwischendurch einmal zu Hause an - und geben auf alle Fälle Bescheid, wenn sich Ihre Rückkehr verzögert. Gerade junge Mädchen machen sich leicht ernsthafte Sorgen, wenn die Eltern nicht wie besprochen zurück kommen.
|