Hebamme Martina Höfel

Hebamme

Martina Höfel

   

 

Baby kann sich nicht selbst beruhigen

Hallo Frau Höfel,

habe diese Frage schon bei Frau Schuster gestellt, aber vielleicht haben Sie auch noch einen wertvollen Tip für uns.

Unser Sohn wird am 10.01. sechs Monate alt. Eigentlich ist er ein recht guter Schläfer. Nur beim Einschlafen abends kommt er oft sehr lange nicht zur Ruhe. Er hampelt rum, rudert mit Armen und Beinen, zieht sich immer wieder den Schnuller raus. Dann weint er, so lange bis jemand kommt und ihm den Schnuller wieder gibt. Das geht manchmal eine Stunde lang oder länger. Wir haben schon versucht ihm den Schnuller nicht wieder zu geben sondern ihn so zu trösten, dann brüllt er aber richtig.

Erst wenn wir ihn pucken, gibt er Ruhe, weil er dann nicht mehr so zappeln kann. Das ist jedoch auch keine Dauerlösung meiner Meinung nach. Ich finde, er sollte eine Möglichkeit finden, sich selbst zu beruhigen, oder?

Auch wenn er nachts wach wird will er den Schnuller, manchmal geht das Theater eine Stunde lang. Ich muß dann immer wieder rein und bin natürlich dem entsprechend total müde. Oft ist er auch schon gegen vier/fünf Uhr fit, egal wann wir ihn abends hingelegt haben und ob er nachmittags geschlafen hat oder nicht.

Haben Sie einen Tip, wie er lernen kann sich selbst zu beruhigen bzw. wie wir diese Problematik in den Griff bekommen (sowohl das Einschlafen abends als auch das Wiedereinschlafen nachts, ohne dass wir x-mal hin müssen zu ihm)? Woran könnte es liegen, dass er so früh morgens schon fit ist? Wie könnte man dies regeln?

Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße, Nachtengel

von Nachtengel am 05.01.2008, 09:08 Uhr

 

Antwort:

Baby kann sich nicht selbst beruhigen

Liebe Nachtengel,

Sie versuchen etwas, was nicht geht!!!

Ihr Sohn ist 6 Monate alt, aber soll sich verhalten wie ein Dreijähriger!

Kinder im Alter von 6 Monaten können den Sinn von Worten noch nicht erfassen! Sie können Ihrem Kind also viel erzählen, mit dem Tonfall beruhigen, aber sobald Sie weg sind, kennt Ihr Kind nur ein Gefühl: Geruch weg, Stimme weg, Mama weg - ALARM!!!!

Nun haben Sie herausgefunden, dass Pucken hilft! Warum benutzen Sie dann dieses harmlose Mittel nicht? Und warum nehmen Sie Ihr KInd abends nicht mit auf die Couch? Da hat es Geruch, Stimme, Schnuller etc. - und Sie müssen nicht aufstehen.

Und das Ihr Sohn nachts nach dem Schnuller weint - auch normal. Er hat den Schnuller sicher irgendwann mal bekommen, damit er ruhig ist. Nun kann ein Kind mit 6 Monaten einen rausfallenden Schnuller nicht selber wieder reinstecken (rausziehen geht und wird stolz immerwieder demonstriert)! Also muss er sich melden, damit das jemand tut. Hat immer prima geholfen. Nun sind KInder in dieser Altersphase nachts aktiver, da sie natürlich aufregende Tage zu verarbeiten haben (auch wenn wir meinen, es war doch gar nichts!). Schnuller raus - rufen Schnuller rein.
Auf einmal eine neue Situation: Schnuller raus - rufen - keiner kommt - lautes Rufen - es kommt immer noch keiner - noch mehr anstrengen beim Rufen, damit endlich der Zustand (den SIE Ihren Kind beigebracht haben) "Schnuller rein" wieder hergestellt ist!

Ihr Kind kann NICHT verstehen, wenn die Normalsituation nicht hergestellt wird - es gerät in Panik, denn das niemand kommt, dass ist für Ihr Kind höchste Not!

Vielleicht sollten Sie das Kinderbett einfach neben Ihr Bett stellen, dann ist es nur ein Handgriff mit dem Schnuller rein.

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 06.01.2008

Antwort:

Baby kann sich nicht selbst beruhigen

du verlangst deinem sohn sehr viel ab. warum ist puckn keine lösung nd warum sollte er sich ohne nuckel und alleine beruhigen können. er iast nicht mal ein halbes jahr alt.
ich glaub du hast da falsche vorstellungen.
lg Anett

von emres am 05.01.2008

Antwort:

Leider normal...

Hallo,

meine Kinder waren in diesem Alter auch oft sehr früh wach. Und auch das Einschlafen klappt bei Babys meist einfach nicht so glatt und schnell, wie wir gestressten Eltern uns das wünschen würden.

Probiere nicht viel herum, Dein Sohn braucht einen festen Rhythmus. Den Mittagschlaf ausfallen zu lassen, wäre zu früh. Du kannst ihn aber verkürzen und so die Gesamtschlafmenge etwas reduzieren. Manchmal hilft das, die Kids sind dann tatsächlich abends müder und schlafen morgens länger. Bis so eine Maßnahme Erfolg zeitigt, dauert es etwa 14 Tage - so lange braucht das kindliche Gehirn, um sich hier umzustellen. Bis dahin sieht es so aus, als bringe die Verkürzung nichts - das ist normal! Also bitte Geduld haben.

Grundsätzlich ist es aber so, dass Kinder in den ersten zwei Lebensjahren unregelmäßig und unzuverlässig schlafen, oft oder zu früh aufwachen, schwer einschlafen etc. Das ist alles völlig normal. Und das ist es ja bekanntlich, was das Jung-Eltern-Dasein so extrem anstrengend macht, seufz!

Weißte, bevor man Eltern wird, ist man gewohnt, für alles möglichst rasch eine Lösung zu finden. Auch Du denkst momentan noch so und möchtest die unangenehmen Schlafgewohnheiten Deines Babys gern "regeln", wie Du selbst sagst. Das kann ich gut verstehen, das wäre wirklich prima, wenn das ginge. Leider ist das Leben mit Baby viel, viel komplexer als das Meiste, was man vorher im Alltag erlebt hat. Schnelle und bequeme Lösungen gibt's jetzt nicht mehr.

Wenn Du Dein Kind noch besser verstehen möchtest, lies doch mal das wirklich gute Buch "Babyjahre" des Schweizer Kinderarztes und Entwicklungs-Forschers Remo H. Largo. Man weiß danach viel mehr über sein Kind, versteht seine Bedürfnisse und sieht die Welt mal aus seiner Sicht - eigentlich für alle Eltern ein Muss, finde ich. Sonst läuft man Gefahr, seinem Kind ständig die eigenen, erwachsenen Erwartungen aufzustülpe, und das bringt automatisch Frust, Enttäuschung und Stress mit sich - auf beiden Seiten. Auch und vor allem beim Schlafverhalten.

Liebe Grüße,

Bonnie

von Bonnie am 05.01.2008

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