Jane02
Hallo, zunächst möchte ich einmal ein Lob aussprechen für die tolle Beratung die Sie hier geben. Von anderen Experten hier im Forum bin ich nicht immer begeistert, aber Ihre Ratschläge finde ich klasse! Deshalb wende ich mich nun auch an Sie. Mein Sohn wird kommenden Samstag 1 Jahr alt. Man sollte sich, wie auch ich weiß, vorher kein Limit setzen, wie lange man stillt. Deshalb habe ich auch für mich eine ziemlich große Zeitspanne von mindestens einem Jahr bis maximal 2 Jahre gesetzt. Nun begrenzt sich das Stillen bei uns nur noch auf Abends - Morgens. Also vor dem Schlafen, wobei er hier nicht immer dabei einschläft, ausser er ist wirklich sehr müde. Es kommt also auch vor, dass ich ihn wach ins Bett lege und er sich dann entweder direkt wegdreht und schläft oder etwas mit seiner Spieluhr spielt und irgendwann einschläft. Sein Bett ist an unserem Bett dran und wir bleiben dann auch direkt im Schlafzimmer und schauen noch etwas fern, sodass er nie alleine schlafen musste. Nachts ist er zu Anfang häufig aufgewacht, manchmal alle 1-2 Stunden was oft anstrengend war und ich oft dachte, das halt ich nicht aus. Meist war es aber im 3 Stunden-Takt. Seit letztem Monat hat sich das plötzlich geändert. Er wird oft nur noch einmal in der Nacht wach, also schläft in der ersten Schlafphase oft schon bis zu 7 Std durch bevor er wach wird. Danach wieder häufiger, aber dann ist ja fast schon Morgens. Tagsüber bekommt er bereits alle Mahlzeiten und er wird eigentlich gar nicht mehr gestillt, ausser er ist krank, zahnt etc. und ich merke, dass er jetzt meine Nähe möchte. Nun würde ich langsam gerne abstillen. Ohne egoistisch zu klingen, aber ich möchte einfach wieder ungebundener sein, auch mal wieder ausgehen können und da es sich ja fast nur noch auf die Nacht beschränkt hoffe ich, dass es für meinen Sohn nicht allzuschwer wird. Für uns soll es auch in etwa 6 Monaten nach Australien gehen und es wäre schön, wenn es bis spätestens dahin funktionieren würde. Mein Sohn akzeptierte von Anfang an nur die Brust, er lehnt Schnuller, Flasche etc komplett ab. Immer wenn ich meinem Mann etwas abgepumpt habe, funktionierte dies gar nicht. Mein Mann hat sich einmal 40 Minuten hingesetzt und unserem Sohn die Milch mit einem Löffel gegeben :) Nun würde ich (oder vllt mein Mann) gerne versuchen, mein Sohn abends nach seinem Abendessen ohne weiteres Stillen hinzulegen, ist dieser erste Schritt ratsam? Ich habe bisher Abends die Brust angeboten, ohne dass mein Sohn großartig nachgefragt hat. Oder wäre es besser mit der Stillmahlzeit in der Nacht zu beginnen? Oder die am Morgen? Obwohl er nicht mehr viel gestillt wird, bin ich hier wirklich ratlos. Versuche, ihm Wasser in der Nacht zu geben, wurden deutlich abgelehnt. Dies ist allerdings schon ein paar Monate her, als er alle 1-2 Std wach wurde. Sollte ich vllt nochmal einen Versuch starten, ihm Nachts was zu trinken, also Wasser oder Tee anzubieten? Oder evtl meinem Mann die Nachtschicht vorrübergehend übergeben? Was könnte man sonst zur Beruhigung nehmen, da er, wenn er nur kurze Schlafphasen hat (vor allem früh Morgens) oft an der Brust nichtmal trinkt, sondern nur nuckelt. Ich hol ihn dann meistens ins Bett, weil ich dann einfach weiter schlafe. Ich freue mich auf Ihre Antwort. Liebe Grüße
Liebe Jane02, danke für das nette Lob :-). Es hört sich für mich so an, als wäre Ihr kleiner Mann ein recht zufriedenes Kind und ich denke, Sie können ohne Probleme einen Abstillversuch starten ;-). Jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das morgendliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Vielleicht braucht Ihr Kleiner aber auch eher das Kuschelstillen in der Früh, Sie wissen, was Ihr Kind besser verkraften kann. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln, gerade auch, wenn Ihr Kleiner nachts aufwacht. Manchmal klappt es schon, wenn Sie eine Hand auf die Brust des Babys legen oder die Hände halten, vielleicht kann das Ihr Partner übernehmen? LLLiebe Grüße und alles Gute für Australien :-) Biggi Welter
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