Mitglied inaktiv
Hallo, meine Tochter ist ein knapp 14 Monate altes, sehr aufgewecktes Kleinkind. Die Einführung der Beikost haben wir ab dem 6. Monat sehr allmählich gemacht. Sie isst mit uns am Tisch (babygerechte Kost, teilweise gemischt mit unserer Mahlzeit, je nachdem, was es gibt). Nebenbei möchte sie auch noch recht häufig gestillt weren (zum Einschlafen und Aufwachen, ab und zu bei Quengeligkeit oder auch unterwegs). So weit so gut, allerdings würde ich ganz gerne auch mal wieder ETWAS Unabhängigkeit bekommen. Mir ist es unmöglich, abends mal nicht da zu sein, weil sie schreit und brüllt, bis sie – sozusagen nach Stunden - ENDLICH ihre geliebte Mamamilch bekommt. Auch nachts kommt sie noch mindestens 2-4 Mal. Alle Versuche mit anderen Getränken wie Milch oder Tee aus der Flasche wehrt sie empört und prustend ab, auch der Papa schafft es nicht, sie friedlich ins Bett zu bringen. Sie hat eine unglaubliche Ausdauer im Schreien. Wie kann ich es schaffen, sie liebevoll wenigstens ein wenig mehr abzustillen, so dass die Entscheidung, ob ich gerade stillen möchte oder nicht bei MIR liegt?? Vielen Dank für Tipps, Annika
? Liebe Annika, Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich werden Sie mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, könnt ihr einen Weg, der für euch passt finden. Punktuelles Abstillen, wie dieses eingeschränkte Stillen auch genannt wird, erfordert Geduld, liebevolle Konsequenz und vor allem den festen Willen der Mutter, die sich ganz sicher sein muss, dass sie wirklich so handeln will. Sie könnten als Übergangslösung mit Ihrem Kind vereinbaren, dass es in bestimmten, klar erklärten und für das Kind erkennbaren Situationen nur ganz kurz trinken darf und so einen allmählichen Übergang schaffen. Viel Ablenkung kann durchaus hilfreich sein. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin IhreLiebe und Zuneigung spürt. Er muss erkennen können, dass Sie ihm zwar die Brust, aber nicht Ihre Liebe entziehen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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