Zufüttern reduzieren & Probleme nach Abszess

 Biggi Welter Frage an Biggi Welter Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

Frage: Zufüttern reduzieren & Probleme nach Abszess

Liebe Frau Welter, Nachdem Sie mir schon Anfang Dezember bei kleineren Problemen super weiterhelfen konnten, habe ich nun noch eine weitere Frage. Anfang Dezember fing es an, dass mein Kleiner (inzwischen 8 Wochen alt) kaum/gar nicht an der rechten Brust getrunken und nur geschrien hat - links lief alles ohne Probleme. Nach einem Milchstau wurden die Probleme immer stärker und ich hatte am Ende leider eine Entzündung und einen Abzess direkt unter der Brustwarze. Dieser musste mehrfach punktiert werden und ich habe 10 Tage Antibiotika genommen. Leider war der Abszess so nah an der Brustwarze, dass die Milchgänhe abgedrückt wurden und keine/kaum Mich aus der Brust kam. Inzwischen ist der Abszess halbwegs im Griff, aber leider habe ich rechts fast keine Milch mehr... Zudem ist die Brustwarze noch komplett verändert und so hart, dass der Kleine nicht andocken kann bzw kein Vakuum aufgebaut bekommt. Sowohl Arzt als auch Hebamme meinen, dass wir die rechte Seite nicht mehr zum Laufen bekommen...ich pumpe ca 3x am Tage max 10 ml ab. Daher stille ich seit Wochen ausschließlich links. Nach Rücksprache mit einer Stillberaterin füttern wir nun auch seit 2 Wochen ca 300 ml am Tag zu, da der Kleine nicht ausreichend zugenommen hat und permanent nur am quengeln war. Sie meinte es könnte möglich werden meinen Kleinen auch dauerhaft nur mit einer Brust zu stillen, da sich die Milchbildung anpassen müsste...ich sollte das Zufüttern nach und nach ausschleichen. Letzte Woche hat er ca. 380 g zugenommen mit Zufüttern. Leider scheitert bei uns jeder Versuch die Zufüttermenge zu reduzieren. Der Kleine quengelt und weint tagsüber, wenn er nach dem Stillen nicht noch Pre-Nahrung hinterher bekommt. Er trinkt auch nur ca. 10 bis max 15 Min an der Brust ca alle 2-3 Std. (schluckt zwischen 60 bis 100x) und ist danach nicht mehr zu motivieren weitere W zu trinken. Kann es sein, dass ihm die Trinkmenge tatsächlich nicht ausreicht und wir dauerhaft zufüttern müssen? Nachts stillen wir ausschließlich ohne Zufüttern (auch alle 2-3 Std.), da schläft er sogar oft nach 4-5 Min Stillen wieder ein...windet sich und stöhnt aber oft im Schlaf. Der Bauch grummelt aber auch viel Sind so kurze Trinkphasen/-dauer in dem Alter schon passend bzw könnten sie ausreichend sein? Vielen Dank schonmal und liebe Grüße Katharina

von ToKa am 10.01.2022, 08:56



Antwort auf: Zufüttern reduzieren & Probleme nach Abszess

Liebe Katharina, normalerweise besteht kein Grund zur Sorge wegen der Bevorzugung einer Seite, die Milchmenge in der bevorzugten Brust wird dann mehr und nimmt auf der anderen Seite ab. Das ist im Allgemeinen kein großes Problem, denn es ist durchaus möglich ein Baby mit nur einer Brust zu ernähren (Zwillinge haben rechnerisch auch nur eine Seite zur Verfügung). Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis sich die erforderliche Milchmenge durch häufigeres Anlegen an der bevorzugten Seite eingependelt hat, vielfach sind beim einseitigen Stillen zumindest anfangs die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten auch kürzer. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Je mehr Du nun also zufütterst, um so weniger Bedarf wird gemeldet und die Milchmenge geht weiter zurück. Vielleicht kannst Du ja ein paar „Stilltage“ einlegen, das heißt Du legst Dich mit Deinem Baby ins Bett und kümmerst Dich ausschließlich um Dein Baby und das Stillen. Es kann auch sein, dass Dein Baby durch die Flasche saugverwirrt ist und deshalb an der Brust so frustriert reagiert, deshalb wäre es sinnvoll, nicht mit der Flasche zuzufüttern, sondern eine alternative Fütterungsmethode zu wählen. Auch die Anlegetechnik sollte überprüft werden. Hast Du denn eine Stillberaterin vor Ort? Es wäre außerdem sinnvoll, wenn der Arzt Dir ein Rezept für Lymphdrainagen verordnen würde, damit sich die Gewebeflüssigkeit in der Brust nicht so staut. Lieben Gruß Biggi

von Biggi Welter am 10.01.2022



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