Bobby_Car
Sehr geehrte Frau Hartz, ich hoffe, ich bin bei Ihnen richtig. Wir stecken seit 10 Jahren im Kinderwunschkarussel fest und uns geht die Luft aus. Die ersten 2 Jahre waren wir noch optimistisch, bis sich herausstellte, dass meine Gyn einen 300 Gr. Gebärmuttertumor (Myom) einfach übersehen hat. Wir fragen uns nach 8 Jahren immer noch, wie dies möglich war eine faustgroße Raumforderung bei 3-4 Ultraschallterminen im Jahr zu übersehen. Was folgte, war eine offene Bauch-OP, während der einer meiner Eileiter beschädigt wurde, so dass ich von der operierenden Ärztin mit folgendem Satz geweckt wurde"Na Kinderwunsch können Sie sich knicken, wenn dann nur IVF". Kein Wort des Bedauerns, nichts. Da ich beide meine Kinder mit einem Notkaiserschnitt entbinden musste, war uns bereits klar, dass eine erneute OP mit Risiken verbunden sei. Doch was uns in dieser OP genommen wurde, ist unbeschreiblich. Seit dieser OP vor 8 Jahren habe ich keinerlei Empfinden mehr in meinem Intimbereich. Offensichtlich werden die Signale nicht bis nach oben zum Hirn weitergeleitet. Mein Mann ist der Meinung, ich hätte schon Orgasmen, diese spüre ich selbst aber nicht. Ich habe auch keine Verlangen. Dadurch ist unsere Sexualität für mich nur noch eine Qual bzw. harte Arbeit, was die Beziehung zusätzlich zum Kinderwunsch belastet... Ich - Schilddrüsen-, pre-Diabetes- und Asthmapatientin mit Bandschabenvorfällen und Wirbelgleiten wollte von einem IVF/ ICSI nichts hören, schließlich hatte ich bereits 2 gesunde Kinder, mein Mann jedoch nicht und so wurde des Wunsch nach einem gemeinsamen Kind immer größer. Ein Jahr später wurde ich - obwohl von den Ärzten völlig ausgeschlossen - unerwartet auf natürlichem Wege schwanger, in der 12 SSW dann ein Abort. Dann wurde bei mir Endometriose diagnostiziert, mehrere laparoskopische Sanierungen auch wegen Verwachsungen und schließlich die Diagnose pathologisch Vergrößerte Gebärmutter nebst Adenomiose. Das hat mir den Rest gegeben. Zwei IVF in einer hiesigen Uniklinik haben nicht gefruchtet, zwar entwickelten sich die (imsgesamt auch nur 2) befruchteten Eizellen wunderbar, konnten sich jedoch nicht einnisten. Anschließend hat sich mein Mann auch mit COVID angesteckt, wodurch wir eine längere Phase von Azoo- und Teratospermie durchmachen mussten. Das war schon sehr hart... Dann bereits schon 41 J. wollten wir einen letzten Versuch im Ausland starten. Dieser musste wegen meiner COVID-Erkrankung abgebrochen werden, die bereits bezahlten Medikamente sind in den darauffolgenden 3 Monaten abgelaufen. Die Klinik hat sich geweigert, die Behandlung durchzuführen und/oder die ungeöffneten Medikamente umzutauschen. Der Wunsch brennt nach 10 Jahren immer noch und es ist für mich unerträglich, Mütter/Väter mit ihren kleinen Kindern zu sehen. Unser Kind wäre bereits 6,5 Jahre alt... Ich fühle meine Weiblichkeit nicht mehr (auch durch die verpfuschte OP) und auch, weil ich keine Kinder bekommen kann. Biologisch betrachtet wäre es doch eine der natürlichsten Aufgaben einer Frau. Und ich kann es nicht, nicht auf natürlicher Weise und nicht mit Hilfe der Wissenschaft, weil da mehrere Ärzte einfach vor, während und auch nach der OP weggeschaut haben. Ich komme schlecht bis gar nicht damit klar. Rartional betrachtet ist der Fall ganz klar: Mein Körper ist nicht in der Lage, eine erneute Schwangerschaft durchzumachen. Mit mittlerweile 43 ist es nichts ungewöhnliches. Hier könnten wir also endlich einen Punkt statt eines Kommas verwenden und den ganzen Kinderwunsch ad acta legen. Wir könnten einfach unser Leben weiterleben. Doch: Dieser verflixte Kinderwunsch.... Meine Endometriose ist so ausgeprägt, dass ich mich 10 Tage im Monat vor Schmerzen krümme, und ich kann durch die starke Blutung die Wohnung kaum verlassen. Mein ganzer Körper schmerzt, ich kann oft den Haushalt nicht mehr erledigen doch es muss irgendwie weitergehen. Seit 1,5 Jahren blute ich 18 Tage im Monat - inkl. Kontakt- und Wischenblutungen. Das ist kein Leben mehr so. Wir haben meine Frauenärztin, die uns seit 8 Jahren begleitet, mehrmals konsultiert und wollten wissen, ob eine Hysterektomie mehr Lebensqualität bringen würde oder ein letzer Versuch, diesmal mit einer Eizellenspende noch sinnvoll wäre. Leider bekommen wir keinerlei Aussagen, immer nur "abwarten, in 6 Wochen noch dies testen und in 3 Monaten jenes testen". Wie können wir bitte eine Entscheidung treffen? Das Thema ist doch hochemotional und wir sind beide mittlerweile am Ende. Eine Hysterektomie ist so endgültig doch jeden Monat einen kleinen Tod zu durchleben unerträglich. Ich hätte nichts gegen eine Adoption aber mit mittlerweile 43 ist dies auch nicht mehr so einfach machbar. Mein Mann besteht leider auch darauf, seine Gene weitergeben zu müssen... Er hat es ganz klar kommuniziert, dann würde er die Verantwortung für das adoptierte Kind nicht übernehmen. Für Ihre fachmännische Meinung bin ich Ihnen, Frau Hartz, sehr dankbar. 🌷 Sonnige Grüße Amelie
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