Mathilde87
Ich stille seit zwei Jahren und das sehr gern. Untertags ein-, gelegentlich zweimal oder auch öfters, abends zum Einschlafen, nachts manchmal einmal, manchmal zweimal, manchmal nie, morgens stille ich auch immer ein paar Minuten. Aus gesundheitlichen Gründen muss ich abstillen. Vom Herzen her möchte ich weiterstillen. Mir ist vom Kopf her schon klar, dass ich abstillen muss, mein Arzt gibt mir ein Monat dafür. Wie mach ich es am besten? Lg
Kristina Wrede
Liebe Mathilde87, darf ich dich fragen, ob geklärt wurde, dass du wirklich nicht weiterstillen darfst?? Es gibt ja wirklich nur sehr wenige Gründe, die ein Abstillen erforderlich machen, jedoch jede Menge Menschen, die der Überzeugung sind, Abstillen mit 2 Jahren sei sowieso "überfällig" und einfach nur eine Frage des Willens. Bevor ich also weiter in Richtung "Wie kann ich abstillen" gehen, das du ja gar nicht wirklich möchtest, würde ich gern erst einmal abklären, ob es wirklich sein muss. Einverstanden? Lieben Gruß, Kristina
Mathilde87
Es geht um den Versuch einer Kinderwunschbehandlung. Da ich 40 bin und es beim ersten Mal drei Jahre dauerte bis es klappte, ist es meine "letzte Chance", sagt auch der Arzt. Es gibt da keine Alternative zum Abstillen. Dem Kind geht es gut, es liebt das Stillen. Was halten Sie von Pflastern auf den Brüsten oder von Mitteln gegen Fingernägel beißen, die hier sozusagen zweckentfremdet werden? Lg
Kristina Wrede
Liebe Mathilda, es gibt Frauen, die eine komplette Kinderwunschbehandlung durchgeführt haben, ohne abzustillen, doch hier in Deutschland dürfte dies die absolute Ausnahme sein. Dabei ist es noch ein Unterschied, ob es „nur" um eine Insemination oder um IVF geht. Denn die Sache ist die, dass es Frauen gibt, bei denen das Stillen auch wenn relativ wenig gestillt wird und das Kind schon über ein Jahr alt ist, die Fruchtbarkeit noch deutlich beeinflusst. Wobei es nicht nur die Wahrscheinlichkeit für eine Empfängnis verringert, sondern auch die Einnistung des befruchteten Eis erschwert sein kann. Niemand kann sagen, ob dies auch bei dir der Fall ist. So kann es also sein, dass das Stillen die Erfolgschancen auf ein Baby durch Insemination doch verringert. Die schwierige Entscheidung, dein Kind abzustillen, „nur" aufgrund einer Hoffnung auf ein weiteres Kind, die sich vielleicht doch nicht erfüllen wird, kann dir leider niemand abnehmen. Ich werde dir jetzt ein paar Möglichkeiten aufzählen, ein älteres Stillkind von der Brust zu entwöhnen. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt `biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Mit zwei Jahren kann ein Kind schon sehr viel verstehen und Abmachungen treffen. Ich denke, dass der erste Schritt für euch sein sollte, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, könnt ihr einen Weg zum allmählichen Abstillen finden. Du kannst als Übergangslösung mit deinem Kind vereinbaren, dass es in bestimmten, klar erklärten und für das Kind erkennbaren Situationen nur ganz kurz trinken darf und so einen allmählichen Übergang schaffen. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Die von dir erwähnten Abstill-Ideen, bzw. die immer wieder vorgeschlagene "Curry-Methode" (auch Senf-Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stelle dir vor, dein Kind kommt vertrauensvoll zu dir, um an der Brust zu trinken und muss dann erleben, dass die Brust, die bis dato immer lecker und zuverlässig "sicher" war, abscheulich schmeckt. Kannst du dir den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis!? Das kann keine Alternative sein... Lieben Gruß, Kristina
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