Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, ich habe im Abstand von 20 Monaten meine zwei Mäuse bekommen. Jetzt ist es manchmal notwendig gewesen, um sich um den "großen" zu kümmern, die Milch abzupumpen und der kleinen die Flasche zu geben. Jetzt trinkt sie seit ca. 24 Stunden nicht mehr an der Brust. Bisher habe ich sie mit ihrem Schnuller hingehalten und darauf gehofft, daß uns der Hunger irgendwann hilft und die kleine wieder trinkt. Leider vergeblich ... . Ich wohne in 61381 Friedrichsdorf und bin für jede Hilfe dankbar, denn nach erst 6,5 Wochen wollte ich noch nicht abstillen. DANKE. Kirstin
? Liebe Kirstin, das klingt nach einer klassischen Saugverwirrung. Eine Saugverwirrung ist für alle Beteiligten belastend und zerrt an den Nerven. Sie kann aber mit viel Geduld und der richtigen Anleitung überwunden werden. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Es ist daher wichtig, dass Du deine Milch bereits vor dem Anlegen zum Fließen bringst. Versuchen den Milchspendereflex durch Ausstreichen, Brustmassage und Wärmeanwendung oder eventuell mit einer Pumpe auszulösen ehe Du dein Baby anlegst. Warte nicht, bis dein Kind sehr hungrig ist. Ein aufgeregtes, hungriges Baby ist nicht unbedingt bereit, etwas Neues (also das korrekte Trinken an der Brust) zu lernen. Wähle eine bequeme Stillhaltung, um möglichst entspannt zu sein und achte auf eine korrekte Anlegetechnik. Das Stillen im Rückengriff (auch Unter-dem-Arm-Haltung genannt, in dieser Position ruht der Kopf des Kindes in Ihrer Hand und seine Beine liegen seitlich neben Ihrem Körper und zeigen nach hinten) eignet sich gut, weil Du in dieser Haltung den Kopf deines Babys gut kontrollieren kannst und genau siehst, was es macht. Vermeide es, dein Baby am Gesicht oder seitlich am Kopf oder mit geringem Fingerdruck am Hinterkopf zu berühren. Derartige Berührungen können dazu führen, dass der Suchreflex beim Baby ausgelöst wird und es seinen Kopf in Richtung der Berührung dreht. Fester, gleichmäßiger Druck auf den Hinterkopf bedeutet normalerweise kein Problem für das Baby. Wenn Du im Rückengriff stillst, kannst Du eine Windel zwischen deine Hand und den Kopf deines Babys legen oder es fest in eine Decke einwickeln, deren obere Ecke Du unter seinen Kopf legst. Stütze den Kopf und den Nacken deines Babys in Höhe der Ohren mit deiner Hand. Will dein Kind nicht an der Brust bleiben, nachdem es sie zunächst erfasst hat, kannst Du während des Stillens etwas zuvor ausgestrichene Milch auf die Stelle tropfen, an der seine Lippen deine Brust berühren. Es wird die Milch schlucken und dabei seine Zunge abflachen, so dass er die Brust richtig fassen kann. Um ein Wundwerdendeiner Brustwarzen zu verhindern, musst Du darauf achten, dass dein Kind die Brust richtig erfasst und korrekt saugt. Lass ALLE künstlichen Sauger weg. Abgepumpte Muttermilch kannst Du deinem Kind mit einem Becher geben. Der Gebrauch eines Schnullers oder einer Flasche wird die Situation noch weiter erschweren. Achte auf deine Brust und pumpe rechtzeitig ab, nicht, dass sie zu voll wird und Du da noch weitere Probleme bekommst. Die dabei gewonnene Milch kann dein Kind mit dem Becher bekommen. Schau, ob Du jemanden finden kannst, der dir jetzt im Haushalt und bei der Versorgung des größeren Kindes helfen kann. Wenn Du deine Tochter an die Brust zurückführen willst, wirst Du dich in den nächsten Tagen in erster Linie um sie kümmern müssen. Die nächstgelegene LLL-Stillberaterin dürfte Frau Heike Birzel Tel.: 06172-985365 sein. Ruf Sie an und lass dich von ihr direkt und gezielt beraten. Gerade bei einer Saugverwirrung ist eine Fernberatung nicht immer ausreichend. Ich wünsche euch, dass deine Tochter rasch wieder lernt richtig an der Brust zu trinken. LLLiebe Grüße Biggi
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