Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zuviel Milch!

Frage: Zuviel Milch!

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Hallo Biggi! Mein Sohn ist 1 Woche alt und wollte die ersten Tage dauernd an die Brust, was er auch durfte. Nun habe ich aber soviel Milch das er damit völlig überfordert ist. Ich muß erst Milch per Hand abdrücken damit der überhaupt an die Brust geht weil ihm die Milch so reinschießt und er mit dem Schlucken nicht hinterher kommt. Während er dann irgendwann trinkt läuft auf der anderen Seite die Milch fröhlich aus was mir ja aber dann auch Erleichterung schafft. Ich lege eine Mullwindel vor die Brust und die ist hinterher klatschnass! Meine Hebamme hat mir schon geraten nur eine Seite zu stillen pro Mahlzeit was auch gut klappt und ich solle die milch ruhig laufen lassen. Soll ich die Milch laufen lassen oder lieber abdrücken das nichts ausläuft? Hast Du sonst noch einen Tipp für mich um das ganze in den Griff zu kriegen? Wecken und Stillen klappt übrigens nicht! Danke für Deine Tipps: Jessine


Biggi Welter

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? Liebe Jessine, der wichtigste Tipp für dich jetzt ist: habe Geduld und lass dir und deinem Kind Zeit, damit sich die Stillbeziehung einspielen kann. Nach einer Woche ist es vollkommen normal, dass sich noch kein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage eingependelt hat und das Ausfließen von Milch zwischen den Stillzeiten oder auch auf der anderen Seite während Du stillst ist normal. Bei einem gut gedeihenden Kind kann der Tipp, immer nur an einer Brust pro Stillzeit anzulegen berechtigt sein. Letztlich wirst Du ausprobieren müssen, womit ihr beide am besten zurecht kommt. Vielleicht versuchst Du es auch mit den folgenden Tipps, die sich bei einem starken Milchspendereflex bewährt haben: Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (eine Windel zum Auffangen der Milch hinlegen und nicht vergessen den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen". Dazu wird das Baby so gehalten, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als die Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnt sich die Mutter dabei nach hinten, beim Wiegengriff wird das Baby von unten mit zwei Kissen im Schoß der Mutter gestützt und die Mutter lehnt sich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - die Häufigkeit der Stillmahlzeiten erhöhen. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößert werden, verschlimmert sich das Problem noch weiter. - nur eine Brust pro Mahlzeit anbieten. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn das Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden angeboten wird, bevor die Seite gewechselt wird. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, sollte gerade soviel Milch ausgestrichen werden, dass sich die Frau wieder wohl fühlt, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - das Baby stillen, wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - verschiedene Stillpositionen versuchen(auch das oben beschriebene Berg-auf-Stillen) Eventuell kann das Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf dem Bauch der Mutter liegt. So könnte sie dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf ihrem Bauch einschlafen lassen.) - das Baby oft aufstoßen lassen. - den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller vermeiden. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Lass die Milch ruhig laufen und verschaffe dir auf diese Weise Erleichterung. Falls die Brust sehr spannt und dein Kind nicht mehr trinken mag, kannst Du vorsichtig ein wenig Milch ausstreichen und die Brust anschließend noch kühlen. Aber wie gesagt: das Wichtigste ist, dass Du dir und deinem Kind einfach die Zeit gönnst, die ihr braucht, damit sich das Stillen einspielen kann. LLLiebe Grüße Biggi


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