Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Und nochmal: Abstillen ;)

Frage: Und nochmal: Abstillen ;)

JM1983

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Liebe Stillberaterinnen, aufgrund anhaltender Magen-Darm-Probleme unseres Sohnes (15 Monate alt) wurde uns in einem anderen Expertenforum dieser Seite dazu geraten, vom nächtlichen Stillen wegzukommen. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie ich das Anstellen soll. Derzeit befinden wir uns in einem Kreislauf - ich stille ihn zum Einschlafen, danach wird er halbstündlich bis max. anderthalbstündlich wach (aufgrund von Koliken) und kommt auch nur mittels Stillen wieder in den Schlaf, was angesichts seiner Schmerzen recht lang dauert. Das geht dann die ganze Nacht lang so. (Leider bin ich auch keine Mutter, die beim Stillen unbehelligt weiterschlafen kann.) Er geht tagsüber in die KITA, somit stillen wir eigentlich nur noch nachts, gelegentlich einmalig am Nachmittag. Wie verfahre ich denn nun mit dem Abstillen? Benötigt er noch Ersatzmilch, wenn ja welche? Wie verhalte ich mich wenn er nach mir verlangt? BIs zu welcher Grenze ist Prostest seinerseits "okey"? Bin echt ratlos. Angesichts unserer Situation gehen wir hier aber alle auch schon auf dem Zahnfleisch... Lieben Dank für Ihre Hilfe!


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Liebe JM1983, wo hast du denn gefragt? Würde mir das gern anschauen, denn es kommt immer darauf an, was genau gefragt und geantwortet wurde? Ich stelle daher in Frage, ob DIES wirklich der richtig Weg wäre. Es gibt nichts verträglicheres für ein Menschenkind als Menschenmilch, und der oft erwähnte Satz: "Frische Milch auf alte Milch macht Bauchweh" ist ein Ammenmärchen. Und ihm künstliche Milch statt der echten zu geben... das macht nicht wirklich Sinn. Häufig liegt es an Unverträglichkeiten des Babys, dass es Probleme mit der Verdauung hat - dein Kleiner quält sich ja schon wirklich seit 15 Monaten. Ich vermute, dass er zunächst auf etwas in DEINER Ernährung reagiert hat. In den meisten Fällen ist das Kuhmilcheiweiß (das sich leider sogar in Wurstwaren versteckt), und künstliche Milch wird auf Kuhmilchbasis gemacht, also ist zu erwarten, dass sie nicht hilft. Vielleicht wäre es am sinnvollsten, wenn du dir vom Kinderarzt eine Ernährungsberatung verschreiben lässt. Denn ich vermute, dass es schon auch mit der Beikost zusammen hängt. Da sollte jemand mal ganz in Ruhe genau drauf schauen. Ich vermute, dass meine Antwort dich nun wieder verwirrt oder verunsichert, und das tut mir dann leid! Doch ich schreibe dir, damit du korrekt informiert bist. Leider kennen sich die meisten Experten gar nicht wirklich aus mit dem Stillen, und es ist leicht gesagt: "Hören Sie auf zu stillen, das braucht es ja doch gar nicht mehr" - nur weil sie keinen anderen Grund finden können. Also meine Empfehlung: Bleib dran und versuche, den wahren Grund der Beschwerden herauszufinden.... Lieben Gruß, Kristina


JM1983

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Danke für die Antwort, die tatsächlich für mich weniger verwirrend als beruhigend ist. Ich habe mal den entsprechenden Link aus dem anderen Expertenforum eingefügt... https://www.rund-ums-baby.de/ernaehrung-baby-kinder/Noch-immer-Bauchweh_12624.htm Denn mittlerweile kann man bei uns schon von einer Art Leidensdruck sprechen...Wir verbringen vor lauter Müdigkeit kaum noch Aktivitäten außer Haus, selbst unser "großer" Sohn "verkauft" sich immer öfter an die Großeltern, da wir ihm in dieser Situation insbesondere nachts (z.T. Familienbett) kaum noch gerecht werden können. Wie man im Beitrag erkennt war unser Kinderarzt bisher wenig hilfreich... Noch dazu jetzt die Angst die der Expertenbeitrag in mir ausgelöst hat - ich war sehr stolz aufs stillen, insbesondere die Länge. Wenn es jedoch an meiner Milch liegt, dann hätte ich unseren Sohn in den letzten Monaten wohl eher gequält mit dem Stillen als ihm was Gutes zu tun. Vielleicht wissen Sie ja angesichts des Ursprungsbeitrags im Expertenforum weiteren Rat für uns??? Lieben Dank!


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Liebe JM1983, ok und danke. Es wird überhaupt kein Grund dafür angegeben, warum das nächtliche Stillen beendet werden soll. Hier würde ich als Mutter konkret nachfragen und um Belege bitten. Ich vermute, es ist tatsächlich eher ein Vorurteil von jemandem, dem langes Stillen per se suspekt oder gar schädlich erscheint. Dass bedürfnisorientierte Zuwendung hier nicht zu finden ist zeigt der Tipp, "Jedes Kind kann schlafen lernen" anzuwenden. Dabei hat sich der "Erfinder" dieser Methode, Dr. Ferber, selbst on dieser Methode distanziert bzw. klargestellt, dass sie nur für den äußersten Notfall gedacht ist, also wenn ein Elternteil kurz davor ist, dem Baby Gewalt an zu tun. An deiner Milch liegt es nur, wenn sich herausstellen sollte, dass dein Baby unter Unverträglichkeiten leidet. Darum noch einmal mein TIpp: Lass dich an eine Expertin überweisen!! Der unten angehängte Artikel hilft vielleicht auch ein bisschen weiter. Lieben Gruß, Kristina Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen Prim. Dr. Franz Paky, Leiter der Schreiambulanz (Ambulanz für Schreien und Schlafstörungen) der Kinderabteilung des LKH Mödling Schlafen, Alleinsein, Finsternis Für ein Kind gibt es nichts Schlimmeres, als den Schutz und die elterliche Geborgenheit zu verlieren. Mit der Finsternis der Nacht reißt die Gewißheit ab, dass der elterliche Schutz gegeben ist. Nichts ist leichter verständlich, als dass sowohl das Einschlafen als auch das nächtliche Aufwachen für ein Kind mit Angst verbunden ist. Es ist ebensowenig verwunderlich, dass viele Methoden entwickelt wurden, den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf für das Kind zu erleichtern. All diesen Riten ist gemeinsam, dass sie die elterliche Gegenwart in den Schlaf hinein zu erhalten suchen (Wiegenlied, Gute Nacht Geschichte, Gute Nacht Kuß, Kuscheltier als Übergangsobjekt usw.). Schlafen Loslassen Nicht nur für das Kind ist mit dem Einschlafen eine Trennung von den Eltern verbunden. In ähnlicher Weise erleben die Eltern das Einschlafen des Kindes als Trennung. Insgeheim stellt sich die Frage: Wird das Kind ohne unsere Hilfe einschlafen? Wird sich das Kind ohne weiteres (?) von mir trennen? Wird es auch wieder von selbst wach? Zwei Arten von guten Schläfern die echten und die resignativen Nicht alle Kinder, die unkompliziert einschlafen und durchschlafen, sind zu beneiden. Wenn Babys spüren, dass ihr Schreien in der Nacht die Eltern unter keinen Umständen auf den Plan rufen kann, geben sie auf und schlafen den Schlaf der Resignation. Auf diesem Mechanismus beruht der scheinbare Erfolg der älteren Generation, ein Kind beim Einschlafen unbegrenzt schreien zu lassen. Die Entwicklung des Babys und das Schlafproblem Um das sechste Lebensmonat erweitern Babys ihren sozialen Horizont beträchtlich. Sie lernen zwischen ihren vertrauten Eltern und fremden Menschen zu unterscheiden ("Fremdeln"). Die Angst, die damit einhergeht ("Achtmonatsangst"), führt nicht selten zu einer Störung des Schlafes. Kinder, die in den ersten Lebensmonaten zur Freude ihrer Eltern bereits durchgeschlafen haben, beginnen dann nachts mehrmals wach zu werden. Oft brauchen sie nicht mehr als die Versicherung, dass alles in Ordnung ist. Ein kurzes Nuckeln an der Brust oder allein der Zuspruch einer vertrauten Stimme genügen, dass das Kind weiterschläft. Häufig führt aber die Schlafstörung zur Sorge der Mutter, dass das schon größer gewordene Kind mit ihrer Milch nicht mehr genug hat. Dann erhält das Kind an Stelle des Trostes, den es braucht, mehrere Mahlzeiten, die eigentlich überflüssig sind. Welcher Erwachsene, der gut schlafen will, würde sich absichtlich zu diesem Zweck den Bauch voll schlagen? Das Schlafparadoxon Wenn wir den Schlaf dringend herbeisehnen, stellt er sich am zögerndsten ein. Eine ganz ähnliche Erfahrung machen wir mit unseren Kindern. Wenn wir am wenigsten darauf angewiesen sind, schläft unser Kind am leichtesten ein. Brauchen wir dagegen unseren eigenen Schlaf dringend, weil wir am nächsten Tag früh aufstehen müssen oder einen schwierigen Termin haben, dann spielt das Kind nicht mit. Es will und will nicht einschlafen. Und noch weniger gönnt es uns einen ununterbrochenen Schlaf. Man gewinnt fast den Eindruck, als würden wir das Kind mit unserer Aura des Schlafzwanges am Schlaf hindern. Wenn sich ein Vater, der sein Kind mit allergrößten Mühen zum Einschlafen gebracht hat, auf leisesten Sohlen vom Bett fortschleicht, weckt er das Kind mit seiner Angst, dass es wieder wach werden könnte, tatsächlich auf. Dieses Phänomen zwingt uns dazu, über den eigenen Schatten zu springen. Wir müssen uns nach dem Rhythmus des Kindes richten und aufhören, ihm unsere Bedürfnisse aufzuzwingen. Individueller Schlafbedarf Jedes Kind braucht wie übrigens erwachsene Menschen auch eine individuelle Zahl von Schlafstunden. Die Spannbreite liegt bei Kindern im zweiten Lebenshalbjahr bei 9 bis 14 Stunden (Largo Kinderjahre 1999, S. 27). Behinderung der Selbstregulation Groß ist die Gefahr, dass sich Eltern in guter Absicht in Vorgänge einmischen, über deren Ablauf das Kind selbst bestimmen soll. Als Beispiele seien das Essen und das Trinken, die Kleidung und die Kontrolle von Stuhl und Harnausscheidung genannt. Die Selbstregulation über diese Vorgänge wird vom Kind im Lauf seiner normalen Entwicklung übernommen. Greifen die Eltern allerdings in diese Entwicklung ein, wird die Selbständigkeit nicht erreicht. Den Eltern bleibt damit die Bürde der Kontrolle erhalten, und das Kind bleibt in Abhängigkeit. In typischer Weise tritt dieser Mechanismus beim Schlaf auf. In der Meinung, dass die Eltern die volle Verantwortung für die Tiefe und die Dauer des Schlafes ihres Kindes tragen, wird dem Kind seine Selbständigkeit verwehrt und die Eltern zerbrechen an der Bürde der Kontrolle, die sie selbst nicht abgeben können. Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen Auf übermüdete und erschöpfte Eltern wirkt es vermutlich zynisch, wenn ich davon spreche, dass es bei der Kunst, sein Kind schlafen zu lassen, um die eigene Gelassenheit und das Loslassen des Kindes geht. Nach allem, was man schon versucht hat, sollte es gerade mit dem Loslassen funktionieren, wo man doch weiß, dass nichts schwerer ist im Leben als das Loslassen. Vertrauen in die Selbstregulation des Kindes ist der Schlüssel zum Loslassen und damit auch zum Schlafenlassen des Kindes. Wenn man dieses Vertrauen erwirbt, wird man sich vom Kind für die Zeit des Schlafes trennen können, ohne den Kontakt ganz zu verlieren. Das Kind wird auch in einer unruhigen Umgebung und ohne großes Geschrei einschlafen können. Vor allem wird es möglich sein, das Kind im Elternbett schlafen zu lassen und auf diese Weise das Stillen nach dem natürlichen Bedarf von Mutter und Kind beizubehalten. Jedes Kind kann schlafen lernen Weil es schwierig ist, diese Zusammenhänge bewusst zu machen, erfreuen sich Bücher, die sich auf ein Training bzw. auf eine Dressur des kindlichen Verhaltens beschränken, großer Beliebtheit. Am populärsten sind zur Zeit wohl Methoden der dosierten Frustration. Anstatt bei sich selber anzufangen, lässt man das Kind etwas länger schreien, so lange, bis es davon überzeugt ist, dass man als Nachtwächter oder Tröster nicht in Frage kommt. Der Erfolg stellt sich scheinbar ein, indem das Kind den Schlaf der Resignation schläft. Die Chance, dass sowohl die Eltern als auch das Kind aus dem Problem des gestörten Schlafes etwas lernen und auch für sich gewinnen, wird damit aber vertan.


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