Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Unruhiges nächtliches Stillen

Frage: Unruhiges nächtliches Stillen

Sunny351

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Guten Tag , ich habe einen 16 Tage alten Sohn , welcher voll gestillt wird . Nun hatten wir bereits 2 Abende an denen der kleine etwas gestresst wirkt beim Stillen . Es läuft dann ab 16 Uhr ca. So ab das er permanent an die Brust will . Irgendwann lässt er die dann wieder los und sucht wieder wie verrückt und kann sie nicht fassen, dann schreit er . Ich Wechsel dann hin und her zwischen den Brüsten , verändere die Stillpositionen und das dann teilweise im 2 Minuten Takt weil er immer wieder abdockt. Einschlafen kann er natürlich dabei auch nicht , weil er zu gestresst wirkt Wir haben schon versucht ihn ohne Brust zu beruhigen, aber keine Chance . Gegen 1 war dann heute Nacht Ruhe und er hat bis 5.30 geschlafen . Gestillt und dann nochmal bis 7.30 geschlafen . Er hampelt viel an der Brust in der Zeit rum , aber währenddessen macht er normal kaka , oder lässt mal paar pupse ( das macht er über den Tag verteilt auch ohne gemecker ) Ab und zu gelingt es ihn aus dieser Schleife auch rauszuholen , und dann liegt er friedlich ein paar Minuten und schaut sich um , bis er dann wieder anfängt zu suchen . Ich bin mir unsicher , ob es Koliken sind und ich ihm irgendwie helfen kann /sollte . Oder ist das irgendwie ne Phase die er einfach durchstehen muss Vielen Dank schonmal fürs durchlesen


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Sunny351, viele Babys haben oft eine geradezu „klassische“ Unruhephase am Abend. Nicht immer ist Stillen dann die Lösung. Diese unruhige Zeit ist so verbreitet, dass es im englischen Sprachraum sogar einen Ausdruck dafür gibt: Omastunde , d.h. dass jetzt eine liebevolle Großmutter gebraucht wird, die nichts Dringenderes vorhat, als das Baby zu wiegen und im Arm zu halten, bis seine Unruhe vorbei ist. Oft hilft es, wenn eine andere Person einspringt, der Wechsel einer anderen Stimme bewirkt oft Wunder. Ganz wichtig ist es, dass du ruhig bleibst. Dein Baby spürt deine Anspannung und reagiert darauf, Ihr kommt schnell in einen Teufelskreis. So schwer es auch fällt, es ist wichtig, in dieser Situation nicht in Hektik und Aufregung zu verfallen. Je mehr du versuchst um das Kind zu beruhigen und je hektischer du wirst, um so aufgedrehter kann auch das Baby werden und dann ist man schnell in einem Kreislauf, der nur mehr schwer zu durchbrechen ist. Weniger ist hier oft mehr. Es ist wichtig, dass der Fokus vom Kind genommen wird, dass sich nicht mehr alle Anspannung auf das Kind konzentriert und es so die Gelegenheit bekommt, sich wieder zu entspannen und zu beruhigen. Das kann manchmal auch dadurch erfolgen, dass das Baby auf eine Decke gelegt wird und die Mutter oder der Vater es durch unaufgeregtes, leises Sprechen und sanftes Streicheln beruhigt. Manche Eltern setzen sich in dieser Situation sogar mit ihrem Kind ins Auto und fahren ein paar Kilometer :-). Wenn du den Eindruck hast, dass dein Baby zwar saugen möchte, aber keine Milch mag, kannst du über einen längeren Zeitraum nur eine Brust anbieten, dann fließt die Milch nicht so stark oder aber du bietest deinem Baby den Finger zum Saugen an (kann auch der Papa machen!). Außerdem möchte ich dir das Buch „Das 24-Stunden-Baby“ von Dr. William Sears empfehlen. Dr. Sears gibt viele Anregungen wie Eltern mit ihrem besonders anstrengenden Baby (er nennt sie Babys mit erhöhten Bedürfnissen ) umgehen können. Ich hoffe, die Tipps helfen weiter! Lieben Gruß Biggi


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