Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Was könnte Grund sein für ständiges Schreien in der Nacht?

Schönen guten Abend Frau Höfel,

Ich schreibe das erste Mal in diesem Forum, bisher konnte ich durch zahlreiche Beiträge immer selbst eine für unsere Familie passende Lösung finden. Doch dieses Mal hätte ich sehr gerne einen professionellen Ratschlag.

Es geht darum das unsere Tochter (ab 17.01.2013 - 8 Monate alt) nachts ständig aufwacht und weint.
Was ich zu ihr sagen kann.
Sie hatte eine nicht all zu einfache Geburt - zu gross für mein Becken, 2 mal Saugglocke probiert, bis sich die Ärztin für einen Kaiserschnitt entschied. Sie hatte nach der Geburt ein geschwollenes Auge und eine grosse Beule am Kopf. Ansonsten strotzt sie nur so vor Gesundheit, bisher gerade mal einmal merklich für 2 Tage erkältet, keine Gelbsucht, konnte von Geburt an den Kopf heben.

Im 2 bis 3 Monat hatten wir eine schwere Zeit, sie wollte kaum abgelegt werden. Ich habe sie daher bis zu 8-10 Stunden täglich getragen, jeweils bis sie eingeschlafen ist und dann konnte man sie für 30 Minuten ablegen.
In den Kinderwagen wollte sie nicht, so das wir eine Tragehilfe benutzt haben für den täglichen Spaziergang.
Und bis vor zwei Wochen haben wir dies auch weiterhin benutzt.
Mittlerweile kann man sie, wenn sie ausgeschlafen ist, bis zu 1 Stunde im Kinderwagen spazieren fahren, so lange sie rausschauen (sitzen) kann und nicht liegen muss. Sie kann aber nicht im Wagen einschlafen, bzw. weigert sich bis sie so erschöpft ist das sie muss. Im Autositz allerdings schläft sie, wenn auch nicht gerne.

Ab dem 2 Monat wollte bzw. konnte sie auch nicht mehr auf dem Rücken einschlafen, sie hat am besten auf dem Bauch liegend geschlafen (schneller eingeschlafen, weniger oft aufgewacht).

Später nach dem 4 Monat bekam sie dann Beikost, da stillen alleine nicht mehr ausreichte und sie jede Stunde, auf die Minute genau, wach worde. Danach lief alles so gut, das man sie mit der Zeit am Tag alle 2-2,5 Stunden für 45 Minuten hinlegen konnte und sie sogar alleine einschlief. Man musste ihr gerade mal den Nuckel geben und zudecken und schon schlief sie ein. (aber nur auf dem Bauch)

Abends schlief sie im 5 Monat bzw. zwischen dem 5 und 6 Monat nicht nur durch, sondern sogar von 18:30 pünktlich (!) bis 6 oder 6:30, für ein bis zwei Wochen (genau kann ich es aber nicht mehr sagen). Maximal 1-2 mal aufwachen und Nuckel erneut geben.
(sie bekommt mit Getreibe angereicherte Abendmilch)

Anfang Dezember, als sie 6,5 Monate alt war haben wir für 3 Wochen meine Familie besucht. Dort gab es die Veränderungen das sie in einem Reisebett schlafen musste, ich mit im Zimmer schlief. Natürlich andere und viel mehr Menschen um sie waren. Zudem wurde nicht auf unseren normalen Tagesrythmus Rücksicht genommen, so dass sie meiner Meinung nach permanent übermüdet war. Zudem ständig überfüttert wurde, bis sie einen Teil nach jeder Mahlzeit wieder erbrochen hat. Seid dem wir dort waren hatte sich das Schlafen immer mehr verschlechtert, bis hin das sie einfach 30-60 Minuten weinte, ausser ich nahm sie hoch. Stillen, ablegen oder im Bett streicheln half nichts. Sie wollte auch nicht das es dunkel ist, wenn ich sie ablegte, musste ich Licht machen, damit sie aufhört zu weinen. Tagsüber war es so schlimm das ich nur in Bettnähe kommen musste und sie fing an zu weinen.

Eine Nacht habe ich sie meiner Mutter und ihrem Partner anvertraut, sie hatten das Babyphone zur Verfügung und meine Telefonnummer, wenn etwas sein sollte. Nach dieser Nacht hiess es von ihnen, das sie das Babyphone ausgestellt haben, weil es Störsignale empfangen hat, sie habe durchgeschlafen von 18:30 - 6:30. Ich unterstelle, da meine Mutter schwerhörig ist, das sie sie nicht gehört haben. Und sie sicherlich geweint hat bis sie erneut eingeschlafen ist. (?) Genau weiss ich es natürlich nicht.

Wir haben den Besuch vorzeitig abgebrochen und schon am nächsten Tag zu Hause konnte man sie am Tag wieder wie gewohnt tagsüber ins Bett legen und sie schlief wie nach Zeitplan von alleine ein. Ab und an helfe wir auch in dem wir die eine Hand auf den Rücken lege und mit der anderen kreisförmig ihren Po streichle bis sie ruhig wird. Dann verlasse wir das Zimmer, damit sie alleine einschlafen kann.
Wie gesagt klappt es tagsüber gut. Wie gewohnt schläft sie auch spätestens 18:30 oder mal 10 Minuten früher oder später ein. Meist aber mit längerem Streicheln. Da sie sich auch auf die Knie ziehen kann und viel krabbeln will, manchmal auch nicht ganz ohne Wiederwillen. Ich merke anhand das sie ihre Haare zwierbelt, Augen reibt oder ihre Schmusedecke ins Gesicht drückt, das sie müde ist und lege sie immer wieder zurück, wenn sie wegkrabbelt oder drücke etwas fester auf den Rücken. Ich bin mir mit dieser Art aber nicht mehr sicher, ob ihr dass das Einschlafen nicht ehr zu etwas Unangenehmen macht. (!)

Im Normalfall wacht sie nun gegen 22 Uhr das erste Mal auf und danach fast wieder stündlich. Manchmal ist es schnell wieder vorbei. Manchmal lässt sie sich bis zu 30 Minuten oder länger nicht richtig beruhigen. Tagsüber schläft sie meist 3 mal 45 Minuten und am Nachmittag noch einmal 10-20 Minuten.

Zudem wäre vielleicht wichtig zu wissen, das sie seit dem 2 Lebensmonat in ihrem eigenem Zimmer schläft. Wir wissen das im eigenem Zimmer und auf Bauchlage schlafen nicht gerade angesehen sind, aber nach probieren und beraten sind wir damit bisher am besten klar gekommen.

Ich würde vorallem gerne wissen, woran es liegen kann, das sie nun plötzlich nicht mehr gut schläft bzw. SO schlecht schläft. (?)
Da sie regelmässig schläft schliesse ich Nachtschreck aus, der ja durch Übermüdung kommen soll. Aber sicher bin ich nicht, da ich nicht weiss ob sie die Augen aufmacht. Sobald ich sie hochnehme weint sie noch kurz und kuschelt sich dann an und scheint wieder zu schlafen. Lege ich sie ab, wird sie unruhig, mit streicheln schläft sie aber erneut ein, für kurze Zeit.

Gibt es Gründe das sie die Schlafphasen nicht mehr gut verbinden kann?
Kann es an den neuen Fähigkeiten liegen?
Oder an Trennungsangst?
Was könne wir probieren, damit es uns / ihr wieder besser geht?

Entschuldigung das mein Text so lang ist, ich wollte einfach keine Details vergessen.

Liebe Grüsse

von Vene am 05.01.2013, 23:18 Uhr

 

Antwort:

Was könnte Grund sein für ständiges Schreien in der Nacht?

Liebe Vene,

ich finde an den Schlafphasen Ihres Kindes nichts Ungewöhnliches.

Das Kind geht um 18:30 Uhr ins Bett und ist gegen 22 Uhr halbwegs ausgeschlafen bzw. das Kind verarbeitet seinen Tag.
Wie Sie schreiben, gibt es neue Fähigkeiten - das will verarbeitet werden. Und dann muss Kind auch schauen, ob es sich in Sicherheit wiegen kann - also Mama und Papa da sind.

Da das KInd im eigenen Zimmer schläft, kann es Ihre Atemzüge nicht hören. Also müssen Sie aufstehen und zu ihm gehen.

Ganz ehrlich: ich würde ein Familienbett schaffen.

Nur der Vollständigkeit halber noch den üblichen Textbaustein, der zu dieser Problematik gehört:
Kinder werden nachts wach - manchmal bis weit ins zweite Lebensjahr hinein! Ob Sie es jetzt Hunger (nach Nahrung oder Körperkontakt) oder Nähebedürfnis (Überprüfen, ob kind sich in Sicherheit wiegen kannn) nennen, ist dabei belanglos. Wichtig ist, dass Mama (mit Nahrung, Geruch, Stimme) da ist und Sicherheit vermittelt.

Es gibt KEINEN festen Zeitpunkt ab dem ein Baby durchschläft - auch wenn es schon so war und andere Mütter oder Bücher es immer verkaufen wollen (Sie erleben es ja gerade!)!

"Studien und die Erfahrung von unzähligen Eltern haben eindeutig gezeigt, dass das nächtliche Aufwachen, das ab etwa vier bis sechs Monaten nachts wieder vermehrt auftritt, entwicklungsbedingt ist.

Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben. Sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht.

Bleiben Sie gelassen und nehmen Sie das Kind mit ins Bett.

Liebe GRüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 07.01.2013

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