Katrin Simon

Katrin Simon

Ausbilderin von Kinderkrankenschwestern

Frau Katrin Simon ist Kinderkrankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe und Mutter von zwei Kindern. Sie hat im klinischen Bereich in der Intensivpflege einer Hochschule gearbeitet, sowie als Dozentin zu div. Themen und als Elternberaterin in unterschiedlichen Einrichtungen. Im Rahmen der Elternzeiten und aktuell ergänzend bietet Frau Simon DELFI Kurse/ Präventions­kurse in einer Hebammenpraxis an.

Derzeit arbeitet Katrin Simon im Bereich der frühen Hilfen und in der Jugendberufshilfe mit jungen Frauen und ihren Kindern, die sich in kritischen Lebenssituationen befinden und eine kontinuierliche Begleitung benötigen. Bei Rund-ums-Baby betreut Frau Simon seit 2002 das Babypflegeforum.

Katrin Simon

Sorgen um die Trinkmenge und auch das Trinkverhalten

Antwort von Katrin Simon

Frage:

Hallo Frau Simon,
Unser Frühchen von 33+6 hat nun seinen dritten Lebensmonat fast vollendet. Wegen einem etwas komplikativen Verlauf waren wir 6 Wochen stationär, ich 24/7 bei ihm.
Im Krankenhaus wird natürlich ziemlich auf die Trinkmenge geachtet. Bei Trinkschwäche haben wir alle Varianten durch: anlegen u währenddessen sondieren, Fläschchen mit ggf zeitweise ergänzender Sonde u zuletzt erst stillen u dann ergänzend Sonde. Nach hin und her sind wir zu Haus jetzt beim Abpumpen u Fläschchen gelandet. Nicht zuletzt dadurch dass ich keine Ruhe habe wenn ich nicht weiß wie viel das Kind getrunken hat. Das ist auch ein springender Punkt, dieser Kontrollzwang.
Früher habe ich andere Eltern dafür heimlich belächelt, jetzt muss ich mir an die eigene Nase fassen. Ich kann meine Elternzeit im Moment nicht genießen weil sich meine Gedanken nur ums Trinken u die nächste Fütterung drehen und ich mir ständig Sorgen mache. Unser Sohn hat zuerst zu Hause sehr gut getrunken, besser als im Krankenhaus und in der ersten Zeit zu Hause auch immer gut über der 1/6 Regel. Seit einer guten Woche allerdings erreichen wir die 1/6 nur noch knapp bzw lagen auch 4 mal darunter (600 oder knapp 700 bei Soll von 800 bzw 830). Allerdings hatte er in der Woche die erste Impfung bekommen, was ja auch gut auf den Appetit schlagen kann bzw der auch viel geschlafen hat.
Schon einen Tag vor der Impfung fing es auch an, dass er plötzlich nach dem ersten Absetzen wegen Bäuerchen nicht mehr vernünftig weitertrinkt. Er sucht den Sauger der Flasche, aber sobald Milch kommt schreit er, mittlerweile hab ich verstanden dass er dann schnullern will an der Flasche (avent natural, kleinster Sauger). Manchmal geht es noch weiter mit trinken nach kurzem schnullern oder mehrmaligen Versuchen, manchmal nicht.

Wir waren grade bei der U4, der Arzt war zufrieden mit unserem Sohn u hat mich versucht zu beruhigen bzgl meiner Bedenken u Sorgen wegen des Trinkens.
Die Eckdaten. Geburtsgewicht von 2000g u im Januar und Februar ziemlich genau ein plus von je 1000g. Aktuell sind wir bei 4850g. Er wirkt auch fit u hat regelmäßig volle pipi u stuhlwindeln. Objektiv also alles in Ordnung, das ist mir schon klar...

Dennoch mache ich mir ständig Gedanken er trinke zu wenig und stresse mich sehr damit. Wie kann ich das abschalten?? Und was können wir tun, dass es wieder ruhiger trinkt ohne "mätzchen"?

von Bluedolphin2019 am 31.03.2021, 20:44 Uhr

 

Antwort auf:

Sorgen um die Trinkmenge und auch das Trinkverhalten

LIebe Bluedolphin
Ich kann Ihre Sorge, um das Wohlbefinden Ihres Sohnes sehr gut verstehen.Nichts ist für eine Mutter wichtiger, als dass ihr Kind gut ernährt ist !
Ich empfinde Sie als sehr reflektiert und mit einem guten und sehr differenzierten Blick auf ihre Situation. Sie spüren genau, dass es "eigentlich" nicht nur um das Gedeihen Ihres Kindes geht, sondern um etwas anderes...
Ich kann nur vermuten und glaube, dass das, was Sie in den vier Wochen Stationsaufenthalt erlebt haben- eine zu frühe Geburt, die Trennung von ihrem Baby ( gab es ein gutes Bonding?). Das Muttersein ist mit dem Wunsch verbunden, etwas für sein Kind tun zu dürfen, es zu nähren, zu pflegen, ihm Schutz zu geben. viele Aspekte sind in der Anfangszeit auf einer Säuglingsstation leider nicht möglich, wenngleich sie oft versucht werden. Dieser gemeinsame Anfang von Ihnen und ihrem Baby hatte einige kleine Stolpersteine. Auch Ihr Kinderarzt hat dies sicher so beobachtet, das Sie einen kleinen tollen fröhlichen und gesunden Sohn haben, der zeigt, dass es ihm ganz wunderbar geht :).

Wenn Ihr Sohn nach dem Absetzen der Flasche nicht mehr weitertrinken möchte, dann lassen Sie ihn bäuern und schauen, ob es noch einen kleinen Nachschlag geben darf oder ob Ihr Sohn wirklich satt ist. Wenn ja, lassen Sie ihn schnullern.

Ein Kind, welches hungrig ist, meldet sich! Vertrauen Sie darauf ! Selbst wenn Ihr Schatz schlanker sein würde, als ein gleichaltriges Kind..., solange ihr Sohn sich gut entwickelt und zufrieden ist, ist er gut genährt :)). Tatsächlich bietet Sorge, Stress und Druck im Rahmen von Nahrungsaufnahme ein großes Potential, dass sich die Situation leider nicht verbessert, sondern verschlechtert.
Und das ist die Aufforderung: vertrauen Sie in Ihren Sohn! Er hat seit seinem Ankommen auf der Welt schon so viel geschafft und bewältigt! Lassen Sie sich von Ihrem Sohn leiten und lernen seine feinen Zeichen kennen, die Ihnen sagen, dass er trinken möchte und auch selbstbestimmt aufhören will.

Die Impfung kann ein Grund sein, dass Ihr Sohn momentan unruhig ist, vielleicht sogar Verdauungsprobleme hat. Impfunruhe kann man sehr gut mit Virburcolzäpfchen behandeln. Vllt. kann dies die Unruhe so einschränken, dass Ihr Sohn auch wieder ruhiger trinken möchte/Kann. Gegen Bauchweh können Sie carumcarvi Zäpfchen verbreichen.

Wenn Ihrem Sohn unwohl ist, dann ist dies eine Phase und Ihr Sohn reagiert instinktiv darauf, auf Nahrung zu verzichten. Vllt. mag er einen dünnen lauwarmen Fencheltee...
Und danach Milch.
Wenn das Trinken ganz aufhört und damit die Flüssigkeitsaufnahme stoppt, sollten Sie bitte einen Arzt aufsuchen.

Vorerst aber, können Sie noch abwarten und schauen, ob Ihnen die Ruhe und das Vertrauen in Ihren Sohn es ermöglicht, dass die Sorge kleiner wird :).

Bei Fragen melden Sie sich bitte gerne!

Liebe Grüße von Katrin

von Katrin Simon am 01.04.2021

Antwort auf:

Sorgen um die Trinkmenge und auch das Trinkverhalten

Liebe Frau Simon, vielen Dank für ihre ausführliche Antwort.
Die haben sicher Recht, dass ich schon irgendwie eine Art Trauma habe von der frühen Geburt u der langen anstrengenden Zeit im Krankenhaus im Anschluss...
Eigentlich war das ganz initiale Bonding gut, der Kleine durfte direkt auf meine Brust und auch nach der ersten Untersuchung durften wir auf der Intensivstation noch kuscheln. Danach wurde ich voll eingebunden in die Pflege, was ja gut war. Allerdings habe ich mit abpumpen der Milch dann echt volles Programm gehabt, um zwischendrin auch noch ,al etwas zu schlafen und zu essen. In dieser Zeit habe ich es tatsächlich versäumt noch etwas zu kuscheln neben der "Grundpflege" weil ich einfach zu kaputt war und auch das "arme verkabelte Kind" gefühlt in Ruhe lassen wollte.

Im Moment wechselt es tageweise ob es mir gut geht oder nicht. Es kommt immer noch vor, dass ich stark weinen muss wenn er wenig trinkt... wenn mein Mann da ist, beruhigt er mich und es geht zumindest besser. Dann habe ich auch nicht das Gefühl ich wäre für alles verantwortlich.

Wir wiegen wöchentlich und wenn diese Woche trotz geringer Menge eine Zunahme besteht dann bin ich vllt etwas beruhigter... aber wer vorher mit 800-950 ml gut, aber nicht übermäßig zugenommen hat, der wird jetzt mit knapp 700 wohl eher stagnieren oder ?
Wie lange halten denn diese Phasen mit weniger Hunger so im Schnitt an?

von Bluedolphin2019 am 08.04.2021

Antwort auf:

Sorgen um die Trinkmenge und auch das Trinkverhalten

Liebe Bluedolphin
Ja, die Frühchenzeit ist für alle Beteiligten eine sehr anstrengende Zeit und hinterlässt doch ein gewisses Maß an Erschöpfung und auch Sorge/Unruhe, wenn sich Dinge anders zeigen, als man sie sich wünscht- trotz der bestmöglichen Versorgung und des Wissens über alles.

Die Trinkmenge ist nicht immer nur entscheidend für ein gutes Zunehmen. Sondern auch, ob Ihr Baby parallel an Länge gewachsen ist, andere Reifeprozesse durchlaufen hat ( dazu gehören auch die fortschreitende Organreife, Hirnentwicklung usw), als auch die Fortschritte und Reifungen im emotional/seelischem Bereich und natürlich, die der Kognition und Motorik.
Warten Sie das Wiegen ab :)).

Haben Sie Kontakt zu anderen Frühcheneltern oder Frauen, die eine Kaiserschnittgeburt erlebt haben? Ich bin mir sicher, dass es gut wäre, sich auszutauschen und einen Raum zu haben, in dem ganz bestimmt! auch über das Verhalten der Kinder, welches ggf. mit Unsicherheiten oder gar Sorgen, verbunden ist, gesprochen wird.

Hier im RUB haben Sie sicher schon die Gruppe entdeckt, oder?

Ich bin gespannt, wie es bei Ihnen weitergeht. Melden Sie sich gerne wieder!

Liebe Grüße von Katrin

von Katrin Simon am 08.04.2021

Antwort auf:

Sorgen um die Trinkmenge und auch das Trinkverhalten

Nein besagte Gruppe habe ich noch nicht entdeckt, können sie mir auf die Sprünge helfen?
Ein Austausch täte mir sicher gut. Ich stehe zwar mit Freundinnen in Kontakt.
, und die versuchen mich auch zu beruhigen, aber bei ihnen war es eher ein ganz normaler Verlauf ohne größere Probleme.

von Bluedolphin2019 am 09.04.2021

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