Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie sanft abstillen?

Frage: Wie sanft abstillen?

Smurf2011

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Liebe Stillberaterinnen, Mein kleiner Sohn ist nun 17 Monate alt und ich stille fast ausschließlich. Ich möchte nun zumindest mal tagsüber abstillen aber leider verweigert er jegliche feste Nahrung und auch andere Milch. Er will nichts kosten und dreht sich sofort weg wenn ich ihm was zum probieren gebe. Ich bin schon total verzweifelt!! Wie soll ich ihn abstillen wenn er sonst nichts essen will?? Wenn ein Kind halbwegs normal isst denke ich ist das etwas leichter. Aber was und wie soll ich ihn abstillen? Wenn er die Brust nicht bekommt zuckt er voll aus und brüllt und wird irgendwann total hysterisch. Das nervlich durchzuhalten ist ein Herausforderung. Aber wenn ich immer nachgebe weiss er dass er nur laut genug schreien muss und dann bekommt er seine geliebte Brust. Seh ich das richtig Bitte um Hilfe! Vielen Dank schon mal!!


Biggi Welter

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Liebe Smurf2011, voll gestillte Einjährige sind nicht die ganz große Seltenheit und es gibt vereinzelte Berichte über Kinder, die sogar noch weit ins zweite Lebensjahr hinein ausschließlich gestillt wurden und dabei gut gediehen sind und sich altersentsprechend entwickelt haben. Ein Kind, das lange jegliche feste Nahrung verweigert, kann aber wohl kaum zum Essen gezwungen werden, denn: was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. Die Situation dürfte bei euch jetzt schon so angespannt sein, dass es sehr viel Geduld und Ruhe brauchen wird, um wieder eine Entspannung zu erreichen, so dass dann mit vieeeeeel Geduld und ganz ohne Druck das Thema feste Nahrung erneut angegangen werden kann. Verweigert ein Kind aber deutlich länger jegliche Beikost, ist es nun sicher nicht verkehrt, das Kind genauer anzuschauen und eventuell auch die Eisen und Zinkwerte zu kontrollieren. Es kommt zwar eher selten vor, doch manchmal liegt die Essensverweigerung der Kinder gerade an einem Mangel dieser Spurenelemente und dieser Mangel verschärft sich dann noch weiter, wenn das Kind nicht isst. Bitte also zum einen Geduld bewahren, dem Kind fingergerechte Nahrung und gemeinsames Essen am Familientisch und mit anderen Kindern (Nachahmungseffekt) anbieten und einmal von der Kinderärztin/arzt nachschauen lassen. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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