Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zu wenig Milch / Zufüttern

Frage: Zu wenig Milch / Zufüttern

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, Meine Tochter Lisa wird morgen am 1.Juli 3 Wochen alt. Sie wog bei der Geburt 4460 Gramm, war 55 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 38 cm. Sie wurde nach 15 Stunden Wehentätigkeit wegen Mißlage und Geburtsstillstand per Kaiserschnitt geboren. Nach der Geburt wurde Sie mir (nach dem Baden, ich hatte noch Vollnarkose, da die PDA nicht gewirkt hat) gleich an die Brust gelegt. Ich versuche Sie immer anzulegen, wann immer sie Hunger hat und danach verlangt. Bereits im Krankenhaus hat man mir aber empfohlen bei Bedarf zu zufüttern. Was ich auch tun mußte, da sie ab und an vor Hunger nicht mehr zu beruhigen war, da bei mir absolut nichts mehr kam und ich sie an einem Tag bis zur völligen Erschöpfung immer wieder angelegt hatte. Jetzt bin ich seit 2 Wochen zu Hause und finde das es besser geworden ist. Heute zum Beispiel habe ich die ganze Nacht und den ganzen Tag mit der Muttermilch das Kind sättigen können. Allerdings heute Abend war dann wieder alles "leer", ich habe sie ca. 18.00 Uhr angelgt und sie war dann bis 20.00 Uhr nicht satt zu bekommen (ich wiege sie nicht, sie schreit wenn sie nicht satt ist). Dann habe ich ihr mit widerwillen eine HA Nahrung mit der Flasche gegeben - 100 ml hat sie wie nix weg getrunken, danach war (22.00) Ruhe und das Kind endlich satt. Mich ärgert das unwahrscheinlich, daß ich mein Kind nicht nach seinem Bedarf stillen kann, ich möchte keine Flasche zusätzlich geben müssen, außerdem fühle ich mich so abhängig. Sie trinkt auch schlecht aus der Flasche, sie mag das überhaupt nicht, aber "der Hunger treibt es rein". Ich habe auch eine Pumpe ausgeliehen, die nutze ich aber nur ab und an um zu sehen was an Muttermilch kommt. Was kann ich noch tun? Kann es sein, daß mein Kind einfach mehr benötigt, da sie sehr groß und schwer ist und die Milchproduktion sich nicht so schnell an den großen Bedarf anpassen kann? Eigentlich müsste mein Körper doch die Signale bekommen, denn mein Kind saugt ja auch an der Brust, obwohl da nichts kommt. Warme Umschläge und Duschen vor dem Stillen bringt auch nicht allzu viel. Soll ich die Zusatznahrung mit einem ruhigen Gewissen geben und weiter so oft wie möglich anlegen? Die Windeln sind immer gut gefüllt, da gibt es keine Probleme. Das Kind ist gesund und sehr ausgeglichen (ausser wenn sie Hunger hat - oh je ;-) Ich bin um jeden Rat dankbar. Vorallem wenn ich weiss, daß es vielleicht gar nicht so daneben ist, daß sie ab und an die Flasche braucht??!! Was wird eigentlich bei einer Stillgruppe gemacht? Können die helfen? Ganz lieben Dank für die Hilfe! Kikki


Biggi Welter

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Liebe Kikki, Du machst dir Sorgen, dass deine Tochter abends nicht satt wird. Hast Du denn ihr aktuelles Gewicht? Das abendliche „Marathonstillen“ ist in diesem Alter so weit verbreitet, dass es als „normal“ angesehen werden sollte. Der Fachausdruck dafür lautet „Cluster-Feeding“. So kleine Babys wollen häufig, aber vor allem in unregelmäßigen Abständen gestillt werden und fast alle Babys haben eine Tageszeit, zu der sie fast ununterbrochen an der Brust trinken wollen. Wenn dann aus der Furcht heraus, die Milch könne nicht ausreichen, eine Flasche gegeben wird, kommt das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage aus dem Lot. Ich weiß, dass es anstrengend ist, aber diese Phase geht vorbei. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Mit drei Wochen ist deine Tochter im typischen Alter für einen Wachstumsschub. Bei einem Wachstumsschub ist es sinnvoll häufiger anzulegen, damit sich dein Körper an den gestiegenen Bedarf deines Babys anpassen kann. Zusätzlich kannst Du Entspannungsübungen (z.B. die, die Du im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast) machen, um deinen Milchspendereflex leichter einsetzen zu lassen. Eine angespannte und verkrampfte Mutter hat häufig Probleme mit dem Milchspendereflex (s.o.). Denk auch daran, dich ausreichend zu ernähren, deinem Durstgefühl entsprechend zu trinken und dich oft genug auszuruhen. In vielen Fällen ist es hilfreich ein paar „Baby- und Stilltage“ einzulegen. Das heißt Du legst dich mit dem Baby ins Bett, ruhst dich aus und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby, stillst es alle zwei Stunden und lässt den Haushalt von jemandem anders versorgen. Es wäre sicher eine gute Idee, wenn Du ein Stillgruppentreffen besuchen würdest. Dort triffst Du andere stillende Mütter, mit denen Du dich austauschen kannst und hast gleich eine kompetente Ansprechpartnerin bereit. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Liebe Kikki, wenn ich dir einen kleinen Tipp geben kann: Gib ihr keine Flasche mehr sondern lieber Schnabeltasse oder Becher - das geht auch bei so kleinen Babys. Die Gefahr einer Saugverwirrung (Baby will/kann dann nicht mehr an der Brust saugen) ist in dem Alter riesig. Aber Biggi gibt dir noch super Tipps!! Gib ihr am besten direkt deine postleitzahl, dann kann sie dir eine stillberaterin empfehlen, die können wirklich bei JEDEM Stillproblem helfen!!! LG und viel Erfolg & natürlich herzlichen Glückwunsch zum Töchterchen *g*


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