Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Todunglücklich...abruptes Abstillen und viele Probleme

Frage: Todunglücklich...abruptes Abstillen und viele Probleme

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi oder die, die es selbst erlebt haben. Am vergangenen Samstag musste ich überraschend ins Krankenhaus. Bis dahin stillte ich meinen Sohn, gerade 1 Jahr noch am Morgen, nachmittags und abends or dem Zubett gehen. Da ich an den Tropf musste, um durchblutungsfördernde Medikamente, Antibiotika und Cortisongaben zu bekommen....sagte man mir ich muss abstillen. Man gab mir 2 Pillen und bat darum die nächsten Tage zu kühlen. Tja so einfach wie das von den HNO klang..war es aber nicht. SEit Sonntag...und das ist bald eine Woche her...ist meine Brust hart und schwer, es gibt einige schmerzhafte Stellen und ich kühle wie verrückt rund um die Uhr. Zwischendurch habe ich es geschafft einige Tropfen auszustreichen. GEstern war ich, weil panisch vor einer Brustentzündung beim Arzt. Sie telefonierte mit meinem FA und der hat ihr geraten mir Kriptin zu verschreiben. DAmit sollte es besser werden, ansonsten kühlen und kühlen. WEder seelisch und wie man hier liest körperlich habe ich das nicht gut verkraftet. Ich fühle mich ziemlich down und mein Kleiner ist auch völlig fertig. Leider nehme ich noch diverse Medikamente..sonst hätte ich ihn einfach wieder angelegt. Nun müssen wir da durch..aber wie ? Es tut weh..und ich werde bald irre. Was soll ich nur machen ??? Wie lange dauert es , bis es nicht mehr weh tut...wie kann ich meinen Sohn wieder "zurück gewinnen" ? Er versteht das alles überhaupt nicht...was nachvollziehbar..ist. Mein Mann legt sich nun immer mit ihm hin, aber in den Nächten weint er..ich biete ihm dann einen Kuschelplatz, aber das will er nicht...oh Mann. LG GABY


Biggi Welter

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Liebe Gaby, wie herzlos doch manche Ärzte sein können! Es gibt nur sehr wenige Erkrankungen, die Auswirkungen auf das Stillen haben und es auch nur ganz selten Situationen, in denen es keine Möglichkeit der Behandlung gibt, die mit dem Stillen zu vereinbaren ist. Leider ist es jedoch immer wieder so, dass sich Ärzte in dieser Hinsicht nicht unbedingt so gut auskennen und dann rasch (und überflüssigerweise) zum Abstillen raten, ohne sich bewusst zu sein, dass das Risiko des Abstillens bzw. Nicht Stillens, die Risiken einer Behandlung während der Stillzeit bei weitem übersteigen. Es gibt die Möglichkeit, dass sich Ärzte informieren. Dazu gibt es zum einen Fachbücher (nicht die Rote Liste, denn die ist lediglich eine Sammlung der Beipackzettel). „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Spielmann und Schaefer ist im deutschsprachigen Raum das Standardwerk zu diesem Zweck. Im Zweifelsfall kann sich ein Arzt bei der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie Tel.: 030 30686 734 erkundigen. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Vielleicht ist dein Arzt so nett und ruft da HEUTE noch an und fragt, was Du für Medikamente nehmen kannst und dann kannst Du sofort stillen und deine Brustentzündung wird ruck-zuck weg sein. Wenn es gar nicht anders geht, ruf selbst dort an, jetzt könnte noch jemand da sein. Bitte schreibe mir doch heute noch einmal und sage mir, was dabei raus kam, morgen kannst Du mich während der Sprechstunde auch gerne anrufen. Gib nicht auf, Du musst nicht abstillen und dein Kind muss auch nicht unglücklich sein! Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, erst einmal vielen lieben Dank für eine Hilfe. Leider habe ich hier erst um 18 Uhr gelesen von dir. Die Beratungsstelle hat damit schon geschlossen gehabt. Sie haben übrigens eine neue Rufnr. 030 30308111. Mein Ärztin ist auch nicht mehr in der Praxis. So ein Mist. Nun stehe ich ganz da. Als Medikament einnehmen muss ich Clinda 300 und Kollateral gegen Durchblutungsstörungen. Man hat mir übrigens deshalb nahegelegt das ich nun abstillen muss, weil die häufigen Sinuisiten die ich hatte, darauf zurück zu führen sind, dass ich so lange gestillt habe. Sprich meine Abwehrkräfte nicht mehr aufgefüllt werden konnten und ich ja mit fünf Kindern viel um die Ohren hätte. Ich war nun im Krankenhaus, weil ich eine schwere Mittelohrentzündung hatte, grippaler Herkunft..mit Hörverlust, der immer noch ist. Mensch..Biggi..jammer...mir hat es bald mehr getan, den John nicht mehr zu stillen. Nun bin ich ratlos, was kann ich noch tun ? Eine Hebamme konnte ich zwar auftreiben..sie riet mir zu Phytolacca D1 und Salbeitee...notfalls abpumpen und dann so langsam abstillen. Nun kann ich eigenmächtig nichts machen..So ein Mist verdammter. Wäre schön, falls du hier noch mal liest...was du mir empfehlen könntest. Lieben Dank Gruss GABY


Biggi Welter

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Liebe Gaby, Du hast geschrieben, dass Du Kriptin nehmen solltest. Hast Du das genommen und wenn ja, welcher Wirkstoff ist in diesem Mittel? Zu Kollateral kann ich absolut nichts finden, tut mir leid. Laut meiner Literatur (Dr. Schäfer) ist dein Clinda300 zwar nicht das Antibiotikum der Wahl, aber akzeptabel. Das mit den Abwehrkräften ist Unsinn. Leider wird immer wieder gesagt, stillen lauge die Mutter aus oder führe zu Erschöpfungszuständen usw. . Wenn das Stillen so anstrengend und für die Mutter belastend wäre, würden anerkannte Organisationen wie die WHO (Weltgesundheitsorganisation) nicht eine mindestens zweijährige Stillzeit für ALLE Kinder empfehlen (nicht nur für die, die in Entwicklungsländern leben, wie diese Empfehlung fälschlicherweise immer wieder ausgelegt wird). Die WHO setzt sich auch das Wohl der Frauen ein. Das Stillen laugt die Mütter nicht aus und schwächt auch nicht ihr Immunsystem, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Die Tatsache, dass Muttersein einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet, führt dazu, dass Mütter von kleinen Kindern oft anfälliger sind als kinderlose Frauen oder Frauen mit älteren Kindern. Du kannst dir nun überlegen, was Du tust, ob Du weiterstillst und vielleicht bis Montag auf das eine Mittel verzichtest, bis Dr. Schäfer erreichbar ist oder ob Du doch lieber abstillst. Bitte schreibe mir doch noch schnell, was mit diesem Kriptin ist. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, wieder einmal vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort. ICh bin dir unendlich dankbar. Es ist nun echt eine missliche Lage. Also für das Abstillen hat man mir Kriptin verordnet. Ich soll es 3 x tgl. 1 nehmen. Es steht drauf Wirkstoff Bromocriptin 2,5 mg pro Tablette ! 1 enthält 2,87 mg Bromocriptim, Lactose, #ovidon, Cellulose, Talkum usw. Ich denke es geht in erster Linie um den Bromocriptingehalt. Ich habe es nun einfach abgesetzt....und eben mal ein wenig abgepumpt zur Entlastung. Ich finde es so schade, das nun die Stillzeit zu Ende geht. Ich habe die ersten Kinder nur 6 Monate gestillt, weil man sich damals jung...noch vollquatschen liess. Die nächsten..dann 15 Mon., 20 Mon und jetzt John ja exakt 1 Jahr. Naja...schade, dass es mit dem Stillen in den westlichen Ländern so schwer gemacht wird. Warum lässt man die Frauen nicht in Ruhe.. Gruss GABY


Biggi Welter

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Liebe Gaby, Du MUSST nicht abstillen, wenn Du es nicht möchtest, außerdem hast Du die Abstilltabletten ja jetzt abgesetzt, Du schadest deinem Kind nicht, wenn Du es jetzt anlegst. Wie gesagt, DU entscheidest und musst nicht abstillen, wenn Du es nicht möchtest. LLLiebe Grüße Biggi


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