Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie kann ich meinem Baby helfen ohne Brust einzuschlafen?

Frage: Wie kann ich meinem Baby helfen ohne Brust einzuschlafen?

JanuarMama2017

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Hallo Kristina, Mein Sohn ist fast 9 Monate alt und schläft sowohl abends wie auch tagsüber nur beim Stillen ein. Manchmal klappt es auch in der Tragetasche oder beim Autofahren. Ich würde gerne bald wieder einmal die Woche für ein paar Stunden arbeiten gehen. Meine Eltern würden in der Zeit auf meinen Kleinen aufpassen. Ich würde deswegen wenigstens tagsüber versuchen ihn anders zum schlafen zu bringen. Haben Sie irgendwelche Tipps, wie ich das am besten angehen kann? Er schläft in meinen Armen oder im Liegen beim Stillen ein. Manchmal meldet er sich nach einigen Minuten, weil er sich ohne das Nuckeln an der Brust nicht beruhigen lässt. Dann lege ich mich noch mal zu ihm bis er wieder schläft. Wir versuchen zur Zeit ihn daran zu gewöhnen, dass er auch mal ein paar Stunden ohne mich bei meinen Eltern ist. Das klappt soweit auch ganz gut, bis auf das Schlafen. Meine Eltern haben schon ein paar mal versucht ihn zum schlafen zu bringen, aber es hat nie geklappt. Er wird dann nur quengelig und weint. Deswegen meine Sorge, wenn ich arbeiten gehe, kann ich nicht spontan sagen, dann hol ich ihn schnell ab. Wie kann ich ihn sanft vom Einschlafstillen abgewöhnen? Schnuller nimmt er übrigens nicht. Vielen Dank und viele Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe JanuarMama2017, dein Kind weiß genau, dass es nur bei DIR stillen kann und wird bei den Großeltern nicht besser schlafen, wenn Du abstillst. Deine Eltern brauchen einfach viel Geduld, wenn dein Kind sich dort sicher fühlt, wird es auch zur Ruhe kommen und irgendwann einschlafen. Dein Kind muss sich jetzt daran gewöhnen, dass es nur bei dir an die Brust darf und das WIRD es auch lernen, wenn die Großeltern liebevoll und konsequent sind, aber das erreichen sie nicht damit, dass Du abstillst. Ich kann dich hoffentlich beruhigen: Unsere Kinder sind super clever, sie spüren genau, was Sache ist und dass bei der Oma und dem Opa ein anderer Ort ist als Zuhause, mit anderen Abläufen. Und sie schaffen es… Wenn DU selber abstillen möchtest, ist das natürlich völlig in Ordnung. Wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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