Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie kann ich am besten abstillen

Frage: Wie kann ich am besten abstillen

Sabyy

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Hallo :) Ich habe ein Anliegen :x Meine Tochter ist bald 16Monate alt.. & Wird immer noch gestillt. Morgens, Mittags, Abends und Nachts (Nachts alle 2Stunden) Ich möchte aber jedoch nicht mehr stillen. Leider gebe ich immer nach wenn meine kleine anfängt zu weinen :/. Sie isst auch schon alles mit und trinkt! Ich habe versucht langsam abzustillen mit auslassen von Stillmahlzeiten. Nun habe ich h versucht meine Brust und meine Tochter gleichzeitig langsam abzustillen indem ich Salbeitee Getrunken habe mit jedem Tag eine Tasse mehr. Auch das scheint nicht zu funktionieren. Wenn ich meine Brust jedoch Versuche etwas auszudrücken kommt sogut wie nichts raus, dennoch scheint keine Tochter aber genug zu bekommen um glücklich damit zu sein :x Nun.. ich würde wirklich gerne Brust und Kind gleichzeitig langsam abstillen. Da ich wirklich immer nach gebe sobald meine kleine anfängt zu schreien und dabei Tränen fließen. Ich melde auch den Stillplatz und Versuche sie abzulenken. Aber sie geht immer wieder zum Stillplatz hin.. legt da ihr Kissen hin, nimmt die Decke und meckert dann mit mir solange bis ich iwann nachgebe.. sie ist sehr stur :x. :) Wäre schön wenn man mir helfen könnte:) Dankeschön


Biggi Welter

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Liebe Sabyy, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Tochter verhält sich gar nicht so "brustversessen" wir Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deiner Tochter darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Falls Du feststellst, dass das punktuelle Abstillen (also eine Art eingeschränktes Stillen) für dich immer noch nicht der Weg ist, den Du gehen willst, dann solltest Du dich in einem ruhigen Moment mit dir selbst auseinander setzen, was Du willst und dann entsprechend dieser Entscheidung und ohne Zweifel handeln. Wichtig ist dabei, dass Du dir deiner Entscheidung ganz sicher bist, denn jedweden Zweifel wird dein Kind sofort spüren und entsprechend handeln. Wenn Du nicht mehr stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi


Sabyy

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Vielen Dank für die super schnelle Antwort (: Ich hoffe du liest das hier noch & antwortest :)). Also meine Tochter ist allgemein sehr anhänglich. Ich darf ohne sie den Raum nicht verlassen, dann weint sie und rennt ganz schnell hinter her und will im Arm genommen werden. Ich würde gerne abstillen.. weil es für mich langsam genug ist daher dachte ich findet man eine Lösung wo es besser klappen könnte. Mein Problem an sich ist das ich so immer nachgebe solange meine Tochter weint, da ich das absoulute nicht mag wenn sie weint Und ich möchte nicht knall hart abstillen wozu mir geraten wurde, das kann ich nicht. Das mit dem Radio werde ich Mal versuchen. Sie kommt von selber Tagsüber so wie Nachts und weint dann weil sie gestillt werden will und das obwohl sie gut gegessen und getrunken hat. Sie geht zum Stillplatz und legt alles bereit, legt sich hin und weint und quängelt dann los. Wenn ich sie dort weg hole und sie Versuche abzulenken, nimmt sie aber meine Hand und zieht mich dort hin.. Und das geht dann immer weiter so bis ich iwann doch nachgebe. Ich danke ihnen schonmal :) Ich werde es weiter versuchen.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Sabyy, wäre es denn schlimm, wenn Du deinem Baby noch etwas Zeit schenken würdest? Für dein Kind ist das Stillen wichtig und auch gesund und Du könntest Dir viel Stress ersparen. Wenn Du das nicht möchtest, musst Du konsequent und klar sein, dann wird dein Kind die Situation auch akzeptieren. LLLiebe Grüße Biggi


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