HiPP Ernährungsberatung

Annelie Last  (Diplom Ökotrophologin)

   

 

Mache ich etwas falsch? Sie isst und trinkt nicht nach Richtlinienmenge.

Guten Tag.

meine Tocher ist jetzt 7 1/2 Monate alt und wiegt 7200g.

Sie ist schon immer ein schlankes Baby und auch schon immer ein schlechter Esser/Trinker.

Sie bekommt von Geburt an Muttermilch, die ersten 10 Wochen nur abgepumpt, dann hat sie endlich gelernt aus der Brust zu trinken. Das Gewicht war laut Kinderarzt immer in Ordnung. Laut Hebamme zu wenig.
Sie nahm ihre Füße schon mit 4 Monaten in den Mund und schaute uns das Essen vom Löffel weg. Ich wollte eigentlich bis zum 6ten Monat warten, doch da sie so viele Anzeichen machte, hat sie dann mit Anfang 5 Monaten zum ersten Mal Beikost angeboten bekommen.
Ich koche selbst.
Am Anfang mochte sie gar nicht, dann habe ich doch noch zwei Mal jeweils eine Woche nach einem Neuversuch gewartet, und jetzt isst sie eben nur ganz wenig. Mit Möhrenbrei habe ich angefangen, bin dann über Kürbis, Pastinaken, dann gemische mit Kohlrabi und Kartoffeln und inzwischen auch 2 mal wöchentlich mit Hühnchen. Anfangs aß sie an guten Tagen etwa 30g pro Mahlzeit und inzwischen mit 7 1/2 Monaten nimmt sie etwa 50-80g zum Mittag ein. Ist das in Ordnung?

Ich biete ihre dazu auch immer Wasser oder ungesüßten Tee an, den sie komplett verweigert.

Seit 6 Tagen bekommt sie jetzt auch einen Abendgriesbrei mit Pre-Milch (allerdings fast Fertigprodukt zum anmischen von Hipp ohne Zuckerzusatz), dazu mische ich etwas selbst gemachten Birnen- oder Apfelmus (ohne Zuckerzusatz).
Abends isst sie immerhin fast 110g. Nimmt aber auch wieder kein Wasser oder Tee zu sich.

Nach dem Brei, sowohl Mittags als auch Abends, verlangt sie allerdings spätestens 10-20 Minuten später die Brust. Das Geschrei geht auch so lange bis sie die Brust bekommt. Ich versuche auf Anraten meiner Ärztin ihr die Brust dann noch sehr lange zu verweigern und ihr die Flasche mit Wasser/Tee oder eine neue kleine Portion Brei erneut anzubieten, doch keine Chance. Da wird am Daumen gelutscht, Panisch gekuckt und geatmet sowie auch viel geschrien. Das halte ich nur meist 1 Stunde durch, manchmal auch 2 und dann gebe ich ihr die Brust.

Dazu muss ich sagen, sie kommt den ganzen Tag über alle 1-2 1/2 Stunden und möchte an die Brust. Nachts (20 Uhr bis 7 Uhr) schläft sie durch, nur gegen 23 Uhr wird nochmal richtig von der Brust getrunken, was auch die einzige Zeit ist, wo sie ordentlich viel trinkt. Sie weckt zu der Zeit nicht von allein auf, ich gebe ihr da von mir aus die Brust, da sie im Schlaf immer ganz schlimm am Daumen saugt bis ich sie wecke um ihr dann die Brust zu trinken geben. Würde ich sie nicht wecken kommt sie dann mehrfach zwischen 1 und 4 Uhr von sich aus.
Es ist nicht so das ich keine Milch habe, davon habe ich reichlich, ihre reichen ihr halt schon ein paar wenige ml, manchmal nur 1-2 Minuten stillen und sie spielt glücklich weiter. Ist es wirklich erforderlich das sie Mittags etwa 150g essen sollte?

Ich möchte es vermeiden ihr Säfte anzubieten und gebe dafür seit ein paar Wochen lieber etwas mehr Wasser in den Brei. Sollte ich das vielleicht lassen?
Ich versuche auch ihr vor der Mahlzeit 2 Stunden lang nichts zu geben. Doch weiß ich nicht ob das nicht vielleicht falsch ist und ich ihr einfach geben soll wonach sie verlangt und sie einfach machen lassen soll. Sprich sie bekommt Mittags und Abends ihren Brei angeboten, ich biete ihr Wasser oder Tee dazu an, wann sie es nicht mag gibt es eben die Brust. Oder ist es für ihre Gesundheit wirklich erforderlich das sie mit Brustentzug lernt Wasser zu trinken? Es ist ja auch nicht so, das sie an der Brust dann nach dem Brei viel trinkt. Nur max. 3-5 min.

Ihr Windel ist mehrfach am tag richtig nass (nutze allerdings Stoffwindeln und Wechsel daher öfter) und inzwischen macht sie nur noch 1-2 mal pro Tag ein großes Geschäft. Von daher sehr ich eigentlich kein Problem das sie zu wenig trinkt oder isst. Sie isst/trinkt nur sehr häufig in kleinen Miniportionen.

Ich habe auch gedacht es könnte an Lätzchen oder Löffelvarianten liegen, doch auch verschiedene Modelle/Formen/Material bringen keine Besserung.
Ich füttere sie auf dem Arm und halte dabei ihre Arme so fest, dass sie nicht immer mit den Händen im Brei matscht oder den Löffel klaut,

Mein Umfeld redet mir nur ständig dazwischen das es einfach mehr sein muss. Meine Schwiegermutter ist total schockiert das ich überhaupt noch stille, wobei ich vorhabe dies nach Richtlinien der WHO auch so etwa 2 Jahre zu machen, bzw. so lange meine Kleine möchte. Wenn sie nächste Woche sagen würde ich mag keine Muttermilch mehr, hätte ich damit also auch kein Problem.

von Ardira am 10.12.2014, 16:23 Uhr

 

Antwort:

Mache ich etwas falsch? Sie isst und trinkt nicht nach Richtlinienmenge.

Liebe Ardira,

ich kann verstehen, dass Sie sich als Mama Gedanken über die Entwicklung und die Essensmengen machen.

Ich sehe, dass so wie Ihr Kinderarzt 7,5 Monate und 7,2kg passen sehr gut zusammen und liegen absolut in der Norm. Ihre Kleine ist rein auf die Zahlen geschaut nicht zu leicht. Vielleicht ist Ihre Kleine etwas größer als Ihre Alterskollegen und wirkt deshalb so zart. Zu leicht ist sie nicht!

Toll das es am Abend besser mit der Beikost klappt. Sicher wissen Sie, dass Babys mit der Geschmacksvorliebe „süß“ zur Welt kommen. Durch die ebenfalls süß schmeckende (Mutter)Milch wird diese Vorliebe noch verstärkt. Mit der Einführung des Gemüsebreies müssen Kinder erst lernen, einen ganz neuen und anderen Geschmack zu akzeptieren. Der Milchbrei kommt der angeborenen Geschmacksvorliebe „süß“ eher entgegen als der etwas fremde Geschmack des Gemüses. Vielleicht isst Ihre Kleine deshalb abends etwas mehr vom Brei!

Solange Sie noch so häufig stillen und es nur zwei (kleine) Mahlzeiten vom Löffel gibt, benötigt Ihre Tochter keinerlei weitere Flüssigkeit. Machen Sie sich also keine Gedanken! Bitte rühren Sie auch kein zusätzliches Wasser unter den Brei. Ihrer Kleinen fehlt keine Flüssigkeit sondern feste Nahrung.
Ihre Muttermilch, die Ihr Baby noch erhält, stillt nicht nur Hunger sondern auch Durst gleichermaßen.

Wird die Nahrung insgesamt fester, verspüren die Kleinen überhaupt erst richtigen Durst und lernen diesen mehr und mehr mit Getränken zu stillen.
Selbstverständlich können Sie solange stillen, wie Sie und Ihre Kleine das wünschen. Lassen Sie sich da nicht reinreden.

Aber zusätzlich zur Muttermilch benötigt Ihr Töchterchen auch Beikost vom Löffel für ein gesundes Wachstum. Eine Mahlzeit mit Gemüse und besonders Fleisch ist wichtig, weil die Eisenvorräte, die das Baby im Mutterleib angelegt hat, allmählich aufgebraucht sind.

110g sind am Abend schon eine gute Portion, die sich vielleicht noch steigern lässt. Mittags sind 50 bis 80g noch recht wenig. Die Portionsgröße und Angaben auf den Produkten sind natürlich nur Richtwerte. Es gibt auch Kinder die mit weniger zurechtkommen. Wenn Ihre Kleine aber 10 bis 20 Minuten nach der Löffelmahlzeit schon wieder gestillt werden möchte, war es nicht genug Brei.

Auch das sehe ich wie Ihre Kinderärztin. Versuchen Sie Ihr Mäuschen schon etwas mehr zu fordern, machen Sie es ihr nicht zu leicht. Knicken Sie nicht gleich ein, wenn sie meckert. Reichen Sie nicht sofort die Brust, sondern probieren Sie es nach diesen 10 bis 20 Minuten erneut mit dem Brei.
Ganz wichtig: Versuchen Sie die Mahlzeiten auf etwa 5 bis 6 Mahlzeiten am Tag zu begrenzen. Die vielen Milch-Snacks (alle 1-2 1/2 Stunden) mindern den Appetit und Ihre Kleine „snackt“ sich so durch den Tag. Geben Sie Ihrer Tochter die Chance, dass sich auch mal ordentlich Hunger aufbauen kann.
Denn noch isst Ihre Kleine sich an der Muttermilch satt und hat dadurch weniger Hunger auf Ihre Breie. Wird die Milchmenge etwas weniger, steigt auch der Appetit auf den Brei.

Bedenken Sie auch nicht jedes Schreien oder Saugen am Finger bedeutet immer gleich Hunger. Vielleicht will Sie einfach nur Ihre Nähe, die sie beim Stillen ja bekommt und dann zufrieden ist. Vielleicht drückt auch das Bäuchlein oder die Zähnchen kommen.
Ihr Kleine sollte auch nicht lernen, dass sie nur mit Essen beruhigt werden kann. Da gibt es viele andere Möglichkeiten. Spieluhr, Lied singen, Geschichte vorlesen, Schmusetuch mit Geruch von Mama, streicheln und gut zureden, Fingerspiele, Spaziergänge…

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum Sie Ihrer Tochter nicht rund um die Uhr etwas zum Essen/Trinken anbieten sollten. Denn zwischen den Mahlzeiten repariert der Speichel normalerweise den Zahnschmelz. Diesen Vorgang nennt man „Remineralisation“ - herausgelöste Mineralstoffe werden wieder eingebaut. Mit der Nahrung/Milch wird jedoch der Speichel weggespült und kann die Zähne nicht reparieren.

Gehen Sie konsequent einen Schritt nach dem anderen, bestimmt finden Sie einen gemeinsamen Weg, mit dem Sie beide zufrieden sind.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Töchterchen alles Gute,
Annelie Last

von Annelie Last am 11.12.2014

Antwort:

noch eine Idee

Liebe Ardira,

über Nacht kam mir noch folgende Idee.

Setzen Sie Ihre Kleine ruhig in ein geeignetes, eigenes Stühlchen.

Halten Sie ihre Hände nicht fest, das ist keine bequeme Haltung und macht wenig Lust dies länger als nötig zu akzeptieren. Ihre Kleine soll ja Spaß am Essen haben.

Außerdem ist Ihre Kleine im eigenen Stühlchen auch etwas entfernt von der „wohlriechenden“ Muttermilch, vielleicht ist auch das hilfreich.
Ihre Kleine darf im Brei matschen, sie muss ja mit allen Sinnen erfahren, um was es sich da handelt.

Vielleicht hilft es, denn es gibt Kinder, die man ans Essen locken kann, wenn man sie bei ihrem Forschungsdrang packt. Geben Sie Ihrem Töchterchen ein weiches Löffelchen in die Hand. Bestreichen Sie den Löffel oder ein Fingerchen mit ganz wenig Brei und lassen die Kleine das Essen selbst erforschen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie Ihr Mädchen immer mit an den gemeinsamen Essenstisch nehmen, so dass sie Mama und Papa und eventuell die Geschwister beim Essen beobachten kann. Kinder lernen durch Nachahmen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,
Annelie Last

von Annelie Last am 12.12.2014

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