Umtopfen - wenn Pflanzen einen neuen Topf bekommen

Langsam regt sich die Natur, die ersten Triebe lugen schon zaghaft hervor, an manchen Bäumen und Sträuchern ist erstes zartes Grün zu erkennen. Doch bevor die neue Garten- und Balkonsaison beginnt, stehen die Zimmerpflanzen auf dem Programm. Das Frühjahr ist für die Grünpflanzen die beste Zeit, um in einen neuen größeren Topf umzuziehen oder zumindest in neuer Erde frisch anzuwurzeln.

Das Umtopfen ist wichtig, damit die Pflanzen wieder neue Energie und Nährstoffe tanken können. Auch wenn die Aktion einigen Aufwand erfordert und ziemlich Dreck verursacht, sollten die Grünpflanzen im März und April, während der Wachstumsphase, umgetopft werden. Das Umtopfen während der Ruhephase sollte man vermeiden, da sonst die Wurzeln nicht schnell genug in die Erde hineinwachsen und sich die Nässe staut und die Wurzeln faulen könnten. Aber: Das Umtopfen ist ein harter Eingriff für die Pflanze. Man sollte dabei möglichst vorsichtig sein und nur gesunde Pflanzen umtopfen. Lässt ein Pflänzchen ohnehin schon die Blätter hängen, sollte man warten bis sie sich erholt, sonst könnte das Umtopfen ihr Todesurteil sein.

Anzeichen: Wann muss eine Zimmerpflanze umgetopft werden?

Wenn Wurzeln über den Topfrand ragen oder die Erde verdrängen, wenn die Erde unangenehm riecht oder die Pflanze fast aus dem Topf gehoben wird, dann ist es höchste Zeit zum Umtopfen. Das Verhältnis von Topf und Pflanzengröße sollte immer zueinander passen. Spätestens wenn der Topf fast umkippt, weil die Pflanze zu große geworden ist, muss sie in einen neuen Topf umgesetzt werden. Eine weiße Kruste auf der oberen Erde oder weiße, krustige Ablagerungen am Topf können ein Zeichen für sehr hartes Gießwasser oder eine Überdüngung der Pflanze sein. Auch in diesem Fall sollte die Pflanze in frische Erde umgetopft werden.

Aber: So mancher Hobbygärtner meint, wenn Wurzeln aus dem Abzugsloch schauen, muss die Pflanze umgetopft werden – Das ist ein Irrtum! Auch wenn Wurzelenden am Wasserloch auswachsen, kann es sein, dass die restlichen Wurzeln den Topf noch nicht ausfüllen. Deshalb kann normalerweise erst nach dem Austopfen der Pflanze sicher gesagt werden, ob ein neuer Topf her muss.

Insgesamt sollte eine Pflanze etwa alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden, so ist sichergestellt, dass in der Erde ausreichend Nährstoffe enthalten sind. Der neue Topf darf mindestens zwei Zentimeter, aber maximal nur vier Zentimeter größer sein. Achten Sie darauf, dass das neue Gefäß nicht größer als unbedingt nötig ist, denn in nicht durchwurzelter Erde kann sich schnell die Nässe stauen. Damit sich die Pflanze leicht aus dem Topf lösen lässt, wird sie einen Tag vor dem Umtopfen noch einmal gegossen.

Los geht`s: Halten Sie alle Utensilien parat!

Wer einen Balkon oder Garten zur Verfügung hat, verlegt das Umtopfen dorthin. Ansonsten kann man die Erdarbeiten auch in einer ausrangierten Plastikwanne oder auf dem mit Folie ausgelegten Fußboden erledigen. Legen Sie alle Utensilien parat: die Erde, Drainagematerial, wie Tonscherben, Styropor oder Kies, die neuen Töpfe und ein langes scharfes Messer. Der neue Topf sollte sauber ausgewaschen und geschrubbt sein. keine Kalkrückstände oder Tontöpfe werden vorher gewässert und mit einem Tuch trocken gerieben. Denn trockener Ton entzieht der Erde sonst Feuchtigkeit, ist der Topf aber noch feucht, so bleibt die frische Erde daran kleben und hinterlässt unschöne Flecken.

Zuerst entnehmen Sie die Pflanze: Halten Sie den Stamm oder Stängel zwischen zwei Fingern und bedecken Sie mit den anderen Fingern die obere Erde und drehen Sie die Pflanze kopfüber. Mit der anderen Hand drehen Sie den Topf am Boden hin und her, schlagen eventuell mit einem Holzlöffel auf den Rand und lösen so die Erde von der Wand und ziehen den Topf herunter. Funktioniert dieses Vorgehen nicht, können Sie mit einem langen, möglichst dünnen Messer zwischen Topfrand und Erde entlang schneiden oder Sie müssen den Topf zerstören. Plastiktöpfe werden mit dem Messer von oben nach unten vorsichtig zerschnitten, Tontöpfe werden vorsichtig zerschlagen. Das Wurzelwerk sollte dabei möglichst unberührt bleiben. Denn die Wurzeln dürfen beim Herausnehmen nicht beschädigt werden oder gar abreißen.

Dann entfernen Sie die obere Erdschicht, Moos, das sich gebildet hat und entfernen eventuelle Fremdkörper. Lockern Sie den Wurzelballen auf und zupfen Sie braune, verfaulte, vertrocknete oder abgestorbene Wurzelenden behutsam ab. Bitte seien Sie dabei möglichst vorsichtig und beschädigen Sie die Wurzeln nicht!

Können Sie dann erkennen, dass die Wurzeln noch reichlich Platz haben, so tauschen Sie nur die Erde aus und verwenden denselben Topf. Bei einer sehr großen Pflanze können Sie einen Wurzelrückschnitt anwenden. Dazu schneiden Sie mit einem sehr scharfen Messer an allen Seiten etwa 2 bis 3 cm dicke Scheiben ab. Aber: Ein Rückschnitt ist ein starker Eingriff, den nicht eine jede Pflanze gut übersteht.

Die Drainageschicht: Eine gewölbte Tonscherbe wird eingelegt

In einem neuen Topf sollten Sie über dem Abzugsloch eine Drainageschicht bilden. Dazu legt man auf den Boden eine nach oben gewölbte Tonscherbe oder eine Schicht aus grobem Splitt, Kieselsteine, Granulat oder Styropor ein. So benötigt man in sehr großen Töpfen weniger Blumenerde und der Topf wird auch nicht so schwer. Die Drainage-Schicht sollte etwa anderthalb bis zwei Zentimeter hoch sein, bei sehr großen Töpfen kann man die Drainage fünf bis acht Zentimeter hoch einfüllen.

Jetzt wählen Sie die Erde aus. Es wird empfohlen, die Erde mit Langzeitdünger zu mischen. Aber Vorsicht, verwenden Sie nicht zu viel Dünger, sonst werden die Wurzeln geschädigt. Die frische Erde füllen Sie auf das Drainage-Material. Danach setzen Sie die Pflanze mittig und auf gleicher Höhe wie im alten Topf ein. Sie sollte so hoch sitzen, dass zwischen dem oberen Wurzelballen und dem Topfrand noch einige Zentimeter Platz sind, der sogenannte Gießrand. Anschließend füllen Sie am Rand weitere frische Erde auf und stopfen sie mit einem Pikierstab oder einem hölzernen Kochlöffel vorsichtig nach. Dabei darf man die Erde nicht zu stark zusammen pressen, so dass sie sich verfestigt. Andernfalls wird sie wasserundurchlässig oder Wurzeln können dabei geschädigt werden Aber es dürfen auch keine Hohlräume bleiben.

Nun gießen Sie die Pflanze gründlich am Topfrand entlang an und stellen die Pflanze an einen hellen, warmen Ort. Übrigens nach dem Umtopfen sollte man die Pflanzen erst nach sechs bis acht Wochen düngen.

Pflanzen, die in Hydrokultur gedeihen, werden genauso umgetopft. Hier muss ebenfalls vor dem Einsetzen in den neuen Topf das alte Granulat oder der Blähton entfernt und die Wurzeln gegebenenfalls zurückgeschnitten werden. Wichtig ist außerdem, das neue Granulat oder den Blähton vorher zu wässern. Er darf nicht in trockenem Zustand eingefüllt werden.

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