Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Wie nachts Kind von Brust entwöhnen

Frage: Wie nachts Kind von Brust entwöhnen

Sannip

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Hallo. Ich habe ein Problem. Mein Baby schläft nur an der Brust ein. Er ist jetzt5 Monate. Leider muss ich irgendwann mal eine op machen lassen und wäre 4 Nächte weg. Ich habe auch schon dolle Schmerzen inzwischen. Leider hält mich mein Baby noch davon ab weil ich echt nicht weiß wie wir ihn ohne Brust ind Bett kriegen sollen. Er ist zwar voll müde aber kreischt dann richtig. Mein Mann hat schon versucht ihn ins Bett zu bringen aber nichts hilft. Tragen, singen, alles schon versucht. Hab Angst das ich das noch machen muss bis er 2 ist. Und die op muss halt auch mal bald gemacht werden. Wie krieg ich ihn bloß zum schlafen ohne ihn stundenlang schreien zu lassen ? Gruß


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Liebe Sannip, hast du die Schmerzen wegen dem, was Anlass für deine OP ist? Oder weil er nicht korrekt stillt? Mit 5 Monaten ist es noch ziemlich normal, dass er die Brust zum Einschlafen braucht. Und das heißt keinesfalls, dass es mit 18 oder gar 24 Monaten noch genauso sein wird :-) Momentan wird es nicht ohne Schreien gehen, denn er braucht es wirklich noch und fordert es daher so klar ein. Aber mit liebevoller Begleitung wird er es schaffen, auch wenn das einige Tage Stress wird. Nicht vergessen darfst du aber auch deine Brust. Die hört ja auch nicht einfach auf, Milch zu produzieren! Sie braucht Monate, bis das ganz eingestellt wird, auch wenn dein Kind nicht trinkt. So könnte es also passieren, dass du in der Klinik einen Milchstau bekommst, wenn dein Baby 4 Tage und Nächte nicht stillen darf. Es gibt aber vielleicht noch diese Alternative: In manchen Krankenhäusern ist es möglich, ein Familienzimmer zu bekommen. Je nachdem, woran du operiert wirst, könnte es eine Alternative sein, dein Baby mit im KKH dabei zu haben (mit einer weiteren Begleitperson) Du könntest es stillen, bis du zur OP musst (bzw. Narkosemittel bekommst) und danach dann wieder, sobald die Wirkung der Vollnarkose komplett aufgehört hat und du dich wieder einigermaßen "fit" fühlst. Die Begleitperson kann dein Baby zu dir legen, so dass er gestillt werden kann. Und je nachdem, was genau mit dir gemacht wird, könnte es vielleicht sogar bei dir schlafen (immer vorausgesetzt, die Begleitperson ist abrufbar dabei). Lieben Gruß, Kristina


Sannip

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Hallo. Danke für die Antwort. Ich habe Schmerzen am Eierstock. Da ist ein Tumor der raus muss und schön langsam drückt. Es ist natürlich mein Risiko. Je länger ich es nicht machen lasse desto höher ist die Gefahr das sich der Eileiter verdreht und abstirbt. Ich möchte ihn auch nicht komplett abstillen, ich möchte nur irgendwie die Gewohnheit ändern nur an der Brust einzuschlafen. Es muss doch auch irgendwie anders gehen? Bin auch schon echt irritiert. Ist das Kind wirklich schon verwöhnt? Nachts wenn er aufwacht schläft er auch nur an der Brust wieder ein. Und das ist nicht wegen Hunger. Das geht teilweise alle 1 1/2 Stunden so. Es ist wohl auch bissl meine Schuld. Anstatt ihn nach'm trinken wieder in sein Bett zu legen, schlaf ich selbst ein und er bleibt einfach bei mir.


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Liebe Sannip, ich kann dich wirklich insofern beruhigen, dass das Verhalten deines Sohnemannes keine "schlechte Angewohnheit" ist sonder absolut normal und natürlich. Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Sprich doch mal mit deinem Arzt und der infragekommenden Klinik, ob bzw. wie du trotz der OP dein Kind weiter stillen kannst. Wenn alle Beteiligten mitspielen, lässt sich das wirklich schaffen! Lieben Gruß, Kristina


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