Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Essensplan Baby 9 Monate

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Guten Morgen,

ich bin mir sehr unsicher, ob ich meine Kleine ausgewogen ernähre. Können Sie einen Blick auf meinen Plan werfen?

ca. 7 Uhr: 230 ml 1er Milch
Vormittags als Zwischenmahlzeit: ein paar Stücke Obst auf die Hand, evtl etwas Brot mit Frischkäse/ Leberwurst
12 Uhr: selbstgekochter grob pürierter Brei ( Kartoffeln/ Reis/ Nudeln, Gemüse, Fleisch - das ungewürzte Essen von uns) ca. 200g, ab und an ein halbes Obstgläschen als Nachtisch
ca. 15 Uhr GOB oder Obst und eine Scheibe Brot/ Zwieback,...
18 Uhr Milch- Getreide- Brei (200g)
19:30 Uhr Gute- Nacht- Flasche (meist trinkt sie 150 ml 1er)

Zwischendurch trinkt sie bis 150 ml Tee/ Wasser - mehr möchte sie nicht.

Ist das ausgewogen genug? Oder zu Obstlastig? Was kann ich ihr noch als Zwischenmahlzeit anbieten?

Ach: sie ist übrigens jetzt knapp 9 Monate alt, 69 cm groß und wiegt 8,4 kg. Sie ist seeeeeeeeehr aktiv und eigentlich den ganzen Tag am krabbeln, klettern,... Nachts schläft sie durch (19:30 bis 6 Uhr)

von DieChristiane am 19.04.2013, 07:36 Uhr

 

Antwort auf:

Essensplan Baby 9 Monate

Hallo DieChristiane
im Groben betrachtet, scheint bei eurem Plan alles bestens zu sein.
Zusätzlich kannst du vermehrt Familienkost geben.
Wichtiges Kriterium der Familienkost ist es, dass ein Kind bei Tisch nun als vollwertiges Familienmitglied behandelt wird, mit eigenem Teller und Besteck und fast alles mitessen darf, was alle essen. Kinder lernen vor allem durch Nachahmung. Dafür ist es wichtig, dass ihr alle zusammen esst.
Das bedeutet, dass dein Kleiner weiterhin seine gewohnten Breie und Speisen bekommt, er zusätzlich querbeet vom Tisch probieren darf und der Sepiseplan sich dadurch stetig erweitern kann. Von den üblichen Familienspeisen darf euer Kind probieren - immer häufiger und immer mehr.
Ab dem 10. Lm ist das Kennenlernen und erste Annäherungen an die Familienkost schon besonders wertvoll, weil Babys diesen Alters noch neugierig sind. Diese Neugier weicht mit fortschreitendem Alter einer Skepsis. Deshalb ist es wichtig, dass die Kleinen jetzt schon viel Gelegenheiten bekommen neue Geschmacksrichtungen, Aromen etc kennenzulernen. Dafür reichen kleine Mengen. Dein Kind darf mitessen - aber es muss keine üppigen Portionen von dem neuem und unbekannten Gericht essen, Dein Kind kann diese Esserfahrungen zunächst noch als spielerischen Anreiz nehmen, um Essen mit allen Sinnen zu erfahren und sich vorerst noch an den üblichen Breien satt essen. So kann dein Kind die unterschiedlichen Geschmäcker und Konsistenzen unterschiedlicher Nahrungsmittel kennen lernen.
Biete Brot an. Schön in kleine Häppchen geschnitten, damit sie diese selbst essen kann.
Familienkost ist Erlebnis! Lass dein Kind riechen, kosten, matschen, picken, kosten, kauen, lecken, abbeissen, bei dir mitessen, u.v.m.
Babys in diesem Alter wollen meistens eigentlich alles probieren. Reißen Mama und Papa das Brot aus der Hand. Sie begutachten die Speisen, die auf dem Tisch stehen - zuerst mit den Händen, dann mit dem Mund wobei manches geschluckt und manches wieder ausgespuckt wird. Butter ist oft ein interessantes Untersuchungsobjekt. Da werden die Finger versenkt, oder Nudeln werden auf den Boden geworfen, Brot in sämtliche Einzelteile zerpflückt, der Belag vom Brot heruntergeholt und gekostet, der Belag nur abgeleckt, Hände im Kartoffelbrei gebadet....
Ein reichhaltig gedeckter Tisch weckt die Neugier und fördert das soziale Lernen, das einen sehr großen Stellenwert in der Ernährungserziehung einnimmt.
Das soziale Lernen basiert auf dem Nachahmungsinstinkt. Je mehr euer Kleiner bei euch Großen sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte er dem nacheifern.
Der Forscherdrang ist in dieser Altersphase sehr ausgeprägt. Alle Sinne wollen beschäftigt sein.
Neue Esssitten und Rituale treten nun an Stelle althergebrachter Gewohnheiten.
Gib ruhig weiterhin den gewohnten Brei, falls gewünscht oder gefordert, denn das vermittelt deinem Baby Sicherheit, und durch Neugier wird sich das Repertoire langsam erweitern.
Stückige Kost ist nur dann noch problematisch, wenn sich dein Kind zu häufig daran verschluckt. Statt der üblichen geschmacklosen Brei kannst du trotzdem mit Familienkost weitermachen und diese entsprechend aufbereiten, wenn es erforderlich ist.
Zerdrücken, pürieren, mischen...
Lass dein Kind aktiv am Essen teilhaben. Gib einen Teller oder eine Schüssel, in die du Basics wie Nudeln, Kartoffel oder Gemüsestückchen/stäbchen) füllst. Die Dinge kann dein Kind auch erst mal nur zunächst spielerisch erkunden, was auch, oder eben bevorzugt in diesem Alter, mit dem Mund geschieht.
Du kannst das Essen auch grob mit einer Gabel zerdrücken oder durch die Kartoffelpresse drücken. Auch so wird die Nahrung gut essbar ohne zu viel Kauaufwand zu fordern. Zum Kennenlernen neuer Geschmackseindrücke ist eine einzige Nudel oder Erbse, die du notfalls zusätzlich zum Brei gibst, zunächst ausreichend und führt ganz zaghaft an die Familienkost heran. Auch andere Speisen können statt Brei gegeben werden. Banane und andere Obstsorten bspw gerieben, zerdrückt, in Stückchen. Probier es aus. Und übt auch das Trinken aus anderen Gefäßen.
Nicht nur die Konsistenz (Stückchen), sondern auch die Vielfalt charakterisiert die Familienkost. Es müssen niemals Riesenmengen von Neuem gegessen werden. Oft reicht es auch, wenn das Kind die Bereitschaft zeigt, überhaupt zu probieren. Auch wenn es nur bspw eine einzige Erbse wäre. Beim nächsten Mal wären es dann zwei und so weiter.

Biete vermehrt gewöhnliche Lebensmittel und Speisen an, damit sich dein Kind daran gewöhnen kann. Macht die gemeinsamen Mahlzeiten zum Erlebnis. Farbenvielfalt, verschiedene Gerüche, die sich schon beim Kochen in der Wohnung verteilen, Kostproben direkt am Herd. All das macht Lust und Neugier auf Essen.
Beim Mittagessen gibt es einfache Speisen vom Tisch. Das können Nudeln oder gekochte Kartoffeln sein, auch Gemüsestückchen und Fleisch, s.o. Besonders gut ist Fingerfood, weil das Essen erlebbar wird, was die Akzpetanz erhöht, Essmengen steigern kann und zusätzlich die Feinmotorik schult.
Startet morgens mit einem gemeinsamen Frühstück und lass deinen Kleinen auch aus Tassen/Bechern trinken.

Grüße
B.Neumann

von Birgit Neumann am 21.04.2013

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