Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Woran merke ich, das mein Kind die Brust leer getrunken hat?

Frage: Woran merke ich, das mein Kind die Brust leer getrunken hat?

MamaMausi1986

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Hallo Biggi, mein Sohn ist jetzt knapp 2 1/2 Monate alt (er kam 3 Wochen zu früh) und ich stille ihn voll. Woran merk ich, dass er die Brust leer getrunken hat? Lg Susanne


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Liebe Susanne, es ist wichtig zu verstehen, wie die Brust arbeitet. Die Brust ist keine Milchtüte, die sich füllen muss, damit das Kind etwas zu trinken bekommt, sondern Muttermilch wird genau dann gebildet, wenn das Baby an der Brust saugt. Damit sie dann auch fließen kann, setzt der Milchspendereflex ein, der sehr stressanfällig ist. Das bedeutet: Je nervöser, gestresster, ängstlicher die Mutter ist, desto mehr Adrenalin ist in ihrem Blut und desto schwerer ist es, den Milchspendereflex auszulösen. Vielleicht ist der Hintergrund deiner Frage, wie du wissen kannst, dass er "fertig" getrunken hat? Die Antwort lautet: Lass ihn trinken, solange er mag. auch wenn er "nur" nuckeln sollte so ist dieses "non-nutritive" Saugen ganz wichtig für seine neurologische Entwicklung. Und sollte er zu den Kindern gehören, die quasi 24 Stunden am Tag an der Brust sein möchten, so probier mal ein Tragetuch aus. Es gibt Kinder, und oftmals sind das die Frühchen, die ein ganz intensiven Körperkontakt zur Mutter brauchen, und das wird mit dem Tragetuch gut gegeben... Ob es genug Milch bekommt und gut gedeiht, kannst Du bei einem vollgestillten Baby an den folgenden Anzeichen erkennen: o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Lieben Gruß, Kristina


MamaMausi1986

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Hallo Kristina, erstmal danke für deine Antwort. Mein Sohn kam als Frühchen zur Welt (3 Wochen zu früh) und wog bei seiner Geburt am 03.04. 2150g und war 46 cm groß (KU 33 cm). Den letzten Gewichtsstand den wir haben, ist vom vergangenen Donnerstag mit 3640g, 49,5 cm und 37 cm KU. Er kriegt einmal am Tag seine Viganolette mit ein klitzkleines Bisschen von meinem Stilltee in einer Spritze verabreicht. Meine Hebamme hat mir das mit dem Tragetuch sehr empfohlen und ich nehm es auch sehr gern. Nur darf ich mir von meiner Verwandschaft dann immer anhören, dass es nicht gut für den Rücken ist, da er so "zusammengestaucht" drin hängen würde und ich ihn ja mit rumtragen verwöhnen würde. Verwöhne ich ihn damit wirklich? Lg Susanne


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Liebe Susanne, nein, ganz im Gegenteil! Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Wenn ich daran denke, dass ein Elefantenjunges über Jahre hinweg PERMANENTEN Körperkontakt zu seiner Mutter oder einer Ersatzbezugsperson braucht, weil es sonst EINGEHT - und dieser ihm ohne Diskussion durch einen Pfleger gestellt wird, wenn es z.B. im Zoo verwaist, dann frage ich mich, warum es uns so schwer fällt zu akzeptieren, dass unsere kleinen Kinder einfach kleine Kinder sind, und ganz "normale" Bedürfnisse haben. Was können denn die dafür, dass unsere moderne Welt sich so weit von der Natur entfremdet hat, dass ihr alles natürliche krank vorkommt?? Höre auf dein Herz, und mach das, was DU spürst, was für DEIN Kind richtig ist. Das kann, muss aber nicht das gleiche sein, was die beste Freundin, Nachbarin, eigene Mutter etc. mit ihrem Kind macht... Die Welt drum herum reagiert auch deshalb oft überkritisch, weil sie selbst nie mit dieser Achtsamkeit betreut wurden und daher das eigene Defizit plötzlich aus der Kindheit auftaucht und Schwierigkeiten schafft... Lieben Gruß, Kristina


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