Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie abstillen?

Frage: Wie abstillen?

mary1122

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Hallo liebe Stillberatung, ich möchte meinen Sohn abstillen. Seit ca. 2 Wochen wird mein Sohn (9 Monate) nachts unruhig und ich muss ihn ab ca. 4 Uhr dauerstillen. Vor zwei Tagen haben wir ihm dann eine Flasche mit pre-milch gegeben und er hat tatsächlich viel Durst gehabt. Da scheinbar meine Milch immer weniger wird, habe ich beschlossen, dass jetzt vielleicht doch langsam die Zeit zum Abstillen ist. Derzeit stille ich nur noch nachts und morgens. Letzte Nacht haben wir dann den ersten Versuch zum Abstillen gegonnen. Und zwar habe ich meinen Sohn beim ersten und zweiten nächtlichen wach werdens gestillt. Beim dritten Mal haben wir ihm die Flasche gegeben. Von den 200 ml hat er 100ml getrunken und eine Stunde später noch einmal 100 ml. Zwei Stunden später habe ich ihn gestillt und musste ihm wieder viermal anlegen. Dann habe ich meinen Mann gebeten doch noch eine Flasche zu machen, die 200 ml hat er dann auch sofort getrunken und war morgens satt. Scheinbar trinkt mein Sohn noch recht viel Milch nachts und ich bin mir nicht sicher ob unser Weg so richtig ist. Sollten wir ihm als erste nächtliche Mahlzeit Pre-Milch anbieten? Und ist es normal, dass er soviel und so häufig trinkt? Ich versuche ihn oft auch erst wieder in den Schlaf zu singen/wiegen, aber das klappt meist nicht und mitten in der Nacht bin ich auch oft ein Roboter und lege ihn im Halbschlaf einfach an. Alles Mahlzeiten mit Pre-Milch ersetzen trau ich mich noch nicht, da ich Angst vor einem Milchstau habe oder ist das unbegründet. Vielen Dank und viele Grüße Mary


Biggi Welter

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Liebe Mary, der Wunsch von uns Großen, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. (Und sicher ja auch brauchen.) Also, ganz klar: Du hast nichts falsch gemacht, und es liegt auch nicht an dir, dass dein Kleiner sich verhält, wie er sich verhält! (Wäre es anders, warum glaubst du gibt es soooo viele Ratgeber zum Thema??) Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Du kannst immer erst kurz anlegen und dann zusätzlich eine Flasche geben. So hat die Brust Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Sollte die Brust bei dieser langsamen Vorgehensweise doch noch zu voll werden und zu spannen beginnen, kannst Du zwischendurch gerade so viel Milch vorsichtig ausstreichen oder abpumpen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken solltest Du deine Trinkmenge. Du solltest dich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekämst Du massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi


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