Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn Carlos ist jetzt 16 Monate alt und er wird von mir am Abend und am Wochenende auch zum Mittag in den Schlaf gestillt. Unter der Woche geht er in die Krippe und dort klappt das alleine einschlafen bestens. Ich möchte jetzt nicht mehr stillen, da ich einfach ein wenig mehr Freiraum brauche. Denn zur Zeit ist es so, das ich ihn so gegen 19:00 Uhr mit meinem Partner in sein Bettchen lege und ich mich in unseres. Dann lege ich ihn an und dann schläft auch sehr schnell ein. In der Nacht kommt er dann ca. 3-4. Mal.Sein Bettchen steht direkt neben unserem Bett, sodass er nach ein paar Stunden dann in unserem Bett liegt. Ich möchte einfach wieder mehr als zwei oder drei Stunden durchschlafen und nicht mehr das er so abhängig von mir ist. Wenn ich Spätdienst habe und ich kurz nach 19:00 Uhr nach Hause komme-beeile ich mich schon so extrem nach Hause zu kommen, das er auch ja gleich seine Brust bekommt. Das löst so großen Druck in mir aus. Ich habe durch das Stillen sehr hängende große Brüste bekommen und habe auch oft daruch Rückenschmerzen. Dazu kommt das ich nachts durch das häufige Stillen immer nur auf der rechten oder linken Seite liegen kann und das einfach mit der Zeit noch mehr Schmerzen auslöst-ganz davon abgesehen das es sehr unbequem ist. Wir möchten, das Carlos in seinem Bettchen allein einschläft und dort auch weiterschläft. Mein kleiner Mann ist so auf meine Brust fixiert, sobald ich mich abends nakt aussziehe, um duschen zu gehen, dann stellt er sich sofort an meine Brust und will daraus trinken.anfangs fand ich es noch lustig, aber mittlerweile auch etwas befremdlich. Ich liebe ihn so sehr und möchte ihn auch nicht verletzen, aber ich möchte einfach nicht mehr stillen und normal schafen können. Wie können wir das gemeinsam "angehen"? Flasche, Nuckel, Kuscheltier und Co mag er nicht und interessieren ihn nicht. Ich erwarte ihre Antwort sehr. Ganz liebe Grüße Claudia Rennhack
Kristina Wrede
Liebe Claudia, wenn eine Mutter das Stillen nicht mehr genießt, sollte sie sich nicht gezwungen fühlen, es weiter zu machen. Gleichzeitig ist es aber so, DASS dein Sohn eben von dir abhängig ist. Egal, wer sonst noch in seinem Leben eine Rolle spielt, DU bist die allerwichtigste Person, das lässt sich nicht ändern und du wirst es noch viele viele Jahre zu spüren bekommen. Auch verändert nicht das Stillen deine Brüste, sondern es waren die Hormone, die auch schon in der Schwangerschaft vorhanden waren. Wenn du abstillst, wird sich die Brust nicht radikal verkleinern, darum ist es sicher gut, wenn du auch mal nach Möglichkeiten suchst, über Sport oder Krankengymnastik deine Rückenmuskulatur zu stärken. Ich werde dir gleich einen Weg beschreiben, wie du Carlos zum nicht mehr Stillen in der Nacht bekommen kannst. Leider kann ich dir nicht garantieren, dass das auch automatisch dazu führt, dass er durchschläft. Denn Kinder in diesem Alter schlafen ganz allgemein nicht so ruhig, wie wir uns das wünschen, leider :-( Und trotzdem gilt vor allem: All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein 16 Monate altes Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinem Sohn darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Und vielleicht fühlst du dich mit deutlich reduzierten Stillzeiten schon viel wohler? Und damit, dass dein Sohn begreift, eine nackte Mamabrust ist nicht gleich Stillzeit1 Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden, dass ihr wieder zu einer harmonischen Stillbeziehung finden werdet. Falls Du feststellst, dass das punktuelle Abstillen (also eine Art eingeschränktes Stillen) für dich immer noch nicht der Weg ist, den Du gehen willst, dann solltest Du dich in einem ruhigen Moment mit dir selbst auseinander setzen, was Du willst und dann entsprechend dieser Entscheidung und ohne Zweifel handeln. Wichtig ist dabei, dass Du dir deiner Entscheidung ganz sicher bist, denn jedweden Zweifel wird dein Kind sofort spüren und entsprechend handeln. Wenn Du nicht mehr stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. Lieben Gruß, Kristina
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