Liebe Frau Schulze, ich bin im Moment sehr belastet. Wir hatten das große Glück, nach 3 Jahren Kinderwunschbehandlung mit mehreren Icsis und nach zwei biochemischen Schenagerschaften mit Spendersamen schwanger zu werden.  Ich bin nun in der 20. Woche und mein Mann und ich sind überglücklich über die Schwangerschaft. Allerdings habe ich sehr, sehr viel Angst, sodass ich mich noch nicht getraut habe, es allen zu erzählen, übermäßig z.B. auf Hygiene wegen Listeriose achte, mich nicht traue Sport zu machen, oder auch nur leichte Dehnübungen, schlecht schlafe, aus Angst vor der falschen Schlafposition... Ein zweiter Punkt ist folgender: Früher hatte ich eine Zwangsstörung, die seit 8 Wochen nun stark wieder aufgeflammt ist. Das ist das Schlimmste. Meine Therapeutin sagt, man darf keine Expositionstherapie machen, weil Stress dem Baby schadet, sodass ich nur Vermeiden kann. Mein Bewegungsradius wird immer kleiner. Durch den Gedanken meinem Baby durch Stress zu schaden fahre ich kein Auto mehr und arbeite nur noch im Home-Office. Ich sage der Therapeutin, dass es mir immer schlechter geht, aber sie sagt nur, wir können keinen Stress risikieren und wenn ich außerhalb des Hauses Angst bekomme, soll ich es mir eben auf dem Sofa gemütlich machen.  Wissen Sie Anlaufstellen, wo ich Hilfe bekommen kann, also gibt es Psychotherapeut*innen, die sich mit Zwangsstörungen bei Schwangeren auskennen?  Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für mich keine Hilfe geben kann, die Therapeutin sagt, der Fall sei einfach zu speziell. Wissen Sie, wohin ich mich wenden kann? Am Liebsten würde ich meine Schwangerschaft etwas genießen können, oder wenigstens meinem Kind nicht durch den Stress, den ich durch die Zwangsstörung und die Belastung habe, schaden.  Ich würde mich riesig über eine Rückmeldung freuen, herzlichen Dank und viele Grüße  Theresia