Sarah_115
Liebe Biggi, liebe Community, vielen Dank für die vielen bestehenden Beiträge - sie haben uns bisher sehr geholfen. Hier nun aber eine Frage zu unserer individuellen Situation mit der Hoffnung auf weitere Sichtweisen: Unser Sohn ist 15 Monate und wird abends/nachts und wenn ich da bin und er es verlangt auch tagsüber gestillt. Er isst ansonsten gut. Er ist ansonsten ein sehr aktives Kind, war früh mobil, lacht viel, ist immer unterwegs. Er ist gefühlsstark, hat einen starken Willen, wirkt auf uns aber meist ausgeglichen, Kita-Eingewöhnung (Start mit 13 Monaten) lief auch weitestgehend reibungslos. Seit ca. 6-7 Monaten lässt er sich abends nur mit viel Weinen und großem Aufwand von meinem Mann ins Bett bringen. Sobald er einmal eingeschlafen ist, schreit er sich komplett in Rage, wenn mein Mann und nicht ich zu ihm komme. Es macht keinen Unterschied ob ich zuhause bin oder nicht. Wir versuchen es mehrmals die Woche. Manchmal klappt es nach langer Zeit. Nun ist es für uns so überraschend, weil mein Mann alleine 7 Monate Elternzeit hatte während ich wieder Vollzeit gearbeitet habe und auch vorher super präsent war. Als er ca. 9 Monate alt war, ging es auch, dass ich mal nachts gar nicht da war. Aktuell undenkbar. Ich war (gerade durch Home-Office) auch da, hatte zwischendurch Tage frei und verbringe außerhalb des Jobs super viel Zeit mit ihm. Tagsüber ließ er sich meist auch ins Bett bringen. Unter der Woche schläft er nun in der Kita. Am Wochenende werden auch die Mittagsschläfe immer schwerer für meinen Mann, insbesondere, wenn ich in der Nähe bin. Nun stellen wir uns die Frage, ob ein Abstillen das besser macht. Eigentlich stille ich noch gerne und unser Sohn fordert es noch ein. Von Geburt an war Stillen für ihn unheimlich wichtig, er hat es viel gebraucht, wir hatten viele Cluster-Feeding-Nächte. Ich habe das trotz Anstrengung auch gerne gemacht. Wir geben ihm unheimlich viel Nähe, er schläft bei uns im Bett und nach der Kita ist er immer bei Bezugspersonen, die er von Geburt an um sich hatte. Unseren Alltag möchten mein Mann und ich recht gleich aufteilen. Wir arbeiten beide reduziert, um für unseren Sohn da zu sein. Ich brauche eigentlich auch mal die Freiheit, ihn abends mal nicht ins Bett bringen zu müssen und würde auch eine Nacht begrüßen, in der ich nicht zwingend da sein muss. Zum anderen ist es für meinen Mann so unglaublich deprimierend, den ganzen Tag mit ihm zu verbringen und abends und manchmal auch tagsüber, wenn ich da bin, so tiefe Ablehnung zu erfahren. Selbst Großeltern zieht er manchmal meinem Mann vor. Wir vermuten, weil er mit seinem Vater verbindet, von der Mama wegzumüssen. Wir sind unheimlich verständnisvoll, auch mein Mann redet ihm gut zu und versucht ihn immer in seiner Trauer/Verzweiflung/Wut ganz liebevoll zu begleiten, liest, singt, trägt ihn - alles, aber der Kleine bleibt manchmal einfach verzweifelt. Haben andere Eltern die Erfahrung gemacht, dass Abstillen hilft oder hat noch irgendwer Tipps, was man noch machen könnte? Unabhängig von der Frage, ob ich abstillen möchte frage ich mich, ob es überhaupt etwas bringt oder ob es dann gerade nachts noch schwerer wird, ihn zu beruhigen. Wir sind dankbar für alle Tips :) Vielen vielen Dank! Sarah
Liebe Sarah, das Verhalten deines Kindes wird sicher von manchen Menschen als extrem anhänglich oder mutterfixiert bezeichnet, doch es ist ein vollkommen normales Verhalten für ein Baby. Es ist sogar wichtig, dass ein Kind zunächst eine feste und verlässliche Bindung zu einer Person aufbaut (und diese Person ist bei einem gestillten Kind naturgemäß fast immer die Mutter). Aufbauend auf dieser Erfahrung kann das Kind dann später seinen Horizont erweitern und Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen. Doch das "Fundament" der engen Beziehung zur ersten Bezugsperson sollte fest sein und so zum Fundament der Beziehungsfähigkeit und Bindungsfähigkeit überhaupt zu werden. Es kann gut sein, dass dein Baby von ganz alleine den Papa bald wieder mehr entdeckt, vielleicht ist die Umstellung in der Kita doch aufregender als gedacht. Dein Baby will dich nicht ärgern oder manipulieren, es ist einfach sehr sensibel und braucht erst einmal eine feste Bezugsperson. Das ist völlig normal und nicht schlimm! Wenn du dein Kind jetzt mit aller Gewalt versuchst, die Situation zu verändern, kann es passieren, dass dein Kind noch mehr klammert. Habt Ihr mal versucht, Euer Baby zusammen ins Bett zu bringen? Oft klappt das prima und nach einiger Zeit klappt es sicher wieder besser! Lieben Gruß Biggi
Sarah_115
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Biggi! Wir werden auf jeden Fall mal versuchen, ihn gemeinsam ins Bett zu bringen. Noch irgendwelche Tipps, wie die Beziehung zum Vater (wieder) positiver werden kann? Ist es da besser, wenn (noch) mehr Papa-Zeit besteht oder besser mehr Zeit mir zusammen, um ihn nicht noch stärker zu frustrieren? Wir wollen keines Falls eine abrupte oder gewaltsame Veränderung, wie gesagt, ich möchte eigentlich noch gerne weiterstillen. Wir fragen uns nur, wie wir es schaffen, dass er parallel zum sehr präsenten Papa eine positive Beziehung aufbauen kann.
Liebe Sarah, meine persönliche Meinung ist, dass es ohne Druck immer besser klappt und dein Kind von ganz alleine seine Fühler wieder ausstrecken sollte. Macht möglichst viel gemeinsam mit Eurem Kind, damit es Ebern nicht das Gefühl bekommt, dass Mama geht, wenn Papa kommt.... Lieben Gruß Biggi
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