Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zunahme und Verhalten an Brust

Frage: Zunahme und Verhalten an Brust

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Liebe Biggi, bei uns ist es genau so wie bei Pia (siehe Frage weiter unten). Meine Tochter Lucie ist heute 12 Wochen alt. Bei ihrer Geburt wog sie 3400 g und war 50 cm groß, Köpfumfang: 36 cm. Erst gestern war ich beim Kinderarzt um mal wieder ihr Gewicht zu kontrollieren: 5100 g (wir haben mal selbst ihre Größe gemessen: ca. 60 cm). Ich stille Lucie voll. Noch. Gestern habe ich mir aber Milchersatznahrung gekauft. Regelmässig ereilt mich die Stillkrise. Lucie hat nach wie vor Abstände von ca. 1 1/2 bis 2 Stunden. Ausser wenn ich mit ihr spazieren gehen, dann schläft sie manchmal so fest, dass ich sie schon nach 4 o 5 Stunden geweckt habe. Sie schläft ansonsten tagsüber höchstens ein halbes Stündchen und will ständig an die Brust. Ich stille nach Bedarf, doch das wochenlange Marathonstillen erschöpft mich sehr und zieht an den Nerven. Vor kurzem hatte ich einen Hörsturz, bin verspannt und total ausgelaugt. Stillen um JEDEN Preis? Ich bin oft kurz davor, zum Fläschchene zu greifen, weil ich einfach nicht mehr kann. Aber ich glaube, ich würde mich dann als Versagerin fühlen. Blöd was? Aber ich würde so gern wissen, was wäre wenn. Ausserdem hab ich abends kaum noch Milch und Lucie wird nicht satt. Ihr niedrigstes Gewicht (U2): 3360 g Weitere Vorsorgeuntersuchung U3: 3900 g, Grösse 52 cm, KU: 37,5 cm. U4: 4720 g, Grösse 56 cm, KU: 39,5 cm. Nächste Wochesteht U5 an. Lucie hat schon so ihre 6-7 nasse Windeln und 2-3 mal Stuhlgang. Sie bekommt nichts außer Muttermilch. Selten hat sie einen Schnuller, sie spuckt ihn sowieso wieder raus ;) Krank war sie nicht. Ich weiss noch nicht, wie ichs anstellen soll, doch morgen will ich gern mit meinen ehem. Arbeitskolleginnen essen gehen. Papi würde ja gern alles tun, dass ich weggehen kann - doch Lucie will nur eins - meine Brust. Liebe Grüße Kristina und Lucie


Biggi Welter

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Liebe Kristina, deine Tochter hat durchschnittlich 140 Gramm pro Woche zugenommen, sie gedeiht also gut. Du schreibst, dass Du meinst, dass sie abends nicht satt wird. Ich habe den Eindruck, dass Du nicht ganz die richtigen Vorstellungen vom normalen Trinkverhalten eines Babys hast und daher einiges falsch interpretiert hast. Kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, das die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Wird in dieser Situation zugefüttert, so wird in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen und das kann der Beginn des unfreiwilligen, vorzeitigen Abstillens sein. Deine Tochter verhält sich also absolut so, wie es von einem so kleinen Baby zu erwarten ist. Letztlich kannst jedoch nur Du ganz alleine die Entscheidung treffen, ob Du weiter stillen willst (vielleicht auch nur teilweise) und es hat nichts damit zu tun, ob eine Frau eine gute Mutter ist oder nicht, ob sie stillt. LLLiebe Grüße Biggi


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Liebe Kristina und Lucie! Es werden immer wieder Zweifel auftreten! Reicht die Milch? Schaffe ich das überhaupt?... . Wichtig ist das Ihr Euch wohl fühlt. Wenn Du nicht mehr kannst oder möchtest solltest Du auch keine Schuldgefühle haben sondern auf Deine Maus und Dein Herz hören. Deinem Kind geht es auch nur gut wenn es seiner Mama gut geht. Also Kopf hoch! Egal wie Du Dich entscheidest - Du wirst das Richtige tun. Liebe Grüsse und ganz viel Kraft wünscht Mary. P.S. Finde es super, dass Du 14 Wochen voll gestillt hast. Du must nicht glauben, dass das jede Frau macht. Sei einfach auchmal ein wenig stolz auf Dich.


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